Stuttgart - Sein Treffer kurz vor Schluss zum 3:0 gegen den FC Schalke 04 war das Sahnehäubchen auf einen perfekten Samstagnachmittag aus Sicht des VfB Stuttgart. Die Rede ist vom Japaner Shinji Okazaki.

Nach einem halben Jahr in der Bundesliga zieht der japanische Nationalspieler im Interview mit bundesliga.de ein erstes Fazit und gibt sich dabei selbstbewusst und selbstkritisch zugleich.

bundesliga.de: Herr Okazaki, seit Januar tragen Sie nun das Trikot des VfB Suttgart. Wo liegen Ihre Stärken? Und woran müssen Sie noch arbeiten?

Shinji Okazaki: Meine Stärken sind Laufbereitschaft und Beweglichkeit. Diese zwei Dinge sind wichtig. Was ich noch verbessern muss, dass ich diese beiden Stärken dazu nutze, um im Endeffekt noch mehr Tore zu schießen. Und ich muss auch an meinem Zweikampfverhalten arbeiten. Bis zur Ballannahme klappt alles aber schon ganz gut.

bundesliga.de: Sie gaben am 20. Februar ihr Bundesliga-Debüt, mussten aber lange auf ihren ersten Treffer warten? Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Okazaki: Es war für mich frustrierend, dass ich lange keine Tore geschossen habe. Der Trainer hat mir aber vertraut, obwohl ich nicht getroffen habe. Diese Frustration wollte ich mit meinem ersten Tor loswerden.

bundesliga.de: Das ist Ihnen am 7. Mai gegen Hannover 96 dann auch gelungen...

Okazaki: Das erste Tor hat mir Selbstvertrauen gegeben, in der Bundesliga weiter zu machen. Deswegen war das Tor gegen Hannover sehr wichtig für mich.

bundesliga.de: Was schätzen Sie an der Bundesliga?

Okazaki: Es ist unglaublich, dass zu jedem Spiel 40.000 oder 50.000 Zuschauer kommen. In Japan war es auch sehr schön zu spielen, aber dort ist es unvorstellbar, dass so viele Zuschauer zu einem Spiel kommen. Deswegen bin ich auch sehr glücklich hier. Mir gefällt es sehr gut in Deutschland.

bundesliga.de: Wenn Sie die deutsche und japanische Spielweise einmal miteinander vergleichen, wo liegen die Unterschiede?

Okazaki: Während in Japan mehr das Passspiel gepflegt wird, wird in Deutschland immer ganz schneller Fußball gespielt. Es wird immer nach vorne gespielt. Daher ist es auch für die Zuschauer sehr unterhaltsam, weil so viel Tempo im Spiel ist. Es gibt keine langweiligen Phasen im Spiel.

bundesliga.de: Alles andere als langweilig war auch Ihre besondere Begegnung mit einem speziellen Mercedes...

Okazaki: Wir waren im AMG-Werk (Tuning-Werk von Mercedes Benz, Anm.d.Red.) eingeladen. Vorher kannte ich AMG auch gar nicht. Uns wurde alles gezeigt und ich durfte mich sogar mal in ein Auto reinsetzen. Das ist etwas besonderes, was man normalerweise nicht erleben kann.

bundesliga.de: Was fahren Sie für ein Auto?

Okazaki: Ich fahre jetzt auch einen Mercedes. Am Anfang bin ich hier noch nicht Auto gefahren, weil ich es noch nicht gewohnt war, in Deutschland Auto zu fahren. Wenn ich damals schon gefahren wäre, dann hätte ich den Mercedes wohl zu Schrott gefahren (lacht).