Zusammenfassung

  • Der VfL Wolfsburg hat beide Spiele der Saison gegen jeweils starke Gegner gewonnen
  • Bruno Labbadias Mannschaft agiert im Gegensatz zur Vorsaison mit energischem Pressing
  • Die neue Qualität im Sturm lässt sich auch an der Statistik ablesen

Köln – In den letzten beiden Jahren konnte sich der VfL Wolfsburg nur über die Relegation in der Bundesliga halten. Doch 2018/19 zeigt die Mannschaft von Bruno Labbadia ein völlig neues Gesicht und steht mit zwei Siegen und voller Punkteausbeute souverän auf dem 2. Tabellenplatz. bundesliga.de nennt fünf Gründe für den Aufschwung der Niedersachsen.

>>>Wolfsburgs Neuzugänge im Fokus

1) Energisches Pressing im neuen System

Vom in der Vergangenheit bevorzugten 4-2-3-1 hat Bruno Labbadia zur neuen Saison auf ein 4-3-3-System umgestellt. Besonders auffällig dabei ist das energische Pressing, das man in dieser Art von den Niedersachsen bislang noch nicht kannte. In einer enorm aufwändigen Spielweise werden die ballführenden Gegenspieler und deren Passoptionen sofort mit mehreren Spielern angelaufen. Keine Mannschaft hat in der noch jungen Saison mehr Gegner bei der Ballannahme in Zweikämpfe verwickelt. Mit Erfolg: Wolfsburgs Gegner, mit Leverkusen und Schalke durchaus Granden der Liga, hatten jeweils deutlich weniger Ballbesitz als der VfL.

2) Rückkehr der Zweikampfmonster

2017/18 kam John Brooks verletzungsbedingt nur auf neun Bundesliga-Einsätze. Ignacio Camacho schaffte gar nur zwei. Nun sind beide die zentralen Figuren für den Aufschwung: Camacho glänzt als Sechser vor den beiden Achtern Maxi Arnold und Josuha Guilavogui mit Abräumerqualitäten, hat beim VfL die meisten Zweikämpfe geführt und starke 63 Prozent seiner Duelle gewonnen. Brooks ist mit einer Quote von 64 Prozent sogar Wolfsburgs bester Zweikämpfer. Der US-Amerikaner konnte sich außerdem am 1. Spieltag gegen Schalke gleich mal in die Torschützenliste eintragen.

Video: Wolfsburgs Sieg gegen Schalke

3) Neue Qualität im Sturm

Lediglich sechs Stürmertore verbuchte Wolfsburg in der Vorsaison – der niedrigste Wert der Bundesliga. Schon jetzt geht der Trend in eine komplett andere Richtung. Der Grund sind die Neuzugänge Wout Weghorst und Daniel Ginczek, zwei klassische Mittelstürmer. Beide haben in den ersten beiden Partien schon getroffen und liefern sich derzeit ein hoch spannendes Stammplatzduell in der Sturmspitze.

4) Viele Großchancen

Die Angreifer werden dabei aber auch deutlich besser in Szene gesetzt als noch im letzten Jahr. Gaben die Stürmer 2017/18 pro Partie im Schnitt nur drei Torschüsse ab, so waren es in den beiden ersten Spielen dieser Runde gleich mal doppelt so viele. Hinzu kommt das Herausspielen von Großchancen, wo Wolfsburg derzeit Spitzenreiter der Liga ist (5). Am Ende zählt natürlich nur, was auch verwertete wird. Und mit einer Quote von 80 Prozent verwandelter Großchancen liegt der VfL deutlich über dem Wert aus der vergangenen Spielzeit (37 Prozent).

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5) Neue Moral

Dass Bruno Labbadia ein guter Motivator ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Nun lässt sich die neue Moral aber auch an den Zahlen ablesen. Während es dem VfL in der Vorsaison als einzigem Team nicht gelang, binnen 34 Spieltagen einen Rückstand zu drehen, schaffte dies die Mannschaft nun direkt in Leverkusen. Und auch auf fremdem Rasen scheint es einen Aufwärtstrend zu geben. 2017/18 schoss der VfL nie mehr als zwei Tore auswärts, in Leverkusen waren es jetzt gleich mal drei.

Karol Herrmann

Video: Wolfsburgs Sieg gegen Leverkusen