Grüne Fußballplätze, 15 Grad Celsius, Sonnenschein und dazu noch Top-Hotels: Für die Vereine, die sich in südlichen Gefilden vorbereiten, sind die Bedingungen optimal.

Doch was sich für andere wie ein Sporturlaub der Luxusklasse anhört, ist für die Fußball-Profis eine schweißtreibende und anstrengende Angelegenheit. Zeit, die Vorzüge der Anlagen, der Umgebung oder einfach nur die Ruhe zu genießen, bleibt kaum.

Ein gutes Buch in ruhiger Minute

Hoffenheims Andreas Beck gilt als ausgewiesene Leseratte. Doch in La Manga, wo der Herbstmeister schuftet, kommt er gar nicht zu seinem liebsten Hobby. "Ich habe zwar ein paar Bücher dabei. Doch wenn ich mal Freizeit habe, versuche ich, so gut es geht auszuruhen und zu entspannen", erklärt Beck gegenüber bundesliga.de. Noch deutlicher bringt es Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio auf den Punkt: "Wenn ich kann, dann schlafe ich!"

Meister der Konsolen

Doch es gibt auch genügend Spieler, die sich ihre Freizeitbeschäftigung gleich ins Hotel mitgebracht haben. So gibt es bei den Hoffenheimern extra einen Raum, in dem verschiedene Spielkonsolen stehen. Ungekrönter Meister an der Playstation ist das Nachwuchstalent von 1899, Marco Terrazzino, der höchstens noch in Mitspieler Sejad Salihovic einen ernst zunehmenden Kontrahenten im Hotel weiß.

Abwehrspieler Per Nilsson zockt da schon eher auf der Wii-Konsole. "Super-Mario-Kart spiele ich ganz gerne", gibt der Schwede preis, erholt sich aber noch lieber bei seinen Serien: "Ich habe mir etliche meiner DVDs auf mein Laptop gespielt und schaue zum Beispiel 'Heroes'. Aber meine Festplatte ist voll mit allen möglichen Filmen."

Serien in Serie sehen

Ein richtiger "Serien-Junkie" ist auch Zvjesdan Misimovic. Allerdings beschränkt sich der Spielmacher der "Wölfe" nur auf eine ganz bestimmte Serie. "Lud Zbunjen Normalan" heißt die Sendung aus seiner bosnischen Heimat. "Immer, wenn es die Zeit zulässt, schaue ich mir eine Folge an. Dabei kann ich mich am besten entspannen", sagt "Zwetschge". Dass Freizeit auch Stress bedeuten kann, wissen die Bielefelder zu erzählen.

Denn für die DSC-Spieler heißt es, sich nach dem Training schleunigst in den Abend-Terminplan der Physiotherapeuten einzutragen, um nicht all zu spät auf die Liege zu kommen. Wer zuerst kommt, wird zuerst massiert. Aber bei all den Anstrengungen haben die Spieler und auch die Verantwortlichen doch einen Vorteil gegenüber den Daheimgebliebenen. Sie haben Sonne und Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt.

Aus La Manga berichtet Michael Reis