München - Seinen Spielern gewährte Pep Guardiola einen Tag zum Durchschnaufen. Das obligatorische Training am Sonntag ließ der Trainer des FC Bayern München kurzerhand ausfallen. Nach dem überzeugenden 3:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt haben sich seine Schützlinge diese Pause verdient. Nun gilt es, Kraft zu tanken für das wichtige Spiel beim FC Porto am Mittwoch.

Guardiola selbst musste nach dem intensiven Programm auch erst einmal durchatmen. Nur knapp drei Tage nach den anstrengenden 120 Minuten im Pokal in Leverkusen, war der Spanier aber nicht nur wegen der letztlich problemlos eingefahrenen drei Punkte gegen Frankfurt erleichtert. "Ich denke mir bei jedem Spiel, bitte, bitte, hoffentlich verletzt sich keiner mehr", sagte Guardiola.

Notstand auf der Bank

Die Ersatzbank war Ausdruck des personellen Notstands beim FC Bayern. Neben dem geschonten Torhüter Manuel Neuer saßen dort mit Gianluca Gaudino, Sebastian Rode und Holger Badstuber lediglich drei Feldspieler. Während Neuer und der leicht angeschlagene Jerome Boateng zum Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League in Porto zurückerwartet werden, fallen Arjen Robben, David Alaba, Medhi Benatia und Javi Martinez weiter aus.

Bei Franck Ribery und Bastian Schweinsteiger ist die Lage nicht ganz so klar. "Das weiß ich ehrlich gesagt nicht", sagte Thomas Müller auf die Frage nach einer Rückkehr der beiden und fügte schmunzelnd hinzu: "Ich bin der Müller ohne Wohlfahrt, so gut kenne ich mich da nicht aus."

Hoffnung bei Ribery und Schweinsteiger

Karl-Heinz Rummenigge, seines Zeichens zwar ebenfalls nicht der angesprochene Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, gab dennoch etwas ausführlicher Auskunft. "Ribery hat am Freitag schon wieder gut trainiert. Schweinsteiger hatte sich neben seiner Knöchelgeschichte auch noch einen Virus eingefangen", sagte der Vorstandsvorsitzende. Er hofft aber, dass beide am Montag mit der Mannschaft nach Porto reisen werden.

Die Zielsetzung für das Viertelfinale in der Königsklasse ist klar: Zum vierten Mal in Folge wollen die Bayern ins Halbfinale einziehen. Doch Rummenigge warnt: "Das wird am Mittwoch kein Selbstläufer." Schließlich sei es kein Zufall, dass der Gegner in dieser Saison noch kein Spiel in der Champions League verloren habe.

1987 als Warnung

Zudem erinnerte Rummenigge an das Finale im Pokal der Landesmeister 1987, als Portos Rabah Madjer mit seinem Hackentor in der Schlussphase die Niederlage der Bayern einleitete. "Wir haben alle das Spiel von 1987 im Hinterkopf. Wir müssen es besser machen, als die Mannschaft damals. Die hat es nach der 1:0-Führung vielleicht ein bisschen zu locker angehen lassen und dafür einen hohen Preis gezahlt. Das soll uns Warnung genug sein", sagte Rummenigge.

Es war bislang die einzige Niederlage der Bayern in 22 Spielen gegen portugiesische Teams - und soll möglichst auch die einzige bleiben. Mithelfen will dabei auch Thiago Alcantara, der am Samstag an seinem 24. Geburtstag sein Startelf-Comeback nach über einem Jahr feierte. "Er hat technische und taktische Möglichkeiten, die nicht viele haben", schwärmte Rummenigge.

Geburtstagskind Thiago glänzt und will mehr

Gegen Frankfurt glänzte Thiago mit einer Quote von 72 Prozent als zweikampfstärkster Spieler, zudem landeten 71 seiner 76 Pässe beim Mitspieler. "Ich habe mich zu Beginn des Spiels sehr gut gefühlt, aber weil ich den Rhythmus nicht gewohnt bin, war ich nach 20 Minuten etwas müde, aber das wird mit mehr Spielen besser", war sich der Spanier hinterher sicher.

Im dritten Spiel nach seiner schweren Knieverletzung hielt der Mittelfeldspieler immerhin 70 Minuten durch. "Es ist schön zu sehen, dass er nach seiner Verletzung wieder auf das gleiche Level kommt, auch wenn er noch nicht volle 90 Minuten durchziehen kann", freute sich Thomas Müller für seinen Teamkollegen. Unabhängig von Thiagos Mitwirken stellte Müller im Hinblick auf das Spiel am Mittwoch klar: "Wir wollen ein gutes Ergebnis holen. Für mich als Fußballästhet steht das 'Wie' dabei nicht so im Vordergrund."

Aus München berichtet Maximilian Lotz