Stuttgart - Der VfB Stuttgart ist mit Ach und Krach in die lukrative Gruppenphase der Europa League eingezogen. Die Schwaben kamen gegen den slowakischen Pokalsieger Slovan Bratislava mit großer Mühe zu einem 2:2 (0:1).

Martin Dobrotka hatte Stuttgart mit seinem frühen Treffer zum 0:1 (9.) geschockt - das 1:0-Polster aus der ersten Begegnung war damit aufgebraucht. Als dann auch noch Jakub Sylvestr traf (53.), war der VfB schon so gut wie ausgeschieden. Doch Timo Gebhart (56.) und der Nationalspieler Christian Gentner (64.) retteten die Mannschaft von Trainer Christian Gross mit ihren Toren. Slovan beendete die Partie nach einer Gelb-Roten Karte gegen Michal Breznanik (55.) zu Zehnt.

VfB-Trainer Gross war nach der Partie entsprechend erleichtert: "Ich freue mich extrem für die Spieler und den Verein, dass es gelungen ist, in die Gruppenphase einzuziehen. Wir haben uns teilweise sehr, sehr schlecht angestellt, sind aber mit einer fantastischen Moral zurückgekommen."

VfB kalt erwischt

Für Stuttgart begann das Spiel auf der Baustelle in der Mercedes-Benz-Arena mit einem Schock: Nach einer Ecke gelangte der Ball zu Michal Breznanik, der von links in den Strafraum flankte - genau auf Dobrotkas Kopf. Gentner hatte den Slovan-Kapitän laufen lassen, und dessen platzierter Kopfball senkte sich über den machtlosen Stuttgarter Torwart Sven Ulreich ins Tor.

Stuttgart schien diesen Weckruf gebraucht zu haben. Die Schwaben spielten jetzt munter nach vorne, waren vor dem Tor allerdings nicht effektiv genug. Nach feiner Vorarbeit von Cacau und Gebhart scheiterte Gentner an Gäste-Torwart Matus Putnocky (13.). Auch Maricas Schuss aus spitzem Winkel nach einem Doppelpass mit Gebhart (17.) sowie der Freistoß des überraschend von Beginn an aufgebotenen Daniel Didavi (19.) waren sichere Beute des guten Slovan-Keepers.

Gross hatte Didavi im Mittelfeld gebracht, weil er Christian Träsch anstelle des erkrankten Philipp Degen auf der Position des Rechtsverteidigers brauchte. Nationalspieler Serdar Tasci dagegen saß wieder nur auf der Bank.

Nur kurze Drangphase

Nach der kurzen Drangperiode baute der VfB wieder ab - und hatte Glück, dass Karim Guede aus rund 30 Metern ebenso nur die Latte traf (24.) wie Milan Ivana mit einer Bogenlampe von halbrechts (31.). Die Schwaben vermissten wie schon so oft in der noch jungen Saison eine ordnende Hand im Mittelfeld - und leisteten sich in der Defensive zu viele leichte Ballverluste und einige kapitale Fehler.

In der zweiten Halbzeit sollte es erneut der Joker Martin Harnik richten. Der Zugang hatte Stuttgart schon in Bratislava und in der Runde zuvor beim 3:2 in Molde zum Sieg geschossen. Diesmal setzte er sich als Vorbereiter in Szene, doch Didavi scheiterte nach Harniks Flanke freistehend an Putnocky (50.). Dann setzte es den nächsten Nackenschlag für den VfB: Nach einem unglücklichen Stockfehler von Verteidiger Georg Niedermeier schoss Sylvestr freistehend ein.

Platzverweis bringt die Wende

Kurz darauf musste Breznanik vom Platz - und der VfB nutzte die Unordnung in der Defensive der Gäste zum Anschluss. Gebhart schoss einen Abpraller nach einem Schuss des aufgerückten Khalid Boulahrouz ein. Auch beim Ausgleich verwertete Stuttgart einen "zweiten Ball", als Slovans Abwehr ungeschickt in die Mitte abwehrte und Gentner aus gut 25 Metern traf. Gegen die dezimierten Gäste hatte der VfB nun leichtes Spiel und kam zu weiteren guten Möglichkeiten. So traf Cacau nur den Pfosten (87.).

Glück hatte der VfB, als Torhüter Ulreich in der 82. Minute Filip Kiss außerhalb des Strafraums von den Beinen holte, der Pfiff des Schiedsrichters aber ausblieb.


Schema:

Stuttgart: Ulreich - Träsch, Boulahrouz, Niedermeier, Molinaro - Gentner, Kuzmanovic - Gebhart (89. Funk), Didavi (68. Audel) - Cacau, Marica (46. Harnik). - Trainer: Gross

Bratislava: Putnocky - Janosik (75. Kiss), Salata, Dobrotka, Breznanik - Guede, Bagayoko, Grendel (88. Stepanovski), Bozic, Ivana (75. Slovak)- Sylvestr. - Trainer: Jankech

Schiedsrichter: Aleksei Nikolaew (Russland)

Tore: 0:1 Dobrotka (9.), 0:2 Sylvestr (52.), 1:2 Gebart (56.), 2:2 Gentner (64.)

Rote Karten: keine

Gelb-Rote Karten: Breznanik (55.) wegen wiederholten Foulspiels

Gelbe Karten: Breznanik, Sylvestr, Guede, Stepanovski - Gebhart, Cacau