Zusammenfassung

  • Der VfL Wolfsburg hält nach zwei Siegen gegen Holstein Kiel die Klasse
  • Zwei VfL-Urgesteine haben großen Anteil am 1:0-Erfolg vom Montagabend
  • Verteidiger Robin Knoche beschenkt sich kurz vor seinem Geburtstag selbst

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg hat seine Pflicht erfüllt und bleibt auch im 22. Jahr in Folge in der Bundesliga. Die Niedersachsen setzten sich in der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten Holstein Kiel mit zwei Siegen durch und haben den Absturz in die 2. Bundesliga verhindert. Beim 1:0-Sieg in Kiel am Montagabend ragten vor allem zwei Wolfsburger Urgesteine heraus: Torschütze Robin Knoche und Kapitän Maximilian Arnold.

Es war alles sehr eng in den Katakomben des altehrwürdigen und kleinen Holstein-Stadions am Montagabend. Deshalb hatten die Kieler ein zusätzliches weißes Zelt hinter der Haupttribüne aufgebaut. Dort warteten die Journalisten auf die Spieler des VfL Wolfsburg. Als Erster stellte sich VfL-Kapitän Maxi Arnold der Presse. Trotz der gewonnenen Relegation war von großer Freude nichts zu spüren. "Zu feiern haben wir ja auch nichts. Die Erleichterung ist einfach riesengroß“, sagte Arnold nüchtern. Zum zweiten Mal hintereinander musste der VfL nach einer verkorksten Saison in die Relegation. Zweimal setzten sich die Niedersachsen gegen den Zweitliga-Dritten durch (Braunschweig und Kiel).

"Es war mein schwierigster Job, den ich im Fußball hatte." Bruno Labbadia

Im Rückspiel im ausverkauften Kieler Holstein-Stadion zeigte die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia eine solide und abgezockte Leistung. Nach dem 3:1-Hinspielsieg verwalteten die Wölfe den Vorsprung. Sie standen in der Defensive sehr kompakt und ließen das Kieler Offensivspiel fast über die gesamte Spielzeit nicht zur Entfaltung kommen.

>>> Der Spielbericht zur Partie Kiel gegen Wolfsburg

Große Erleichterung war nach dem Schlusspfiff auch bei Bruno Labbadia zu spüren: "Es war mein schwierigster Job, den ich im Fußball hatte. Die Mannschaft hat es gerade in den letzten Wochen super gemacht. Es war nicht einfach. Wir haben es geschafft in der Liga zu bleiben, das ist das Wichtigste."

Maximilian Arnold (r.) und Robin Knoche (m.) trösten den Kieler Marvin Ducksch
Maximilian Arnold (r.) und Robin Knoche (m.) trösten den Kieler Marvin Ducksch © imago / Claus Bergmann

Besonderen Anteil am Klassenerhalt hatten die beiden Wolfsburger Urgesteine Maxi Arnold und Robin Knoche. Während Arnold das Spiel seiner Mannschaft lenkte und mit großem Einsatz voran ging, war Innenverteidiger Robin Knoche am Montag sogar der Matchwinner. Sein Kopfballtor eine Viertelstunde vor dem Ende brach endgültig den Willen der Kieler. Arnold und Knoche sind die beiden dienstältesten Spieler beim VfL. Bereits seit 2011 stehen sie im Kader der Profis. Beide holten in Berlin 2015 den DFB-Pokal und spielten mit dem VfL in der Champions League. In den vergangenen beiden Spielzeiten mussten sie mit ihrem Verein zweimal in die Relegation. "Wir haben uns in den letzten drei Spielen gesteigert, es lag am gesamten Team. Wir mussten nachsitzen und haben uns verdient durchgesetzt. Ich hoffe, dass der gesamte Verein die richtigen Lehren aus daraus ziehen wird. Die letzten zwei Jahre waren nicht der Anspruch des VfL. Das muss man klar ansprechen", so Arnold.

Die Highlights des Hinspiels im Video

Robin Knoche machte sich selbst einen Tag vor seinem 26. Geburtstag das beste Geschenk. Sein Kopfballtor sicherte endgültig den Klassenerhalt der Niedersachsen. Nach seinem Tor sprintete Knoche Richtung Kurve, um mit den eigenen Fans zu feiern. "Mein erster Weg führte mich zu unseren treuen Anhängern. Wir wussten, dass wir ihnen etwas zurückgeben mussten. So war es ein versöhnlicher Abschluss", erklärte Knoche. Schon im letzten Bundesliga-Spiel hatte er beim 4:1 gegen Köln getroffen.

>>> Die Trainerstimmen zum Spiel auf vfl-wolfsburg.de

Nach dem Schlusspfiff bedankte sich die gesamte Mannschaft bei den Fans für die große Unterstützung. Zum Feiern war der Mannschaft jedoch nicht zumute. "Wir haben unser Minimalziel erreicht. Mehr nicht. Vielleicht können wir aus diesem Szenario auch mit gestählter Brust herausgehen, aber das haben wir auch in der vergangenen Saison nach der gewonnenen Relegation gesagt", so Knoche, der hinzufügte: "Ich hoffe nicht, dass ich hier noch einmal nach Relegationsspielen Rede und Antwort stehen muss."

Aus Kiel berichtet Alexander Barklage