Das "Wunder von Camp Nou" ist ausgeblieben, für den VfB Stuttgart war die derzeit beste Mannschaft der Welt eine Nummer zu groß. Gegen Club-Weltmeister und Titelverteidiger FC Barcelona scheiterte der Bundesligist im Achtelfinales der Champions League.

Die Schwaben unterlagen im größten Stadion Europas im Rückspiel mit 0:4 (0:2), und waren im Gegensatz zum respektablen 1:1 im Hinspiel zwei Wochen zuvor ohne Chance gegen das dominierende Starensemble der Katalanen.

Messi trifft nach 13 Minuten

Das Ende der vorsichtig gehegten Viertelfinalträume des VfB Stuttgart, der kurz vor Spielbeginn den verletzten Innenverteidiger Serdar Tasci ersetzen musste, zeichnete sich schon in der 13. Minute ab, als Weltfußballer Lionel Messi auf unwiderstehliche Art und Weise das 1:0 erzielte. Keine zehn Minuten später erhöhte Angreifer Pedro Rodriges auf 2:0 (22.).

In der 60. Minute war es erneut der überragende Messi, der die Abwehr der Stuttgarter narrte und dem guten Torhüter Jens Lehmann, der eine höhere Niederlage verhinderte, in seinem vermutlich letzten internationalen Spiel keine Chance ließ. Für den Endstand sorgte Bojan Krkic Sekunden nach seiner Einwechselung (89.).

Barca auch ohne Xavi dominant

"Wir müssen noch kompakter stehen als im Hinspiel", hatte Stuttgarts Trainer Christian Gross vor dem Spiel betont - doch der derzeit wohl beste Fußballer der Welt durchkreuzte das Vorhaben in Windeseile.

Nach ersten gefährlichen Angriffen der Gastgeber, die kurzfristig auf ihren verletzten Mittelfeldstrategen Xavi verzichten mussten, bekam Messi den Ball in halbrechter Position zugespielt, lief am zögerlichen Zdravko Kuzmanovic vorbei quer zum Strafraum und traf mit einem fulminanten Linksschuss zur Führung.

VfB versteckt sich nicht

Der VfB wollte sich nicht verstecken, wagte sich anfangs auch mutig in die Spielhälfte des Titelverteidigers, doch nach dem Rückstand fehlte es erkennbar erneut an der Kompaktheit in der Defensive.

Beim zweiten Treffer glänzte Torschütze Messi als Vorbereiter. Seine Flanke in den Stuttgarter Strafraum leitete Xavi-Ersatz Yaya Toure umgehend in die Mitte, dort staubte Rodriguez ab - Delpierre kam zu spät. Torhüter Lehmann, von dem sich VfB-Trainer Gross "das Spiel seines Lebens" erhofft hatte, war dabei ebenso machtlos, wie beim zweiten Treffer von Messi, den er erneut mit links von der Strafraumgrenze erzielte.

Nur noch der FC Bayern dabei

Die Statistik hatte von vornherein gegen die Stuttgarter gesprochen. Am 25. September 2001 unterlag der FC Barcelona bei Bayer Leverkusen mit 1:2, danach folgten 14 Spiele gegen deutsche Mannschaften ohne Niederlage.

Dabei gewannen die Katalanen alle sieben Heimspiele im Camp Nou, vor dem Gastspiel der Stuttgarter unter anderem mit 4:0 die Achtelfinal-Begegnung im der vergangenen Saison gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München, der nun einziger deutscher Vertreter im Viertelfinale ist.