"Wir müssen nun sehen, dass wir sie schnell bei uns integrieren", sagte Gladbachs neuer Trainer Michael Frontzeck vorausschauend über seine beiden Neuzugänge Juan Arango und Raul Bobadilla, als diese Anfang Juli präsentiert wurden.

Gesagt getan, denn keine zwei Wochen später verpflichtete Borussia Mönchengladbach mit Jörg Stiel einen alten Bekannten als Dolmetscher und Betreuer für die beiden spanisch sprechenden Offensivspieler.

"Interessante Liga mit vielen starken Mannschaften"

Im Trainingslager in Saalfelden (Österreich) wird schnell klar, dass die Verpflichtung des ehemaligen Gladbacher Keepers schlichtweg als Glücksgriff bezeichnet werden kann. Es wird gelacht, geflachst - von Integrationsschwierigkeiten keine Spur.

Einen besseren Dolmetscher hätte Gladbach nicht finden können, schließlich kennt der Schweizer nicht nur den Verein, die Mentalität und das Umfeld, sondern konnte auch als Spieler in Mexiko und Costa Rica wertvolle Erfahrungen mit Südamerikanern sammeln, die den beiden Neuzugängen sicherlich enorm zugute kommen werden.

"Für mich ist es sehr wichtig, dass ich mich verständigen kann", sagt der 29-jährige Venezolaner Arango, der in seiner Heimat als Starfußballer gilt. Zwar bezeichnet er die Vorbereitung im Trainingslager als "hart, aber sehr wichtig". Der Kapitän der Nationalmannschaft Venezuelas (80 Länderspiele) wechselte vom spanischen Erstligisten RCD Mallorca an den Niederrhein und lobte gleich einmal die Bundesliga: "Die Deutschen geben keinen Ball verloren. Das Spiel ist wesentlich physischer als in Venezuela. Es ist eine interessante Liga mit vielen starken Mannschaften."

Wohlgefühl bei Bobadilla

Auch der 22-jährige Argentinier Raul Bobadilla fühlt sich in seinem neuen Club gut aufgehoben: "Ich fühle mich jetzt schon sehr wohl und es wird immer besser. Sowohl mit den Mitspielern als auch auf dem Platz", übersetzt Stiel die Antworten des bulligen Stürmers, der von den Grasshoppers aus Zürich zu den "Fohlen" kam. Mit Roberto Colautti hat er zudem einen gebürtigen Argentinier im Team an seiner Seite.

Obwohl er sich privat eher ruhig und freundlich gibt, kann der wuchtige Stürmer auf dem Spielfeld sehr impulsiv werden: "Wenn auf dem Platz nicht alles so läuft, wie ich das möchte, kann ich mich ziemlich ärgern", so Bobadilla.
Gladbachs Integrationspolitik mit Jörg Stiel scheint jedenfalls schon vor Beginn der Saison Früchte zu tragen, denn auf dem Spielfeld werden Arango und Bobadilla bereits von den Kollegen gesucht und entsprechend mit einbezogen.

Das sportliche Vorbild Bobadillas ist Carlos Tevez, doch der Größte aller Zeiten ist für den Argentinier natürlich Diego Maradona. Das kann Bobadilla sogar spontan auf Deutsch bestätigen: "Maradona, das ist klar". Wie gesagt, von Integrationsschwierigkeiten keine Spur.

Barnabas Szöcs




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