Zusammenfassung

  • Der junge Grieche Donis entwickelt sich immer mehr zum Leistungsträger.

  • Chadrac Akolo trifft in der Nachspielzeit.

  • Ron-Robert Zieler sichert VfB den Heimsieg.

Stuttgart - Es war ein Abend, den die Stuttgarter Fans so schnell nicht vergessen werden. Drei Punkte gegen Köln nach atemberaubendem Finish – ein Sieg, der Luft verschafft. Dabei im Mittelpunkt: Ein junger Grieche, der immer besser wird.

Völlig erschöpft und immer noch überwältigt von den Minuten zuvor auf dem grünen Rasen steht Simon Terodde am Freitagabend zu später Stunde in den Katakomben der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. "Ich bekomme gleich wieder Gänsehaut", berichtet er den Reportern und sieht dabei aus, als könne er das alles noch gar nicht fassen. In der vierten Minute der Nachspielzeit hatte sein Teamkollege Chadrac Akolo gegen bedauernswerte Kölner den Siegtreffer erzielt und dem VfB so einen immens wichtigen Dreier gegen den Abstieg beschert. "Für den Mannschaftsgeist ist dieser Erfolg superwichtig, da können wir viel mitnehmen", analysierte ein zufriedener VfB-Sportvorstand Michael Reschke. "Wichtig ist auch, dass wir Köln so auf Wochen auf Distanz halten."

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Der Stuttgarter Trainer Hannes Wolf wusste aber auch, dass der Sieg, die Stuttgarter profitierten auch von einem nicht gegebenen Elfmeter nach einer Korrektur des Video-Assistenten, kein Selbstläufer war. Er sprach von Glück und bedankte sich bei Torwart Ron-Robert Zieler, der mit zahlreichen Paraden weitere Kölner Treffer verhinderte. "Es war eng, es war super-emotional, aber unterm Strich geht der Sieg für uns in Ordnung", so Zieler nach dem Zittersieg.

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Der Stuttgarter Sieg geht auch deswegen in Ordnung, weil sich Trainer Wolf zum wiederholten Mal in dieser Saison auf seine „Geheimwaffen“ verlassen konnte. Während hinten die Dreierkette mit Holger Badstuber, Timo Baumgartl und Benjamin Pavard – Marcin Kaminski musste früh verletzt vom Platz – erneut sehr gut harmonierte, sorgten vorne die schnellen Außenstürmer des VfB für jede Menge Wirbel und waren von den Kölnern kaum zu halten.

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Vor allem der Grieche Anastasios "Tasos" Donis zeigte eine überragende Partie, war Torschütze und immer wieder Unruheherd. Der 21-Jährige, vor der Saison aus Nizza gekommen, hat sich längst zum Leistungsträger entwickelt, sein Kölner Gegenspieler Lukas Klünter wird diesen Abend so schnell nicht vergessen. "Donis hatte Aktionen, die außergewöhnlich waren", lobte Reschke den griechischen Nationalspieler. "Er hat sich sein Tor definitiv erarbeitet." Trainer Wolf ergänzte: "Er hatte viele Szenen, in denen er sich super durchsetzt. Er hat eine beeindruckende Dynamik und Durchschlagskraft." Auch die Kritik, Donis trenne sich zu oft zu spät vom Ball, wollte Wolf an diesem Abend nicht gelten lassen.

Aber nicht nur Donis ist beim VfB derzeit in der Lage für die entscheidenden Momente zu sorgen. Auch Josip Brekalo auf dem anderen Flügel wird nach einem Tief in den letzten Wochen wieder stärker und stabiler. Auch er ist mit seiner Schnelligkeit kaum zu halten und schafft es zudem mittlerweile, Bälle zu sichern. Mit dem Torschützen Akolo und dem Japaner Takuma Asano hat Wolf weitere Trümpfe in der Hinterhand. Spieler, die den Unterschied ausmachen können.

Klar ist aber auch, dass der VfB Stuttgart weiter an seiner Stabilität arbeiten muss. Auch am Freitagabend leisteten sich die Schwaben noch zu viele Durchhänger und verschliefen die ersten 30 Minuten komplett – Köln hätte in dieser Phase mehrmals in Führung gehen müssen. „Wir müssen uns weiter steigern auf der Reise. Dominieren werden wir die Spiele nicht, aber wir müssen uns steigern“, fasste Wolf kurz vor Mitternacht noch einmal zusammen. Mit den drei Punkten gegen Köln fällt das alles aber sicher ein wenig leichter.

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer