Köln - Um die Fanarbeit in der Bundesliga und 2. Bundesliga noch weiter auszubauen, trafen sich die Fanbeauftragten der 36 Proficlubs zu ihrer Vollversammlung in Köln. In Workshops wurde unter anderem über eine intensivere Vernetzung der Fanarbeit, eine Verbesserung im Reisemanagement für die Fans sowie den Kampf gegen rechtsradikale Strömungen diskutiert.

"Deutschland ist in Sachen Fans und Stimmung Vorreiter in Europa" - mit diesen Worten hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralph Jäger erst kürzlich die Fankultur in Deutschland gelobt. Ein wesentlicher Faktor für die lebendige und einzigartige Fankultur in deutschen Stadien ist die professionelle Fanbetreuung, die als Teil der Lizenzierungsvoraussetzungen für alle 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga verbindlich ist. Um dieser Vorreiterrolle auch in Zukunft gerecht zu werden, trafen sich 65 Fanbeauftragte der Proficlubs Anfang Dezember in Köln zu ihrer in Kooperation mit der DFL Deutsche Fußball Liga organisierten Vollversammlung.

Schmadtke: "Schwierige, komplizierte Aufgabe"

Kölns Geschäftsführer Sport, Jörg Schmadtke, begrüßte die Teilnehmer im Logenbereich der Osttribüne des Rhein-Energie-Stadions und lobte ihren wichtigen Einsatz in der Kommunikation mit den Fans. "Sie haben eine schwierige und komplizierte Aufgabe, weil Sie sich häufig im Spannungsfeld verschiedener Gruppen befinden. Ihre Arbeit ist extrem wichtig, um den Dialog zwischen allen Beteiligten aufrechtzuerhalten", betonte Schmadtke die Bedeutung der Fanbeauftragten und fügte an: "In den vergangenen Jahren sind viele Dinge dank Ihrer Arbeit besser geworden."

In Workshops wurden anschließend verschiedene für die Fanbetreuung relevante Themen besprochen. "Die Herausforderungen an uns sind größer geworden. Wir werden neue Wege gehen müssen, um unsere Arbeit weiterzuentwickeln und zu verbessern", erklärte Lars Schnell, Fanbeauftragter von Union Berlin, die Ziele der Gruppendiskussionen, in denen die 65 Fanbeauftragten am ersten Tag Visionen und Ideen für eine optimale Strukturierung und Vernetzung der Fanarbeit entwickelten.

Verbesserung des Reisemanagements für Fans

Am zweiten Tag standen drei aktuelle Herausforderungen der Fanarbeit im Mittelpunkt: Wachsamkeit gegen rechtsradikale Strömungen, eine Verbesserung des Reisemanagements für Fans und ein fruchtbarer Austausch im Fandialog. Neben dem Erfahrungsaustausch der verschiedenen Clubs wurden auch Wege aufgezeigt, wie mögliche Probleme in Zukunft angegangen werden könnten.

An beiden Tagen arbeiteten die Teilnehmer in kleineren Gruppen. Julia Ebert, Fanbeauftragte des SV Werder Bremen und als Mitglied der AG Vollversammlung an Planung und Durchführung beteiligt, erklärte, warum sich die Fanbeauftragten gemeinsam für dieses Modell und gegen frontale Vorträge entschieden haben: "Die Aufteilung in verschiedene Workshops ermöglicht stringentes und lösungsorientiertes Arbeiten. Dieses Konzept hat sich jetzt bereits zum zweiten Mal bewährt", zieht Ebert ein positives Fazit der Veranstaltung.

Ben Kandler, Referent Fanangelegenheiten der DFL, bereitete die Veranstaltung gemeinsam mit der AG Vollversammlung vor und führte als Moderator durch die Tagung. Er konnte viele wichtige Erkenntnisse mit nach Hause nehmen. "In allen Workshops wurden Ergebnisse und Ideen produziert, an denen wir jetzt weiterarbeiten. Wir haben Hausaufgaben mitbekommen", erklärt Kandler. Hausaufgaben, die dazu beitragen, dass die Bundesliga auch weiterhin Vorreiter der Fankultur bleibt.

Florian Reinecke