Köln - Der Abstiegskampf zieht die Fans am entscheidenden 34. Bundesliga-Spieltag in seinen Bann. Für den VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt sind jeweils alle drei Szenarien möglich: der direkte Klassenerhalt über Platz 15, das Erreichen der Relegationsspiele sowie der Abstieg in die 2. Bundesliga.

In der harten Bundesliga-Realität sprechen der 17. Tabellenplatz und der Trend am deutlichsten gegen die Frankfurter Eintracht. Aber auch virtuell sieht es vergleichsweise nicht besonders erfreulich für die Hessen aus. Denn die virtuellen Leistungen der Adlerträger lassen im Offiziellen Bundesliga Manager (OBM) ebenfalls nach.

Virtueller Gekas baut ab

Theofanis Gekas verdeutlicht die OBM-Misere eindrucksvoll. Zählte der Eintracht-Stürmer in der Hinserie noch zu den zuverlässigsten Knipsern im Managerspiel, so baut der Grieche aktuell von Spieltag zu Spieltag ab. Am 29. OBM-Durchgang traf Gekas noch in 49 Prozent seiner Einsätze, doch am 33. Spieltag waren es nur 42 Prozent.

Die Konkurrenz aus Mönchengladbach steht im Angriff allerdings noch schlechter da. Borussias bester OBM-Stürmer heißt Mo Idrissou und war zuletzt in nur 32 Prozent seiner Begegnungen erfolgreich. Wolfsburgs Patrick Helmes gelang immerhin eine Quote von 44 Prozent.

Frankfurter verletzungspech

Ein weiteres Eintracht-Dilemma offenbart sich in der Abwehr. Durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Georgios Tzavellas und Maik Franz verlor die Eintracht seine zuletzt virtuell besten Verteidiger. Und so landete Marco Russ am 33. OBM-Spieltag als bester Frankfurter Abwehrspezialist lediglich auf Platz 53. Vor Russ platzierten sich aber fünf Wolfsburger und drei Gladbacher Verteidiger!

Im Mittelfeld hat der VfL Wolfsburg in Diego seinen herausragenden Spieler, der am Wochenende als Sechsbester im OBM abschnitt. In diesem Mannschaftsteil überzeugt Frankfurt mit einer recht großen Leistungsdichte um Spieler wie Alex Meier, Pirmin Schwegler oder Patrick Ochs. Die Borussia kann in Marco Reus quasi nur einen ganz starken Mittelfeldspieler dagegensetzen.

"Grau, teurer Freund, ist alle Theorie"

Bei der Wahl des Torhüters hat Gladbachs Cheftrainer Lucien Favre vollkommen richtig gelegen: Der 19-jährige Marc-André ter Stegen hat einen wichtigen Teil zur Aufholjagd der Borussen beigetragen. Im OBM muss sich ter Stegen (noch) ganz hinten anstellen. Für den Newcomer reichte es am letzten Spieltag nur zu Platz 44 unter allen Keepern. Hier ist der VfL Wolfsburg durch Diego Benaglio (8.) klar im Vorteil. Eintracht-Torhüter Ralf Fährmann erreichte Rang 21.

Die Analyse der Chancen der drei gefährdeten Teams anhand der OBM-Werte bestätigt unterm Strich die Tendenz in der Bundesliga. Eintracht Frankfurt droht die größte Abstiegsgefahr, der VfL aus Wolfsburg hat leichte Vorteile gegenüber dem VfL aus Mönchengladbach. Doch wie schrieb schon der in Frankfurt geborene Johann Wolfgang von Goethe vor mehr als 200 Jahren: "Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum."