Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat seine Talfahrt auch in der Europa League nicht beenden können: Nach zuletzt fünf Niederlagen in der Bundesliga kamen die Schwaben wegen eines späten Gegentores im Sechzehntelfinal-Hinspiel gegen den KRC Genk nicht über ein mageres 1:1 (1:0) hinaus und stehen im Rückspiel am kommenden Donnerstag beim Tabellenvierten aus Belgien vor dem Aus.

Christian Gentner hatte Stuttgart in der 41. Minute in Führung gebracht. Glynor Plet (90.+1) egalisierte in der Nachspielzeit. "In der 90. Minute darfst du kein Tor mehr kassieren. International ist es doppelt bitter", sagte Stuttgarts Abwehrspieler Georg Niedermeier.

Labbadia gab der Mannschaft, die am Samstag gegen Bremen 1:4 verloren hatte, eine Bewährungschance. Der VfB war vor nur 15.200 Zuschauern von Beginn an bemüht, die jüngste Negativserie vergessen zu machen. Die Stuttgarter traten engagiert auf. Es fehlte allerdings meist die spielerische Linie, den Schwaben war in vielen Szenen die Verunsicherung deutlich anzumerken.

Ibisevic und Harnik vergeben die ersten Großchancen



So verhalf ein Patzer von Kalidou Koulibaly dem VfB zur ersten Chance - und die war hochkarätig: Vedad Ibisevic konnte das Geschenk jedoch nicht annehmen und scheiterte bei seinem Alleingang am glänzend reagierenden Laszlo Köteles (15.). Der rettete zudem gegen Martin Harnik (30.). Einen Schuss von Gotoku Sakai ließ der Gäste-Keeper jedoch vor die Füße von Gentner abprallen, der den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie drückte.

Genk verlegte sich in der ersten Hälfte weitgehend aufs Kontern, agierte dabei aber wie der VfB meist zu ungenau. Torjäger und Kapitän Jelle Vossen, der in der belgischen Liga bereits 16 Saisontore erzielt hat, kam dadurch nicht wie gewünscht ins Spiel. Und wenn es für den VfB gefährlich wurde, war Sven Ulreich zur Stelle - so bei einem Kopfball von Elyaniv Barda (16.) oder einem Schuss von Vossen (44.).

Ibisevic verpasst die Vorentscheidung



Nach dem Wechsel blieb der VfB weitgehend spielbestimmend, großer Glanz ging von den Schwaben aber weiter nicht aus. Die beste Möglichkeit hatte Ibisevic (69.). Die Belgier blieben trotz des Rückstands zu passiv, um die Stuttgarter in Bedrängnis zu bringen. Erst in der Nachspielzeit schlug Plet überraschend doch noch zu.


Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist, Gentner - Harnik (57. Okazaki), Torun (46. Holzhauser), Traore (74. Maxim) - Ibisevic

Genk: Köteles - Ngcongca, Simaeys, Koulibaly, Tshimanga - Kumordzi (74. Gorius), Hyland - Buffel, de Ceulaer (83. Joseph-Monrose) - Vossen (68. Plet), Barda

Schiedsrichter: Manuel de Sousa (Portugal)
Tore: 1:0 Gentner (42.), 1:1 Plet (90.+1)
Zuschauer: 15.200
Gelbe Karten: Boka, Niedermeier, Ibisevic -