Zusammenfassung

  • Hannes Wolf arbeitete sieben Jahre als Trainer bei Borussia Dortmund.

  • Mit dem VfB ist er zuhause in diesem Kalenderjahr noch ungeschlagen.

  • Pulisic, Passlack, Mangala und Burnic trainierten unter Wolf in der BVB-Jugend.

Köln - Hannes Wolf trifft am Freitagabend mit dem VfB Stuttgart zuhause auf seine alte Liebe Borussia Dortmund. Der 36-jährige Trainer des VfB war vor seinem Wechsel ins Schwabenland sieben Jahre bei den Schwarz-Gelben tätig. Für Wolf ist es ein Wiedersehen mit alten Freunden.

Hannes, wer? Als der damalige Zweitligist VfB Stuttgart Mitte September 2016 seinen neuen Trainer bekanntgab, wussten wohl nur die Wenigsten etwas mit dem Namen Hannes Wolf anzufangen. Etwa 14 Monate später hat sich das grundlegend geändert, denn Wolf hat sich schnell als Bundesliga-Trainer etabliert und gehört zur neuen jungen Trainer-Generation in der Bundesliga.

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Mit dem VfB erwartet Wolf zum Auftakt des 12. Spieltags am Freitagabend in der Mercedes Benz Arena Borussia Dortmund. Zum ersten Mal nach seinem Wechsel zum VfB trifft er nun als Trainer auf seinen Ex-Verein. "Das ist persönlich natürlich etwas Besonderes. Ich bin mit der Stadt und dem Verein noch verbunden und kenne dort noch einige Leute", sagte der 36-Jährige. Von 2009 bis 2016 arbeitete der gebürtige Bochumer bei den Westfalen und gewann mit dem BVB dreimal die Deutsche Meisterschaft mit den B-Junioren (2014, 2015) und den A-Junioren (2016).

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Klopp holte Wolf zum BVB

Ausgerechnet eine Begegnung mit dem damaligen BVB-Coach Jürgen Klopp brachte die Karriere von Wolf ins Rollen. Bei einer Sportler-Ehrung lernten sich Klopp und Wolf kennen. Wolf hatte bei Klopp Eindruck hinterlassen und dieser holte den damals 28-Jährigen in den Nachwuchs des BVB. "Ohne Jürgen Klopp würde ich hier nicht sitzen", erklärte Wolf bei seiner ersten Pressekonferenz als neuer VfB-Trainer. Insgesamt sieben Jahr leitete Wolf die Geschicke bei den Junioren des BVB. Unter ihm reiften Christian Pulisic, Felix Passlack, Dzenis Burnic oder auch Orel Mangala zu Bundesliga-Spielern heran. Burnic und Mangala lotste Wolf zur neuen Saison dann sogar zum VfB.

>>> Wolf vor dem Duell mit dem BVB im Interview (Ruhr Nachrichten)

Im Sommer feierte Wolf mit dem VfB Stuttgart den Aufstieg in die Bundesliga
Im Sommer feierte Wolf mit dem VfB Stuttgart den Aufstieg in die Bundesliga © gettyimages / Thomas Niedermueller

Als im September 2016 der VfB Stuttgart anfragte, fiel es dem BVB sehr schwer, Wolf ziehen zu lassen. In Dortmund war die Wertschätzung für Wolf enorm. Von Sportdirektor Michael Zorc ("Überragende Arbeit beim BVB") bis zu Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ("Der VfB kriegt ein tollen Trainer, ich bin mir ziemlich sicher, dass sie aufsteigen") wurde er regelrecht mit Lob überschüttet, noch ehe dieser überhaupt die erste Einheit geleitet hatte. 

Watzke sollte recht behalten. Der VfB Stuttgart stieg am Ende der Saison 2016/17 als Meister der 2. Bundesliga auf. Aktuell steht der VfB nach elf Spieltagen auf dem 12. Platz mit 13 Punkten. Dabei holten die Schwaben die gesamten Punkte in der heimischen Arena. Vier Siege und ein Remis - so lautet die Heimbilanz der Schwaben. Gegen den BVB will die Elf von Wolf diese Serie ausbauen. "Unsere Heimstärke ist bemerkenswert und macht uns stolz. Wir sind im gesamten Kalenderjahr zu Hause noch ungeschlagen. Wir sind voll dabei, aber wir haben noch gar nichts erreicht. Unser Ziel ist, sicher die Klasse zu halten", erklärte Wolf in einem Interview mit den "Ruhr Nachrichten".

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Gegen den BVB kann Wolf am Freitag wahrscheinlich wieder auf seinen Kapitän Christian Gentner zurückgreifen. Gentner hatte Mitte September im Bundesligaspiel gegen Wolfsburg bei einem Zusammenprall mit Keeper Koen Casteels schwere Gesichtsverletzungen erlitten und war zweimal operiert worden. Anfang Oktober wurde das Sportverbot aufgehoben, seit gut zwei Wochen trainiert er wieder mit dem Team. Auch Verteidiger Holger Badstuber ist wieder fit und vergrößert die personellen Optionen für den Trainer. Auch der Spanier Santiago Ascacibar steht nach abgelaufener Sperre zur Verfügung. Dagegen fehlt Dzenis Burnic wegen einer Gelb-Rot-Sperre aus dem Hamburg-Spiel.

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"Inhaltlich bereiten wir uns auf einen guten Gegner vor. Wir werden eine Top-Leistung benötigen, ihn zu knacken. Es wird eine große Herausforderung, die wir gerne annehmen", sagte Wolf, der sich auf das Duell mit seinem Ex-Verein besonders freut.

Alexander Barklage