Die größte Rückrundenaufholjagd der Bundesliga-Geschichte; das beste Sturmduo der Bundesliga-Geschichte; eine der dicksten Überraschungen in 46 Jahren Bundesliga: Der VfL Wolfsburg hat im Fußballjahr 2009 eindeutig die Schlagzeilen bestimmt. Aber keinesfalls unbemerkt hatten auch die anderen 17 Mannschaften einen großen Anteil an einer der spannendsten Spielzeiten der Liga-Historie.

Und dann gibt es noch jede Menge Zahlen und Fakten, die ebenso ihren Platz in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußballs verdienen wie der Titelkampf, das Rennen um die internationalen Plätze, der Abstiegskampf und die Rückkehr der Relegation. Wer spielte die meisten und wer die wenigsten Minuten? Wer war der Einwechselkönig der Saison und welches Team hat die meisten Spieler eingesetzt? bundesliga.de nennt die buntesten Fakten zur Saison 2008/09.

Dauerläufer: 470 unterschiedliche Spieler kamen in der abgelaufenen Saison zum Einsatz - neun davon waren für zwei verschiedene Clubs am Ball. Von den 470 Profis bewiesen sich aber nur fünf als Ironmen". Andrea Barzagli (Wolfsburg), Dennis Eilhoff (Bielefeld), Jens Lehmann (Stuttgart), Frank Rost (HSV) und Gerhard Tremmel (Cottbus) verpassten keine der 3060 Saisonminuten. Auffällig: Weltmeister Barzagli ist der einzige Feldspieler, der jedes der 34 Saisonspiele von der ersten bis zur letzten Minute bestritten hat!

Kurzarbeiter: Frankfurts Alexander Krük stand nur eine Minute auf dem Feld. Tobias Nickenig erging es ebenso, ehe er in die Schweiz wechselte. Auch Leverkusens Dmitri Bulykin verließ nach nur einer gespielten Saisonminute die Bundesliga. Sieben Minuten spielte Stuttgarts Marijan Kovacevic gegen Bremen. Dabei kam er als einziger Profi in der Saison 2008/09 zu keinem einzigen Ballkontakt.

Der dreifache Boateng: Schmidts, Müllers und Schulzes gibt es überall in Deutschland. In der Bundesliga tauchte auch der Name Boateng häufig auf: drei Mal - bei drei unterschiedlichen Clubs. Allerdings gab es nur zwei Spiele, in denen zwei Boatengs gleichzeitig auf dem Platz standen. Dortmunds Kevin-Prince besiegte am 27. Spieltag seinen Kölner Namensvetter Derek Owusu im SIGNAL IDUNA Park mit 3:1 und im nächsten Heimspiel seinen Bruder Jerome (HSV) mit 2:0.

Immer von der Bank: Eine eher kuriose Bestmarke stellte Berlins Valeri Domovchiyski auf. 25 Mal wurde der Bulgare nämlich eingewechselt. Kein einziges Mal spielte er in der ersten Halbzeit, geschweige denn von Beginn an. Im Schnitt stand Domovchiyski pro Einsatz knapp über 13 Minuten auf dem Platz.

Fünf Mal fünf auf einen Streich: In gleich fünf Partien schoss Werder Bremen fünf Tore. Gleich zwei Mal besiegten die Hanseaten Frankfurt mit 5:0. Dazu kamen 5:4- beziehungsweise 5:1-Heimsiege gegen Hoffenheim und Hertha und der legendäre 5:2-Triumph bei den Bayern. Auch im Pokal holte Werder einen "Fünfer". 5:2 siegte Bremen in Wolfsburg - die einzige Pflichtspielniederlage der "Wölfe". Warum es dennoch nur zu Platz 10 in der Bundesliga reichte? In den sechs Partien gegen die späteren Absteiger holte Werder nur magere vier Pünktchen.

Immer wieder ein neuer Name: 34 verschiedene Spieler und damit ligaweit die meisten setzte Borussia Mönchengladbach ein. Der einzige Gladbacher, der an allen Spieltagen zum Einsatz kam, war Karim Matmour. Nur je einen Einsatz verzeichneten Frederic Löhe, Sebastian Schachten und Sharbel Touma.

Viele Schützen sichern die Klasse: Die Gladbacher "Fohlen" hatten außerdem die meisten Torschützen (16) aller Bundesligisten. Allerdings traf keiner davon öfter als sieben Mal (Rob Friend). Alle anderen Teams hatten mindestens einen Spieler mit mehr Saisontoren.

Punkt(un)genau: Hoffenheim überraschte als Herbstmeister. Doch noch mit einem anderen Fakt hatten die Kraichgauer die Nase vorn. Sechs verschiedene Strafstoßschützen schickte der Aufsteiger zum Elfmeterpunkt - ligaweit die meisten. Während Francisco Copado, Carlos Eduardo, Selim Teber (je ein Elfer) und Vedad Ibisevic (zwei) verwandelten, verschoss Boubacar Sanogo seinen Elfer. Sejad Salihovic traf bei drei von vier Versuchen.

Kein Zielwasser: Ein Versuch vom Elfmeterpunkt hätte sicher auch Marcel Schäfer geholfen. Der Wolfsburger Abwehrspieler traf bei 40 Schüssen kein einziges Mal. Kein anderer Spieler, der so oft aufs Tor schoss, ging leer aus. Zum Vergleich: Jiri Stajner vom Rivalen Hannover kam nur 37 Mal zum Abschluss - schoss jedoch acht Tore. Zum Glück hatte Schäfer ja noch Grafite und Edin Dzeko in seinen Reihen...

Dominantes Unentschieden: Ganz besonders ungewöhnlich verlief die Partie der Dortmunder in Hannover am 24. Spieltag. Die Borussia gewann an jenem Nachmittag 69 Prozent ihrer Zweikämpfe - Höchstwert in allen Saisonspielen. Dennoch verspielte der BVB eine 2:0- und eine 4:2-Führung und musste sich am Ende mit einem 4:4 begnügen.

Ein ganz zahmer "Wolf": Der fairste Feldspieler der abgelaufenen Saison war Halil Altintop. Der Schalker Angreifer sah in 2041 Minuten nur eine einzige Gelbe Karte und beging lediglich 13 Fouls. Fairer war nur noch Diego Benaglio. Wolfsburgs Keeper kam in 2788 Minuten ohne Karte und Foulspiel aus. Und so spricht man am Ende doch wieder über die "Wölfe"...