Mönchengladbach - Die Lage ist prekär, doch aufgegeben wird bei den "Fohlen" nicht. Durch die 0:1-Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern hat Borussia Mönchengladbach den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen vorerst verloren.

Warum er trotzdem auf den Klassenerhalt hofft, erklärt Abwehrspieler Martin Stranzl im Interview.

Frage: Herr Stranzl, nach zwei Heimsiegen in Folge hat die Borussia die große Chance verpasst, gegen einen direkten Konkurrenten zu punkten. Warum hat es nicht gereicht?

Martin Stranzl: Wir hatten uns sehr viel vorgenommen und haben in der ersten Halbzeit läuferisch und kämpferisch großen Aufwand betrieben. Gegen eine kompakte Lauterer Mannschaft war es aber oftmals sehr schwierig, Druck aufzubauen. Wir hatten Probleme, uns Chancen herauszuspielen. Oft hat der entscheidende Pass gefehlt. Kaiserslautern hat so gespielt, wie wir es erwartet hatten. Dicht gestaffelt, konterstark und gefährlich bei Standardsituationen. Ausgerechnet aus einer solchen Standardsituation bekommen wir dann sehr unglücklich das Gegentor.

Frage: Beim Tor sieht Logan Bailly nicht gut aus. Wie geht die Mannschaft damit um?

Stranzl: Von den Spielern gibt es keine Vorwürfe. Wir gewinnen als Mannschaft und wir verlieren als Mannschaft. Er hat gegen Bremen am letzten Spieltag überragend gehalten. Am Torwart lag es nicht. Logan ist Profi genug, um zu wissen, was da heute passiert ist. Er wird sich da wieder rausziehen.

Frage: Warum hatte Gladbach nach dem Rückstand nicht mehr viel entgegen zu setzen?

Stranzl: Wir haben wirklich alles versucht. Wir haben ja vorher schon sehr aufwändig gespielt. Wenn man dann in einer solchen Phase des Spiels in Rückstand gerät, ist es schwierig zurückzukommen. Es haben uns letztlich in den entscheidenden Situationen etwas Überzeugung und Glück gefehlt. Lautern hat in der Schlussphase zudem clever gespielt.

Frage: Haben Sie damit bereits den Klassenerhalt verspielt?

Stranzl: Nein, solange rechnerisch noch alles möglich ist, dürfen wir nicht aufhören, weiter an uns zu glauben. Wir müssen weiter arbeiten. Nach einem solchen Spiel fällt es natürlich schwer, weil die Enttäuschung sehr groß ist.

Frage: Auch bei den Fans. Haben Sie Verständnis für die Pfiffe nach dem Spiel?

Stranzl: Die Fans wollten uns zum Sieg pushen. Es ist klar, dass sie nun enttäuscht sind und ihren Frust loswerden wollen. Das müssen wir annehmen, aber trotzdem unsere Köpfe oben behalten.

Frage: Nach dem Sieg gegen Hoffenheim und dem Punkt in Bremen hatte man das Gefühl, dass nun die dringend benötigte Serie möglich gewesen wäre. Haben sie eine Erklärung dafür, dass es wieder nicht dazu gekommen ist?

Stranzl: Das zieht sich wirklich durch die ganze Saison. Wir müssen das Spiel in Ruhe analysieren. Dafür haben wir durch die Länderspielpause nun zwei Wochen Zeit. Dort gilt: arbeiten, arbeiten, arbeiten und dann wieder angreifen.

Frage: Was rechnen Sie sich danach bei den Bayern aus?

Stranzl: Bei den Bayern haben wir absolut nichts zu verlieren. Meiner Meinung nach können wir dort völlig befreit aufspielen. Das ist in unserer Situation natürlich schwierig, aber es muss in die Köpfe rein. Solange die Chance auf den Klassenerhalt besteht, müssen wir unsere Möglichkeiten nutzen. Mit uns rechnet eigentlich schon seit Saisonbeginn niemand mehr, das könnte auch in München unserer Vorteil sein.

Aus Mönchengladbach berichtet Markus Hoffmann