München - Jetzt wird's ernst: Eine Woche vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison müssen die Mannschaften im DFB-Pokal ran. Am Samstag Abend müssen zwei Bundesligsiten ran: Borussia Dortmund und der FC Augsburg (ab 19:15 Uhr im Live-Ticker).

SV Sandhausen - Borussia Dortmund

Sandhausen hat sich im DFB-Pokal dank des längsten Elfmeterschießens der Wettbewerbsgeschichte bereits einen Namen gemacht. Im Jahr 1995 ertrotzen die "Schwarz-Weißen" sich mit einem 13:12 i.E. gegen Stuttgart so den Einzug in die zweite Runde. Der Deutsche Meister Borussia Dortmund ist also gewarnt.

In Sandhausen hat man seither nicht aufgehört zu träumen. Chef-Trainer Gerd Dais setzt auf den langen Atem seiner Elf: "Wir müssen so lange wie möglich ein knappes Ergebnis halten und den ein oder anderen Nadelstich setzen." Er selbst ist vorbereitet. "Ich habe Dortmund gegen den HSV beobachtet und sehr wohl gesehen, dass die Hamburger die eine oder andere Chance gehabt haben", verriet er "bild.de". Die Sandhausener haben ihr letztes Spiel in der 3. Liga mit einem 2:0 gewonnen und erwarten nun hochmotiviert den Deutschen Meister. Verletzt ist jedenfalls nur der Mittelfeldspieler Jan Fießer, alle anderen Spieler sind einsatzbereit.

Aber so einfach wird es gegen Dortmund wohl nicht werden. Schließlich musste der BVB zuletzt den knapp verpassten Supercup-Gewinn wegstecken. Ein frühzeitiges Ausscheiden im DFB-Pokal wäre geradezu eine Schmach für die "Schwarz-Gelben". "Wir rechnen mit einem defensiv starken, sehr gut organisierten und vor allem extrem motivierten Gegner", sagte Coach Jürgen Klopp. Stattdessen warnt er vor dem Siegeswillen der Sandhausener: "Das wird sehr schwer, und wir müssen die Aufgabe mit aller Konzentration angehen." Mithelfen können nicht alle, der Kader ist derzeit stark dezimiert. Wichtige Säulen der Mannschaft wie Ivan Perisic, Marcel Schmelzer, Lucas Barrios, Patrick Owomoyela, Julian Koch und Antonio da Silva müssen verletzungsbedingt in Dortmund bleiben.


Rot-Weiß Oberhausen - FC Augsburg

"Es wird zum ersten Mal wieder ernst", sagt Augsburgs Trainer Jos Luhukay vor dem ersten Pflichtspiel in Oberhausen. "Wir freuen uns aber, dass es nun wieder los geht. RWO hat nichts zu verlieren, von uns erwartet jeder einen Sieg. Das ist die Ausgangslage." Dieser Situation stellt sich der Trainer uns sein Team: "Wir wollen natürlich eine Runde weiterkommen und werden mit aller Ernsthaftigkeit ins Spiel gehen und wollen die Partie über 90 Minuten gestalten", nimmt sich der Niederländer vor. Dabei hofft er, dass sich am Ende nach 90 Minuten die Qualität durchsetzt, auch wenn er noch das warnende Beispiel aus der ersten Runde im Vorjahr im Kopf hat. "Da haben wir 120 Minuten und sogar das Elfmeterschießen gebraucht, um eine Runde weiter zu kommen."

Dass beide Mannschaft in der letzten Saison noch in einer Liga gespielt haben, spielt für das Pokal-Spiel nun keine Rolle mehr. "RWO hat sich massiv verändert und ein völlig neues Gesicht. Sie haben ein paar erfahrene Zweitliga-Spieler wie Mike Terranova, Dimitrios Pappas, Benjamin Reichert oder Mario Klinger behalten, darüber hinaus aber eine junge und engagierte Mannschaft", weiß Luhukay.

Bei seinem Team hat Luhukay nahezu die Qual der Wahl, denn es fehlen nur Torsten Oehrl und Nando Rafael aufgrund ihrer Verletzungen.


Hansa Rostock - VfL Bochum

Die Rostocker empfangen am Sonnabend den VfL Bochum - also jenen Kontrahenten, der neun Tage später zum Zweitliga-Duell erneut in der Rostocker DKB-Arena antreten muss. Nicht nur für die Hansa-Fans, sondern auch für Trainer Peter Vollmann ist es alles andere als ideal, dass seine Mannschaft innerhalb weniger Tage zwei Mal den gleichen Gegner zu Gast hat. "Immerhin soll das Pokalspiel ja keine Generalprobe für die Bundesliga sein. Wir müssen jeden Wettbewerb für sich sehen und werden alles daran setzen, auch im DFB-Pokal eine Runde weiterzukommen", erklärte der Fußball-Lehrer, obwohl er davon ausgeht, dass sich der F.C. Hansa in der Außenseiterrolle befindet. "Die Bochumer haben ganz andere Ambitionen und sind natürlich favorisiert. Doch auch wir besitzen - wie in jedem Spiel - eine Chance, zu gewinnen. Immerhin spricht der Heimvorteil für uns und mit den eigenen Fans im Rücken besteht sicherlich die Möglichkeit, den VfL Bochum zu schlagen."

Vollmann geht davon aus, dass Björn Ziegenbein, der sich in Dresden eine Knochenabsplitterung im Daumen zugezogen hat und eine kleine Trainingspause einlegen musste, gegen den VfL wieder zur Verfügung steht. Bochum hat nach wie vor ein Rekonvaleszenten-Sextett, das fürs Comeback schuftet, während die anderen die Reise gen Norden antreten. Matias Concha, Patrick Fabian, Holmar Örn Eyjolfsson, Mimoun Azaouagh, Jonas Acquistapace und Chong Tese werden nicht mitfahren.

Ganz gleich, wer am Ende auf dem Platz steht: Das Ziel der Bochumer ist der Einzug in die zweite Runde. "Wir wollen weiterkommen, völlig unabhängig davon, wer spielt", sagte VfL-Coach Friedhelm Funkel, der zudem betonte, dass es vorteilhaft sei, auch während des Spiels neue Impulse setzen zu können, "defensiv wie offensiv". Einfach werde es nicht bei seinem Ex-Verein, der über eine zweikampf- und laufstarke Einheit verfüge und mit Marek Mintal einen Routinier in seinen Reihen habe. Zudem herrsche an der Ostseeküste nach dem Aufstieg der Rostocker noch große Euphorie, die die Zuschauer auf die Mannschaft übertragen wollen. "Es wird eine schwierige Aufgabe, aber die können wir lösen", befindet Funkel.


Holstein Kiel - FC Energie Cottbus

Der FC Energie Cottbus will gegen Kiel seiner Favoritenrolle gerecht werden. "Der Wille entscheidet solche Spiele, nicht die Qualität", weiß Energie-Trainer Claus-Dieter "Pele" Wollitz vor dem DFB-Pokalspiel beim Regionalligisten Holstein Kiel. Die größere Qualität sollte naturgemäß beim höherklassigen FCE angesiedelt sein.

Zwei Klassen Unterschied machen sich allerdings nur bemerkbar, wenn der Favorit diszipliniert auftritt und die Begegnung absolut ernst nimmt. "Wir müssen diese Aufgabe sehr professionell angehen", schaut Wollitz voraus und erinnert an zahlreiche Überraschungen der Vergangenheit. "Mal eben im Vorbeigehen schlägt man eine ambitionierte Mannschaft wie Kiel nicht. Und wenn man nicht aufpasst, wird das ganz schnell ein Spiel auf Augenhöhe. Das geht ratz, fatz." Der Ausfall der Stammkräfte Markus Brzenska und Thorsten Kirschbaum wiegt zudem schwer. Wie er die Mannschaft personell aufstellt, verriet Wollitz noch nicht. Nur dass Rene Renno als erfahrener und zuverlässiger Torhüter den Platz von Thorsten Kirschbaum einnimmt, ist kein Geheimnis.

Die Gastgeber sind natürlich "heiß" auf das Duell mit dem FC Energie, erwartet 7000 Zuschauer und hat den Kontrahenten zwei Mal beobachtet. "Wir sind hoch motiviert, auf den Punkt fit und haben eine realistische Außenseiterchance", zeigt sich KSV-Coach Thorsten Gutzeit zuversichtlich. Auch Andreas Bornemann, der Bundesliga erfahrene Sportliche Leiter des Regionalligisten, versprüht verhaltenen Optimismus: "Solange Cottbus kein Tor erzielt hat, haben wir alle Chancen. Und der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze."


Kickers Emden - FSV Frankfurt

FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen sieht den Wettbewerb als "sportlich und wirtschaftlich wunderbare Angelegenheit". In Emden soll es jedoch keine Pokalüberraschung geben. "Wir wollen Gas geben und eine Runde weiterkommen", gibt Boysen die Marschrichtung vor. "Wir werden den Gegner in keinster Weise unterschätzen. Wenn wir von der 1. Minute an konzentriert und aggressiv zu Werke gehen, werden wir auch gewinnen. Es gibt kein Taktieren, kein Abwarten, aber auch kein blindwütiges Attackieren."

Auf Gegner und die äußeren Umstände ist der FSV gut eingestellt. "Wir wissen, was auf uns zukommt, was die Platzverhältnisse und die Kabinen angeht. Wir haben uns an die Bälle gewöhnt, den Gegner zwei Mal beobachtet und sind in allen Bereichen gut vorbereitet", erklärt Boysen.

Boysen sagte über die personelle Situation: "Es tut uns sehr leid, dass Alexis Theodosiadis innerhalb so kurzer Zeit den zweiten Bänderanriss erleiden musste. Alle anderen sind gut vorbereitet und topfit. Es könnte im Kader jedoch eine Veränderung geben, nachdem Zafer Yelen im Training einen 'Pferdekuss' erlitten hat."