Ein Hammerlos im Halbfinale und einen hartnäckigen Virus in der "Kleiderkammer": Bei Bayern München hielt sich nach dem schwer erkämpften 6:2 (1:2) im Pokal-Viertelfinale gegen Zweitligist SpVgg Greuther Fürth die Freude in Grenzen.

Doch weniger das brisante Duell mit Schalke 04 und Felix Magath auf dem Weg zum 15. Pokal-Titel als vielmehr ein grassierender Magen-Darm-Virus beschäftigte Trainer Louis van Gaal, nachdem der deutsche Rekordmeister nach wie vor auf drei Hochzeiten tanzt.

Virus legt Bayern-Spieler flach

"Wir haben einen Virus in der Kleiderkammer. Das ist vor den anstehenden englischen Wochen und den wichtigen Spielen gegen Dortmund und Florenz schlecht", sagte van Gaal vor der Bundesliga-Partie am Samstag gegen Borussia Dortmund und dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am kommenden Mittwoch gegen den AC Florenz.

Beim "Schneewalzer" gegen Fürth musste der Niederländer schon auf die angeschlagenen Daniel van Buyten, Jörg Butt und Andreas Görlitz verzichten. Kurz vor der Pokal-Partie meldeten sich dann auch noch Ivica Olic und Danijel Pranjic mit Magenproblemen krank. Und van Gaal mutmaßte, "dass in der kommenden Woche noch mehrere Spieler dazukommen".

Ribery: "Es hat Spaß gemacht"

Auf einen erneuten Rückschlag vor allem bei Franck Ribery kann van Gaal aber getrost verzichten. Zumal der 26-Jährige gegen Fürth erstmals seit über vier Monaten wieder in der Startformation stand. "Ich bin zufrieden und fühle mich immer besser. Es hat Spaß gemacht, auch wenn es sehr kalt war", sagte Ribery, der allerdings über seine Auswechslung in der 73. Minute "etwas traurig" und "überrascht" war.

Missstimmung wollte der emotionale Franzose deswegen aber nicht aufkommen lassen, auch wenn er beim Gang vom Spielfeld vehement den Kopf schüttelte. Er könne die Entscheidung verstehen, "wir haben in den nächsten Wochen jeden dritten Tag ein Spiel".

Harte Worte von Louis van Gaal

Man dürfe nicht vergessen, "dass Franck in den letzten Monaten nur zwei Mal über 90 Minuten gespielt hat", verteidigte van Gaal seine Maßnahme, "außerdem brauchen wir ihn gegen Dortmund und die Fiorentina. Ich hoffe, dass er gegen Florenz von Beginn an spielen kann."

Genauso wird der Niederländer darauf hoffen, dass sich sein Team gegen die Italiener nicht erneut so präsentiert wie 45 Minuten lang bei dichtem Schneetreiben gegen Fürth. Über die Leistung seiner umgekrempelten Mannschaft sei er wie schon beim 3:1 in Wolfsburg am vergangenen Samstag "sehr böse" gewesen, sagte van Gaal. Stürmer Mario Gomez berichtete "von Staunen und harten Worten in der Kabine".

"Nicht in der Situation, überheblich zu sein"

Die deutliche Ansprache war auch bitter nötig, da die Münchner nach dem frühen 1:0 durch Thomas Müller (5.) fortan ihren Dienst ohne Engagement und Aggressivität verrichteten. Christopher Nöthe (10.) und Sami Allagui (40.) bestraften die sorg- und planlosen Bayern.

Von Arroganz wollte Kapitän Mark van Bommel aber nichts wissen. "Wir sind nicht in der Situation, um überheblich zu sein. Wir haben noch nichts gewonnen", betonte der Niederländer. Man habe in der ersten Hälfte eben nur "jedes Mal die falsche Lösung gewählt". Sportdirektor Christian Nerlinger überkam deshalb schon "ein bisschen Angst" vor der Blamage.

Van Gaal: Fürth vor der Pause "überragend"

Die war aber unbegründet, da die Münchner nach der Pause auf dem seifigen Untergrund besser in Tritt kamen. Nach Treffern von Arjen Robben per Handelfmeter (58.), Ribery (61.), Philipp Lahm (64. ), erneut Müller (82.) und Allagui per Eigentor (89.) waren die Verhältnisse schnell wieder zurechtgerückt. Für van Gaal war dieses klare Resultat aber "ein bisschen übertrieben", zumal Fürth in der ersten Hälfte "überragend" gespielt habe.

So stand für den Zweitligisten laut Präsident Helmut Hack letztendlich "ein brutales Ergebnis" - und für den FC Bayern die 21. Halbfinal-Teilnahme. Allerdings wartet nun auf dem Weg nach Berlin mit Schalke und Ex-Bayern-Coach Magath noch ein harter Brocken auf den FC Bayern. Dennoch meinte Nerlinger: "Das Finale ist greifbar."