Zusammenfassung

  • Mandela Mbouhom wurde bereits im Alter von neun Jahren entdeckt

  • Nach Stationen in Barcelona, Valladolid und Hoffenheim landete er in Frankfurt

  • Dort bekommt Mandela Mbouhom nun seinen ersten Profi-Vertrag

Köln - Der Name Nelson Mandela wird für immer mit dem Triumph der menschlichen Stärke über Unglück und Unrecht verbunden sein. Dass Glaube und Beharrlichkeit auch im Fußball ihre Früchte tragen, zeigt nun die Geschichte eines Namensvettern des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers.

>>> Alle offiziellen Wechsel: Der Bundesliga-Transfermarkt

Fast vier Jahre ist es nun bereits her, dass Südafrikas erster schwarzer Präsident seine letzte Ruhe fand. Doch bereits vorher stand der Name Nelson Mandela für einen schier unbändigen Glauben an das Gute. Für Menschen aller Kontinente ist der ehemalige südafrikanische Präsident ein Vorbild und ein Symbol dafür, niemals aufzugeben - auch wenn das Leben einem manchmal große Steine in den Weg legen sollte.

Für diese Einstellung ist auch Nelson Mandela Mbouhom ein strahlendes Beispiel. Der Namensvetter des afrikanischen Friedensnobelpreisträgers ist gerade einmal 18 Jahre alt und hat nun seinen ersten Profi-Vertrag bei Eintracht Frankfurt unterschrieben. Für Mandela ist es der vorläufige Höhepunkt einer noch jungen Karriere, die durch gebrochene Versprechen und Bürokratie immer wieder ins Stocken geraten war.

Erst Barcelona, dann Valladolid

Geboren in Kamerun machte sich Mandela schon früh auf, um seinen großen Traum irgendwann Profi-Fußballer zu werden, wahr zu machen. Und der Start hätte für den damals Neunjährigen kaum besser verlaufen können. Über die Samuel Eto’o Stiftung wurde ein Talentscout auf Mandela aufmerksam und bot ihm einen Platz in der berühmten Nachwuchsakademie „La Masia“ des FC Barcelona an - der Traum schien in greifbarer Nähe.

Zwei Jahre später drohte er allerdings schon wieder zu platzen - die Erwartungen in der katalanischen Hauptstadt waren einfach zu groß. Und so stand Mandela da - 5.550 Kilometer von zuhause entfernt und auf der Suche nach einem neuen Verein. Ein brutaler Reality-Check für den erst Elfjährigen.

Doch sein Weg sollte weiter gehen. Real Valladolid hatte Interesse und holte Mandela in die Nachwuchsabteilung des Clubs. Doch schon schnell danach ging es weiter nach Frankreich, wo Mandela mit seinem älteren Bruder zusammenlebte. Kurz gab es Hoffnung auf ein Probetraining beim französischen Top-Club Paris Saint Germain - doch auch daraus wurde nichts.

„Da habe ich komplett den Glauben verloren“, erinnert sich Mandela heute an die schwierige Zeit. „Zu viele Leute probierten mich für ihre Zwecke zu benutzen.“ Dennoch machte der Jungspund unbeirrt weiter und buchte sich ein Ticket nach Mannheim. Nach einer kurzen Übergangsphase bei der TSG Hoffenheim landete Mandela schließlich unter den Fittichen von Armin Kraaz im nahen Frankfurt.

Über Hoffenheim nach Frankfurt

„Wir konnten alle sehen, dass der Junge richtig gut spielen konnte“, erinnert sich der Leiter der Leistungszentrums von Eintracht Frankfurt heute an die ersten Trainingseindrücke vom blutjungen Afrikaner. Und das tat Mandela dann auch. In der U15-Mannschaft der Eintracht blühte er regelrecht auf, erzielte unter anderem einen Hattrick gegen Bayern München und holte mit den Hessen die Süddeutsche Meisterschaft.

>>> Die Sommerfahrpläne der Bundesligisten

Was das Sportliche angeht, schien der ehemalige Barcelona-, Valladolid- und Hoffenheim-Nachwuchskicker endlich angekommen zu sein. Doch es sollte nicht lange dauern, bis ihm das Aufenthaltsrecht Probleme bereiten sollte. „Die Behörden leiteten Ermittlungen ein und die Geier begannen zu kreisen“, kommentiert Kraaz die damaligen Wirrungen. „Ich war wütend.“

Mandela, damals immer noch nur 15 Jahre alt, spielte ein volles Jahr nicht mehr für Frankfurt. Der Traum schien auf Eis gelegt zu sein. Doch dann sollte das Schicksal einmal auf Mandelas Seite sein - er durfte wieder spielen. Nach seiner Rückkehr landete er zunächst in der U17-Mannschaft der Eintracht, wenig später folgte dann bereits der Schritt in die U19. Dort gelangen Mandela in der vergangenen Saison starke acht Tore in 14 Einsätzen. Pünktlich zum 18. Geburtstag gab es dann auch die Arbeitserlaubnis - einer Zukunft in Deutschland stand nichts mehr im Wege.

"Fühle mich in Frankfurt absolut zuhause"

„Ich bin sehr glücklich, diese Möglichkeit zu bekommen“, erklärte Mandela nachdem er seinen ersten Profi-Vertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren unterzeichnet hatte. “Ich fühle mich in Frankfurt absolut zuhause und ich will meinen Beitrag zu diesem fantastischen Team leisten. Dass ich die Vorbereitung komplett mitmachen darf, macht mich stolz.“

Auch wenn der in Douala geborene Mandela keinerlei familiäre Bande zu seinem berühmten Namensvetter hat - Hingabe, Mut und der Glaube daran, niemals aufgeben zu dürfen, verbinden ihn mit dem großen Madiba. Ein Gewinner zu sein, das hieß für den großen Politiker schließlich „ein Träumer, der niemals aufgibt“ zu sein - eine bessere Beschreibung für Frankfurts neuen Profi lässt sich doch kaum finden.

Quiz: Teste Dein Wissen!