Noch 360 Minuten! Noch vier Spiele. Noch zwölf Punkte sind zu vergeben. "Wir werden das Maximum herausholen", verspricht Dortmunds Nuri Sahin vor der Partie gegen 1899 Hoffenheim (Sonntag ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) und sagt: "Alle Daten und unsere Körper zeigen: Wir sind zu 100 Prozent fit!"

Nach Bayer Leverkusen (3:0) und Werder Bremen (2:1) wollen die Borussen den nächsten Gegner überrollen, der das Format zu einem Spitzenteam hat, wenngleich dies in der Rückrunde noch nicht so zu sehen war.

Klopp erwartet das "Gegenteil von einem leichten Spiel"

"Von Boxern haben wir gelernt, dass ein angeschlagener Gegner doppelt gefährlich ist", mahnt Präsident Dr. Reinhard Rauball. Die Mannschaft solle sich nicht von der Rückrundentabelle, die Hoffenheim auf Rang 17 notiert, "leiten lassen, sondern den Gegner so sehen, wie er in der Hinrunde der letzten Saison gespielt hat".

Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp erwartet das "Gegenteil von einem leichten Spiel" nachdem in der zurückliegenden Woche beim Vorjahres-Herbstmeister "das Innerste nach außen gekehrt" worden sei: "Wir treffen auf einen Gegner, der vielleicht nicht mit der maximalen Sicherheit, aber mit hoher Motivation antritt."

Die Dortmunder wollen nach der 0:1-Niederlage gegen Mainz im Kampf um Platz 3 wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Mit "Respekt, aber ohne Angst" werde man dem Kontrahenten begegnen, "wir wollen unseren Fußball spielen, das zeigen, was uns stark macht", sagte Klopp. Schnelles Umschalten nach Balleroberung ist eine der Tugenden, die gegen einen bestimmt nicht destruktiv auftretenden Gegner zum Tragen kommen soll.

Owomoyelas Einsatz fraglich

Klopp setzt zudem auf den Doppelpass mit dem Publikum: "Wir sind in unserem Stadion, die Leute werden uns bedingungslos unterstützen, und wir wollen von der ersten Sekunde an zeigen, dass gegen uns in einem Heimspiel nichts zu holen sein wird."

Personell ist die Lage angespannt, insbesondere auf der rechten Abwehrseite. Patrick Owomoyela konnte wegen einer Adduktorenzerrung die ganze Woche nicht trainieren. Erst am Donnerstag wagte der Top-Torvorbereiter einen Trainingsversuch. Sollte Owomoyela nicht spielen können, kommt Julian Koch zu seinem ersten Einsatz von Beginn an, denn Marcel Schmelzer, der beide Abwehrseiten besetzen kann, fehlt Gelb-gesperrt. Kapitän Sebastian Kehl ist aufgrund seines Muskelfaserrisses zum Zuschauen verurteilt.

Rangnick erwartet Reaktion seines Teams

In Hoffenheim diktierten nach der Sieglosserie von sechs Spielen in dieser Woche andere Themen das Tagesgeschäft. "Es wurde viel geredet. Jetzt bin ich froh, wenn wir am Sonntag endlich wieder auf dem Platz stehen und Fußball spielen. Wir brauchen die drei Punkte, damit endlich Ruhe ist", freut sich 1899-Verteidiger Christian Eichner schon jetzt auf den Anpfiff der Begegnung.

Cheftrainer Ralf Rangnick hofft auf eine Reaktion seiner Mannschaft: "Die Jungs müssen am Sonntag die Antwort geben und zeigen, in welche Richtung es gehen soll und dass sie in der Lage sind, als Team zu bestehen." Dafür wurde in dieser Woche im Training viel Wert auf Team bildende Trainingsformen und Aggressivität gelegt. Aggressivität ist auch am Sonntag gefragt, denn Rangnick weiß um die Stärken der Borussia. "Die Dortmunder attackieren ständig, machen Druck und schalten gut um", sagt Rangnick über den Viertplatzierten.

Torhüter Timo Hildebrand könnte am Wochenende wieder das Tor von 1899 hüten, nachdem er am Donnerstag und Freitag ohne Probleme wieder am Mannschaftstraining teilnehmen konnte. Kapitän Per Nilsson (Innenband) sowie Matthias Jaissle, Isaac Vorsah und Demba Ba fehlen weiterhin. Vorsah steht jedoch vor einer Rückkehr ins Mannschaftstraining. Gleich drei Hoffenheimern droht bei der fünften Gelben Karte eine Sperre fürs Spiel gegen den Hamburger SV: Vedad Ibisevic, Andreas Ibertsberger und Eichner sahen bisher je vier Mal Gelb.

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