Köln - Für den FC Bayern München zählt in der Champions-League nur eins: der Gruppensieg. Mit einem Sieg kann das Team von Trainer Pep Guardiola heute im Rückspiel gegen den AS Rom eine historische Bestmarke aufstellen (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker): Noch nie gelang es einem deutschen Team bereits am 4. Spieltag den Gruppensieg perfekt zu machen. Und sogar ein Unentschieden würde den Münchnern Platz 2 garantieren und für den Einzug ins Achtelfinale reichen.

"Wir haben nur ein Ziel, Gruppenerster zu werden - und das nach vier Spielen zu erreichen, ist etwas ganz Besonderes", sagte Superstar Arjen Robben am Dienstag. Trainer Pep Guardiola sprach von "einer großen Gelegenheit. Die wollen wir nutzen."

Man dürfe sich diese Chance "in dieser enorm schweren Gruppe nicht entgehen lassen", ergänzte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, warnte aber nach dem überragenden 7:1 im Hinspiel vor zwei Wochen, "diesem Abend für die Ewigkeit", vor allzu übertriebenen Erwartungen: "Solch eine magische Nacht wird es wahrscheinlich nicht noch einmal geben."

Bescheiden und perfektionistisch

Trotz der herausragenden Leistungen - sowohl national, als auch international -, bleiben die Verantwortlichen beim FC Bayern eher bescheiden. Wollen durch Zielstrebigkeit und Fokussierung auf die kommenden Ereignisse die großen Erfolge ausbauen und die Leistung perfektionieren: "Wir sind noch nicht da, wo ich hin will. Wir brauchen noch länger, um uns weiter zu verbessern", merkte Pep Guardiola an. Bisher sind die Bayern in dieser Saison in Bundesliga und Champions League noch ungeschlagen. Allerdings mahnt Guardiola: "Wir müssen ruhig bleiben, die Preise werden erst im Mai verteilt."

Auch in der vergangenen Saison machte der FC Bayern den Einzug ins Achtelfinale am 4. Spieltag perfekt. Damals gewann das Team von Trainer Pep Guardiola 1:0 bei Viktoria Pilsen. Mit dem Gruppensieg würde der Rekordmeister den anderen Gruppenersten und den somit vermeintlich stärksten Konkurrenten im Achtelfinale erst mal aus dem Weg gehen - wie etwa Real Madrid.

Robben macht den Unterschied

Allein Arjen Robben verdankt der FC Bayern zurzeit eine bärenstarke Offensive. Der Niederländer war in seinen letzten 16 Champions-League-Spielen an 15 Treffern beteiligt. In dieser Saison erzielte er in den bisher drei absolvierten Spielen bereits zwei Tore.

Der 7:1-Erfolg in der historischen Nacht von Rom verleitet Arjen Robben allerdings keineswegs, den Gegner zu unterschätzen. "Ich finde es normal, dass wir das Spiel mit Vollgas angehen. Wir werden nicht leichtsinnig", versprach Robben, "wir werden uns wieder genauso gut vorbereiten."

Zudem hat sich die personelle Lage bei den Münchnern entspannt: Pep Guardiola kann auf den gleichen Kader wie schon zuvor im Spiel gegen Borussia Dortmund zurückgreifen. Die Römer müssen dagegen auf den Brasilianer Maicon verzichten, der aufgrund einer Knieverletzung ausfällt. Auch Rechtsverteidiger Vasilis Torosidis ist fraglich bei den Gästen.

Von Patrick Eckholt