Stuttgart - Es ist eine schlechte Tradition, die der VfB Stuttgart in den vergangenen Jahren eingeführt hat. Der Start in die Saison ging trotz vieler guter Vorsätze regelmäßig daneben, noch vor Weihnachten war der Trainer weg. Diesmal spielen die Schwaben in der Bundesliga zunächst gegen den ambitionierten VfL Wolfsburg sowie gegen den FC Bayern München, doch schon "am Mittwoch geht es für uns richtig los", betont Sportdirektor Fredi Bobic.

"Wir dürfen nicht in die Ferne schauen", sagt unter anderem auch Christian Gentner, denn nach dem gelungenen Pflichtspielauftakt beim Sechstligisten SV Falkensee-Finkenkrug (5:0) im DFB-Pokal wollen die Stuttgarter zunächst das Tor nach Europa öffnen: Am Mittwoch ab18 Uhr im Live-Ticker) und am darauffolgenden Dienstag steht ihnen dabei Dinamo Moskau im Wege - und ein alter Bekannter: Kevin Kuranyi, früher mal Stuttgarter und Nationalspieler.

"Renommee - und zusätzliches Geld"



"Wir wollen in die Gruppenphase", sagt Trainer Bruno Labbadia wenig überraschend. Bobic merkt an, "dass wir den schwersten Gegner erwischt haben" - aber an seiner Zuversicht hat das nichts geändert. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir das hinbekommen", sagt er. Und er vergisst nicht zu erwähnen: "Das ist für das Renommee sehr wichtig, aber auch wirtschaftlich ein Punkt, den man bedenken muss. Das ist zusätzliches Geld, mit dem wir nicht geplant haben."

Der VfB hat in den vergangenen vier Hinrunden insgesamt vier Trainer entlassen. Ein guter Start, der Einzug in die Europa League, er käme da zupass. Dinamo Moskau scheint ein geeigneter Gegner zu sein. Nach fünf Niederlagen in fünf Saisonspielen ist die Mannschaft um Kapitän Kuranyi Letzter, und der Trainer bereits ausgetauscht. "Schlimmer geht es nicht mehr. Das ist ein Albtraum! ", sagt der frühere VfB-Profi vor seiner Rückkehr ins Schwabenland.

Kuranyis Team mit schwarzer Serie



Und so hofft Kuranyi nun, "dass uns die Europa League auf andere Gedanken bringt. Aus jedem Abtraum wacht man ja mal auf und auch die schwärzeste Serie geht einmal zu Ende." Immerhin hat der 30-Jährige festgestellt, dass der neue Trainer Dan Petrescu, der am vergangenen Montag seine Arbeit aufgenommen hat, der Mannschaft "neue Impulse" gegeben hat. Auch er wolle seinen Betrag leisten, sagt Kuranyi, und die Verantwortung für den Club auf dem Platz vorleben.

Der frühere Nationalspieler freut sich trotz der verfahrenen Situation in der russischen Premier Liga auf eine "besondere Partie" in Stuttgart, wo er schon als 15-Jähriger und bis 2005 spielte. "Als die Auslosung vorbei war, habe ich gedacht: Das ist überragend! Aber wenn ich es mir hätte aussuchen können, dann wäre es mir noch lieber gewesen, so spät wie möglich auf meinen Ex-Club zu treffen. Am liebsten im Finale", schrieb er auf seiner Homepage.

Bundesliga-Auftaktmatch verschoben



Dabei hat Kuranyi unfreiwillig dem VfB erst mal großen Ärger bereitet. Bobic hat Zeter und Mordio geschrieen, weil das Rückspiel schon am Dienstag stattfindet. Am Ende zeigte Wolfsburg mit dem ehemaligen Stuttgarter Trainer Felix Magath Größe und stimmte der Verlegung des Bundesliga-Auftaktspiels von Sonntag auf Samstag zu. Noch ein Sieg für den VfB. Die Saison fängt gut an. - Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Voraussichtliche Aufstellungen:

Stuttgart: Ulreich - Hoogland, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist, Gentner - Harnik, Hajnal, Okazaki - Ibisevic

Moskau: Schunin - Wilkshire, Fernandez, Rykow, Lomic - Semschow, Jusupow - Kokorin, Misimovic, Dzsudzsak - Kuranyi

Schiedsrichter: William Collum (Schottland)