Zusammenfassung

  • Herthas Rune Jarstein ist als einziger Keeper 2018/19 noch unbezwungen.
  • Wolfsburgs Wout Weghorst ist schon jetzt ein voller Transfererfolg.
  • Ondrej Duda ist im Jahr drei bei der Hertha endlich angekommen.

Köln – Sowohl der VfL Wolfsburg als auch Hertha BSC sind die Überraschungsteams der noch sehr jungen Saison, denn beide haben bislang noch keinen Punkt abgegeben. Das wird sich spätestens am 3. Spieltag im direkten Aufeinandertreffen ändern. bundesliga.de erklärt, auf welche Schlüsselduelle es ankommt.

>>> Die Trends des Saisonstarts

Koen Casteels vs. Rune Jarstein

Als einziger Torwart der bisherigen Saison konnte Herthas Rune Jarstein bislang noch nicht bezwungen werden. Der Norweger hielt am 1. Spieltag alle drei Schüsse auf seinen Kasten, inklusive dem Elfmeter von Nürnbergs Mikael Ishak. Und auch am 2. Spieltag war er beim Sieg gegen Schalke in der Schlussphase gleich mehrmals entscheidend zur Stelle. "Respekt vor Runes Leistungen. Er hat in beiden Spielen hervorragend gehalten", lobte auch sein Trainer Pal Dardai.

Aber auch sein Gegenüber Koen Casteels zählt ohne Zweifel zu einem der besten Schlussmänner der Bundesliga. Der belgische Nationaltorwart wurde am 1. Spieltag lediglich durch einen Elfmeter bezwungen, fehlte eine Woche später jedoch, weil er Papa wurde. Doch im Gehäuse der Wölfe ist er absolut unumstritten: Casteels hält im Schnitt, wie auch Jarstein, starke 70 Prozent der Bälle und glänzt wie der Herthaner als Elfmeterkiller (6 von 19 Strafstößen in der Bundesliga gehalten). Darüber hinaus verfügt er aber auch über eine enorm starke Strafraumbeherrschung: 2017/18 fing kein Torhüter mehr Flankenbälle ab. Von seinen Mannschaftskameraden wurde er vor der Saison nicht zu Unrecht zum Vizekapitän gewählt.

Maximilian Arnold vs. Ondrej Duda

Schon im Sommer 2016 galt Ondrej Duda als Königstransfer der Hertha, Verletzungen und Formschwächen sorgten aber letztlich für zwei verlorene Jahre des slowakischen Talents. Nun scheint der 23-Jährige aber so richtig angekommen zu sein: Gegen Schalke war er beim 2:0-Sieg mit einem Doppelpack der Matchwinner und hat damit jetzt schon doppelt so viele Saisontore, wie er zuvor für Hertha in zwei Spielzeiten erzielen konnte. In beiden Spielen stand er über die vollen 90 Minuten auf dem Platz und präsentierte sich auch in der Vorbereitung schon stark.

Video: Valentino Lazaro will mit Hertha hoch hinaus

Ihm gegenüber wird Maximilian Arnold stehen. Der Ur-Wolfsburger hat im neuen 4-3-3 der Wölfe endlich seine Idealposition auf der Acht gefunden, als Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive. Das liegt ihm deutlich besser als die Rolle des reinen Abräumers auf der Sechs, die Arnold in der letzten Saison zumeist ausfüllen musste. Resultat: Dem 24-Jährigen ging zuletzt die einst so gefürchtete Torgefährlichkeit abhanden. Das soll sich nun in etwas offensiverer Position wieder ändern. Bereits beim Auftakt gegen Schalke legte Arnold einen Assist per Ecke auf, aber auch seine starke linke Klebe soll wieder öfter das Netz des generischen Kastens finden.

Wout Weghorst vs. Vedad Ibisevic

Bei den Qualitäten von Vedad Ibisevic müssen wir an dieser Stelle gewiss nicht tiefer ins Detail gehen, der Bosnier ist mit 111 Toren immerhin viertbester Ausländer der Bundesliga-Geschichte (nur Claudio Pizarro, Robert Lewandowski und Giovane Elber trafen öfter). Der Hertha-Kapitän ist derzeit aufgrund der Verletzung und des Trainingsrückstandes von Davie Selke im Berliner Sturm gesetzt. Mit seinen vielen Treffern in der Vorbereitung (bester Hertha-Schütze), seinem sehenswerten Tor im Pokal gegen Braunschweig und dem 1:0-Siegtreffer gegen Nürnberg präsentiert er sich aktuell in einer starken Form.

Weit unbekannter ist da der Niederländer Wout Weghorst. Aber schon jetzt steht fest, dass der VfL Wolfsburg mit dem hoch gewachsenen Mittelstürmer einen richtig guten Transfer gelandet hat. Weghorst kam mit der Empfehlung von 18 Saisontoren in der niederländischen Ehredivisie zu den Niedersachsen und hat sich gleich mal mit dem zwischenzeitlichen 2:1 gegen Leverkusen in die Torjägerliste der Bundesliga eingetragen. Als klassischer Neuner liefert er sich nun ein Stammplatzduell mit Daniel Ginczek, doch momentan hat der niederländische Nationalspieler die Nase vorn, bekam in beiden Partien den Vorzug. "Das sind ganz kleine Nuancen, die für Wout gesprochen haben. Aber ich bin froh, dass wir beide haben", so Trainer Bruno Labbadia über sein Luxusproblem im Angriff.

Karol Herrmann