Zusammenfassung

  • Der VfB Stuttgart feiert in Augsburg den ersten Auswärtserfolg der Saison

  • Tayfun Korkut startet mit zwei Siegen und einem Remis in seine Zeit beim VfB

  • Im Abstiegskampf können die Schwaben ein wenig durchatmen

Augsburg – Das Aufatmen beim VfB Stuttgart war nach dem Abpfiff förmlich spürbar: Beim FC Augsburg hatte der Aufsteiger einen knappen 1:0-Erfolg über die Zeit gebracht und damit – man mag es kaum glauben – am 23. Spieltag seinen ersten Auswärtssieg der Saison eingefahren. Durch den umkämpften Triumph im Schwabenduell hält der Aufwärtstrend unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut an, der VfB verschafft sich sogar etwas Luft im Abstiegskampf.

>>> Stuttgart gewinnt Schwabenduell dank Gomez

"Ein großes Kompliment an unsere Mannschaft. Wir haben ein sehr, sehr gutes Auswärtsspiel gemacht", lobte der neue Mann an der Seitenlinie seine Schützlinge, die durch viel Leidenschaft und einen Treffer von Mario Gomez (27.) den ersten Dreier in der Fremde eingefahren und damit die Rote Laterne in der Auswärtstabelle an den 1. FC Köln weitergereicht haben. "Die Mannschaft hat unseren Plan gut umgesetzt. Alle ziehen mit, der Geist in der Mannschaft ist gut. Wir sind von der ersten Minute an sehr stabil aufgetreten. Wir wussten, dass wir auf einen Gegner treffen, der sehr geschlossen agiert und mit viel Wucht kommt", betonte Korkut, der Holger Badstuber erstmals in dessen Bundesliga-Karriere auf der Sechs aufbot und wieder mit der Doppelspitze aus Daniel Ginczek und Mario Gomez begann.

Video: Pavard, der Dauerbrenner beim VfB Stuttgart

Ein Schachzug des Deutsch-Türken, der sich für den VfB auszahlte: Nach einer Findungsphase, als den defensiv stabil auftretenden Stuttgartern im Vorwärtsgang wenig einfiel, kam der Aufsteiger immer besser in die Partie. Der Lohn: Mario Gomez brachte die Gäste in Führung. Nach einem Thommy-Freistoß reagierte der Nationalstürmer, im Winter aus Wolfsburg in die schwäbische Heimat gewechselt, am schnellsten und schob zum umjubelten 1:0 ein. Eine Kombination von zwei Spielern, die unter Korkut förmlich aufblühen: Gomez war in den drei Partien stets an einem Tor beteiligt (zwei Treffer, ein Assist), der ehemalige Augsburger Thommy (ebenfalls im Winter zum VfB gekommen) stand in allen Partien in der Startelf.

Bester Start als VfB-Coach seit Thomas Schneider

Bei Korkuts Amtsantritt schienen die Stuttgarter Fans nicht sonderlich begeistert zu sein: Vorgänger Hannes Wolf war als Aufstiegstrainer enorm beliebt, dazu wirkten Korkuts vergangene Engagements wenig vertrauensbildend. Der Wind hat sich jedoch gedreht: In Wolfsburg erkämpfte sich der VfB bei der Premiere des neuen Trainers ein Remis, beim Heimspiel gegen Mönchengladbach überzeugte die Mannschaft auf ganzer Linie.  Sieben Punkte aus drei Partien: Einen solch starken Start zum Auftakt schaffte als VfB-Trainer zuletzt Thomas Schneider 2013. In taktischer Hinsicht fehlt es dem neuen Coach nicht an Phantasie: Ob Badstuber auf der Sechs, Christian Gentner als hängende Spitze oder verschiedene Abwehrformation – Korkut lässt sein Team flexibel zum Erfolg kommen.

Mit dem Siegtreffer der entscheidende Mann beim VfB: Stuttgarts Stürmer Mario Gomez © imago / Sportfoto Rudel

Am Ziel angekommen sieht er seine Schützlinge noch nicht: "Es bleibt keine Zeit, um sich auszuruhen. Wir müssen dranbleiben und in den nächsten Spielen weiterpunkten. Es liegen noch ein paar Steine auf unserem Weg, die wir zur Seite schieben müssen. Darauf liegt unser Fokus", betont Korkut nach dem 1:0 in Augsburg. Eine Botschaft, die auch bei seinen Spielern angekommen zu sein scheint:  "Das war ein Big Point und zugleich unser erster Auswärtssieg. Das ist positiv, wir dürfen aber nicht vergessen, dass noch ein langer Weg vor uns liegt", erklärt der auf ungewohnter Position überzeugende Badstuber nach der hart erkämpften Auswärtssieg-Premiere der Schwaben, fügt aber auch an: „So wie wir heute aufgetreten sind, so müssen wir in den nächsten Spielen dranbleiben."

Thomas Reinscheid