München - Heute Tabellenkeller, morgen Mittelfeld, übermorgen Europa: Nie konnte man so schnell durch die Bundesliga marschieren wie im Moment. Den VfL Wolfsburg auf Platz 14 beispielsweise trennen nur zwei Siege vom internationalen Geschäft: Nur sechs Punkte stehen zwischen den "Wölfen" und Rang 6.

Und alles wegen dem FC Bayern. Der Vorjahres-Vize macht in dieser Saison keine halben Sachen, dominiert die Liga und hat bereits jetzt elf Punkte Vorsprung auf den Rest. Die Verfolgerrolle weisen dabei sowohl Leverkusen, das elf Punkte dahinter liegt, als auch Dortmund und Schalke weit von sich. Der Rekordmeister scheint durch, das Titelrennen entschieden. "Nur wir selbst können uns noch stoppen", sagen Kapitän Phillip Lahm und Torjäger Mario Gomez unisono. Genauso zeichnet sich ab, wer womöglich den Gang in die 2. Bundesliga angehen muss: Der FC Augsburg und Greuther Fürth haben bereits zehn Zähler Rückstand auf Platz 15. Langweilige Liga?

SC Freiburg in der Champions League?



Im Gegenteil. Das Tabellenmittelfeld ist so ausgeglichen wie nie. Die "Großen" wie Dortmund oder Schalke liegen in Schlagdistanz der halben Liga und können sich ihres Champions-League-Platzes, den S04 im Moment gar nicht inne hat, alles andere als sicher sein. Für die "Kleinen" wie Mainz oder Freiburg war es vielleicht noch nie so einfach, ins internationale Geschäft einzuziehen. Die Breisgauer zum Beispiel liegen nur vier Zähler hinter einem direkten Champions-League-Rang (hier geht's zum Tabellenrechner).

Und auch für Teams wie Wolfsburg, die den eigenen Erwartungen derzeit noch etwas hinterherhinken, ist der Zug nach Europa noch längst nicht abgefahren. Gerade am VfL, der mit 19 Zählern nun nicht gerade eine Katastrophensaison spielt, lässt sich dies festmachen: Die Niedersachsen sind punktemäßig der beste Tabellenvierzehnte nach 16 Spieltagen seit Einführung der Drei-Punkte-Regel. Dazu passt es, dass Leverkusen punktemäßig der schlechteste Tabellenzweite desselben Zeitraums ist. Die Liga ist eng!

2003: Wege der Mittelfeldteams trennen sich



Doch "so eng wie nie" passt nicht ganz: 2002/03 betrug der Abstand zwischen dem Tabellenzweiten Dortmund und Hansa Rostock auf Rang 14 ebenfalls nur elf Punkte. Besonders spannend ging es - wie aktuell - im Rennen um Europa zu. Den Tabellenfünften VfB Stuttgart, 1860 München, den Hamburger SV, Hertha BSC, Wolfsburg, den VfL Bochum und den Tabellenelften Arminia Bielefeld trennten nur drei Punkte. Heute liegen Schalke, Stuttgart, Hamburg, Borussia Mönchengladbach, Freiburg, Hannover und Mainz innerhalb von zwei Zählern zwischen Platz 5 und 11.

Weder Stuttgart noch die Arminia beendeten die Saison übrigens im Mittelfeld. Aus drei Punkten Abstand wurden am Ende satte 23. Die Ostwestfalen stiegen ab - und die Schwaben wurden hinter den Bayern Vizemeister.