Wolfsburg - In der Abwehr anfällig, im Angriff äußerst effektiv: Pokalsieger und Vize-Meister VfL Wolfsburg ist mit einem Arbeitssieg in die neue Spielzeit gestartet. Das Team von Trainer Dieter Hecking gewann gegen Eintracht Frankfurt mit einiger Mühe 2:1 (2:1) und feierte nach dem Supercup-Triumph und dem Erstrundensieg im DFB-Pokal auch in der Liga ein Erfolgserlebnis.

Ivan Perisic (13.) und Bas Dost (17.) sorgten dafür, dass auch die beeindruckende Heimserie der Wölfe anhält: Seit nunmehr 23 Ligaspielen und über 17 Monaten ist der VfL in der heimischen Arena unbesiegt. Für die Eintracht traf Stefan Reinartz (19.).

Für Armin Veh endete das Comeback als Eintracht-Coach auf der Bundesligabühne nach 463 Tagen ohne Punkte. Bereits von 2011 bis 2014 hatte er die Hessen trainiert und war nach einem missglückten Engagement beim VfB Stuttgart zur Eintracht zurückgekehrt. 2009 hatte er für ein halbes Jahr auch in Wolfsburg gearbeitet.

Wölfe schlagen gnadenlos zu

Hecking musste zum Bundesligastart auf Stammtorhüter Diego Benaglio (Rückenprobleme), Weltmeister André Schürrle (Oberschenkelprobleme) und Luiz Gustavo (Trainingsrückstand) verzichten. Veh entschied sich für den finnischen Nationaltorhüter Lukas Hradecky als Nachfolger des zu Paris St. Germain gewechselten Kevin Trapp.

Vor 29126 Zuschauern gehörte die Anfangsphase eindeutig den Gästen. Gleich mehrmals kamen die Frankfurter gefährlich vor das Tor von Koen Casteels. Der vermeintliche Führungstreffer von Haris Seferovic (2.) wurde aber zurecht wegen Abseits nicht anerkannt, anschließend retteten die Wolfsburger Verteidiger zweimal in letzter Sekunde. Gegen die früh pressenden und schnell konternden Gäste zeigte sich die VfL-Abwehr anfällig.

Doch dann schlugen die Wolfsburger gnadenlos zu. Nach dem ersten gelungenen Angriff erzielte zunächst Ivan Perisic auf Vorlage von Neuzugang Max Kruse das 1:0 (13.), dann erhöhte Bas Dost nur wenige Minuten später aus kurzer Distanz auf 2:0 (17.). Alles sah zumindest vom Ergebnis her nach einer klaren Angelegenheit aus.

Eintracht gefährlich, aber nicht zwingend genug

Allerdings nicht lange. Die Hessen behielten ihren mutigen Spielstil bei und belohnten sich: Neuzugang Stefan Reinartz köpfte in der unterhaltsamen Partie zum Anschlusstreffer ein (19.). Blass blieb zunächst aber der Wolfsburger Mittelfeldstar Kevin De Bruyne. Zu Ende der ersten Halbzeit sah er nach einer Rangelei mit Carlos Zambrano die Gelbe Karte.

In der zweiten Halbzeit rochierte De Bruyne häufiger in die Mitte der Wolfsburger Mittelfeldreihe, konnte aber weiterhin kaum gefährliche Aktionen einleiten. Dennoch dominierten die Gastgeber nun die Begegnung, ohne sich jedoch größere Tormöglichkeiten zu erspielen. Die Frankfurter blieben durch Konter immer gefährlich, doch auch ihnen fehlte vor dem Tor die entscheidende Konsequenz.

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SID

Spieler des Spiels: Max Kruse

Max Kruse bereitete das 1:0 per Flanke mustergültig für Ivan Perisic vor, auch beim 2:0 war der Neuzugang involviert. Im zentralen offensiven Mittelfeld war der Nationalspieler sehr präsent, lief viel (10,9 Kilometer) und brachte 38 seiner 42 Pässe zum Mitspieler. Zudem gewann er starke 63 Prozent seiner Zweikämpfe.