München - Wussten Sie schon, dass Auswärtssiege weiter "in" sind? Dass Führungen häufig verspielt wurden? Und dass Hoffenheim das jüngste Team stellt? 153 Spiele der Saison 2011/12 sind absolviert - Zeit für eine ausführliche Hinrunden-Bilanz.

Im ersten Teil des bundesliga.de-Zwischenfazits geht es rund um die Tabellensituation: Die Formkurven der Mannschaften, die Spannung der Liga und der Wert der Superstars.

Deutlich mehr Spannung

Zwischen dem Tabellenersten und dem Tabellenvierten liegen nur vier Punkte Differenz - in der letzten Spielzeit waren es nach der Hinrunde zwölf Zähler. 2010/11 hatte sich Borussia Dortmund mit einem neuen historischen Rekordvorsprung von zehn Punkten die Herbstmeisterschaft gesichert und verwaltete diesen in der zweiten Saisonhälfte souverän (immer mindestens fünf Punkte Vorsprung). Bereits sechs Teams (Bayern, Dortmund, Mönchengladbach, Mainz, Stuttgart, Wolfsburg) und damit ein Drittel aller Bundesligisten waren in dieser Spielzeit Tabellenführer - in der kompletten Vorsaison waren es nur vier.

Vielfalt pur

In den vergangenen acht Bundesliga-Spielzeiten holten fünf Vereine die Deutsche Meisterschaft (BVB, Bayern, Wolfsburg, Stuttgart und Bremen) - mit Schalke oder Gladbach könnte nun erneut ein "Überraschungsmeister" zuschlagen. Ganz anders in den übrigen europäischen Top-Ligen: In Italien holten seit 2001 nur drei Clubs (Milan, Inter und Juventus) die Meisterschaft, in England gar nur drei in den letzten 16 Jahren (ManUnited, Chelsea und Arsenal), und in Spanien teilten seit 2004 Real Madrid und Barcelona die Titel unter sich auf. In Frankreich wurden in den vergangenen vier Jahren zwar vier verschiedene Clubs Meister, zuvor hatte allerdings Olympique Lyon sieben Mal in Folge den Titel geholt.

Dichtes Gedränge im Tabellenkeller

An der Tabellenspitze konnte sich niemand absetzen - und auch im Tabellenkeller herrscht dichtes Gedränge: Das untere Tabellendrittel liegt nur sechs Punkte auseinander. Der Tabellensiebte Hannover 96 hat "nur" sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Gleich fünf verschiedene Vereine hielten bisher die "Rote Laterne" in der Hand: Der SC Freiburg (vier Mal), der FC Augsburg (vier Mal), der Hamburger SV (sechs Mal), der 1. FC Köln (drei Mal) und Schalke 04 (ein Mal).

Gladbach als "Shootingstar"

Im Vergleich zur letzten Saison verbesserten sich Mönchengladbach und Schalke von allen Teams (ohne die Aufsteiger) in der Tabelle am meisten. Lagen die "Fohlen" zum Ende der vergangenen Spielzeit noch auf Platz 16, beendeten sie nun die Vorrunde auf Rang 4. Die "Königsblauen" machten einen Sprung von Platz 14 auf 3. Und auch bei Werder Bremen (von 13 auf 5) zeigt die Tendenz klar nach oben. Den größten "Absturz" 11/12 erlebten dagegen der Nürnberg (von 6 auf 15), Kaiserslautern (von 7 auf 16), Mainz (von 5 auf 14) und Freiburg (von 9 auf 18). Damit gibt es diesmal deutlich weniger "Überraschungsteams", die ganz oben mitmischen: Vor einem Jahr lagen Mainz (2.), Hannover (4.) und Freiburg (6.) im ersten Drittel.

Abhängig von den Stars

Viele Vereine hingen in der Hinrunde am "Tropf" ihrer Stars: So verlor der FC Bayern deutlich an Dominanz, als sich Bastian Schweinsteiger das Schlüsselbein brach und die letzten sechs Vorrundenspiele ohne den Mittelfeldmotor auskommen musste. Bei Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach verhielt es sich ähnlich: Die Ausfälle ihrer Stars Claudio Pizarro und Marco Reus konnten die Teams nicht kompensieren. Wenn beispielsweise Reus bei den "Fohlen" fehlte (zwei Mal), gab es keinen Sieg der Borussia (und insgesamt nur einen Treffer). Und wo wäre wohl der 1. FC Köln ohne Lukas Podolski?