München - Nach zweieinhalb Monaten Sonmmerpause wird es am Freitag für drei Bundesligisten ernst: Der VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg steigen in den DFB-Pokal ein. Während die Schwaben massive personelle Probleme haben, will "Wölfe"-Coach Felix Magath hoch hinaus (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker).

SV Wehen Wiesbaden - VfB Stuttgart

Vor dem Pokalspiel in Wehen plagen VfB-Coach Bruno Labbadia erhebliche Sorgen in der Abwehr. Neben den Langzeitverletzten Matthieu Delpierre und Georg Niedermeier steht auch Tasci wegen einer Verhärtung im Oberschenkel
nicht zur Verfügung. Als Ersatz werden aller Voraussicht nach
Neuzugang Maza und Youngster Ermin Bicakcic zum Einsatz kommen. Wegen der zahlreichen Ausfälle nominierte Labbadia Verteidiger Patrick Bauer vom VfB II für den Kader, in dem auch der gelb-rot-gesperrte Khalid Boulahrouz sowie die Rekonvaleszenten Julian Schieber, Timo Gebhart und Johan Audel fehlen.

Mit dabei in Wiesbaden ist dagegen Shinji Okazaki, der seine Sprunggelenksverletzung auskuriert hat und nahezu schmerzfrei ist. Ob er gegen den Drittligisten zur Startformation gehören wird, ist jedoch fraglich. "Es wird die Mannschaft spielen, die am weitesten und fittesten ist", so Labbadia, der auch auf die Stärken der Wiesbadener hinwies: "Wir nehmen das Spiel sehr ernst. Wehen Wiesbaden verfügt über eine erfahrene Mannschaft mit dem ganz klaren Ziel Aufstieg. Sie haben ein Pflichtspiel Vorsprung und sind deshalb schon weiter als wir. Beim 2:1-Sieg gegen Werder Bremen II haben sie einen Rückstand noch gedreht und Moral gezeigt. Das wird ein intensives und aggressives Spiel, in dem uns Wiesbaden sicherlich gerne ein Bein stellen möchte."

RB Leipzig - VfL Wolfsburg

Schon vor der 1. Runde gegen den RB Leipzig macht Wolfsburg-Coach Felix Magath eine Kampfansage: "Es soll nicht überheblich klingen, aber wir wollen ins Finale." Gegen den vom österreichischem Brause-Giganten Red Bull finanzierten Viertligisten sei ein Sieg für die "Wölfe" eine Selbstverständlichkeit.

"Nur das Spiel zu gewinnen, kann nicht das Ziel sein", sagte Magath. Trotzdem warnte der 58-Jährige vor den aufstrebenden Sachsen und betonte, dass eine konzentrierte Leistung nötig sei, um die Leipziger aus dem Wettbewerb zu befördern. Seine Premiere im Trikot der Wölfe wird dabei Christian Träsch feiern. Erst in dieser Woche wechselte der Mittelfeldspieler vom VfB Stuttgart zu den Niedersachsen. "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er in der Startelf stehen wird", sagte Magath.

Leicht werden es die Leipziger dem Meister von 2009 allerdings sicher nicht machen, denn die Mannschaft von Trainer Peter Pacult ist mit früheren Bundesligaprofis wie Timo Rost und Tim Sebastian gespickt. "Anders als in der Liga gehen wir nicht als haushohe Favoriten ins Spiel", sagte der ehemalige Cottbuser Rost: "Bei Wolfsburg geht jeder davon aus, dass nur sie gewinnen können. Deswegen können wir ganz locker reingehen." Für die Begegnung im Leipziger Zentralstadion wurden bereits mehr als 20.000 Karten verkauft. So viele Fans kamen bislang noch zu keinem Pflichtspiel des finanzkräftigen Vereins, der sich nach dem deutlich verpassten Aufstieg in die 3. Liga zum ersten Mal auf der großen Fußball-Bühne präsentieren wird.


Jahn Regensburg - Borussia Mönchengladbach

Die Borussia startet mit dem DFB-Pokalspiel bei Jahn Regensburg in die neue Saison. Trainer Lucien Favre kann dabei fast aus dem Vollen schöpfen: Mit Ausnahme von zwei Spielern stehen Favre in Regensburg alle Profis zur Verfügung. Lediglich Juan Arango, der nach seinem Kurzurlaub im Anschluss an die Copa América erst am kommenden Montag nach Mönchengladbach zurückkehren wird, und Christofer Heimeroth können nicht mitwirken. Den Schlussmann plagen nach wie vor Rückenbeschwerden, weshalb er am heutigen Nachmittag den Flug nach Bayern nicht mit antreten wird.

Für ihn wird Janis Blaswich mit im Flieger sitzen. Neben ihm könnte Yuki Otsu Platz nehmen, denn auch der Japaner ist mit dabei. Ob der Neuzugang allerdings auch morgen im Kader stehen wird, ist noch offen, denn Favre nahm 19 Spieler mit nach Regensburg. Keine Berücksichtigung fanden Michael Bradley, Tobias Levels und Mo Idrissou. Ebenfalls nicht mit dabei sind Julian Korb und Matthias Zimmermann, die möglicherweise in einem der beiden Testspiele, die die U23 am Wochenende bestreitet, zum Einsatz kommen werden.