Martin Jol hat es nicht leicht. Den Trainer des Hamburger SV plagen vor dem Rückspiel im UEFA-Pokal-Achtelfinale bei Galatasaray in Istanbul große Personalsorgen (Do., ab 20:15 Uhr im Live-Ticker).

Nicht mit dabei sind Guy Demel, Mladen Petric (beide Muskelfaserriss) sowie die Langzeitverletzten Bastian Reinhardt, Tim Atouba, Romeo Castelen und Maxim Choupo-Moting. Mickael Tavares, Albert Streit und Macauley Chrisantus sind nicht spielberechtigt.

Erinnerungen wecken Hoffnung

Doch das ist noch nicht genug. Zwar haben sich Piotr Trochowski und Michael Gravgaard mit auf die Reise gemacht, richtig helfen können sie aber nicht. Trochowski hat sich gegen Energie Cottbus eine Bänderdehnung im rechen Knie zugezogen, und der Däne Gravgaard plagt sich immer noch mit Adduktorenproblemen herum.

"Nach meiner Meinung ist ein Einsatz nicht möglich. Wir schonen ihn lieber für das Spiel gegen Schalke", sagte Trainer Jol über Techniker Trochowski. Für Michael Gravgaard wird es voraussichtlich für die Bank reichen. "Er könnte vielleicht spielen, aber die Gefahr ist einfach zu groß. Es könnte auch sein, dass er danach noch länger ausfällt", sagte Jol.

Hoffen, dass sich keiner mehr verletzt

Wegen der Verletztenmisere hat der HSV-Coach zuletzt die Trainingsintensität gedrosselt. Während Spieler, die wie Jerome Boateng oder Jonathan Pitroipa zuletzt nur zu wenig Einsatzzeiten gekommen waren, die Torhüter mit einem ausgedehnten Schusstraining auf Touren brachten, trabten die Dauerbrenner wie David Jarolim, Marcell Jansen oder Alex Silva gemütlich durch den Volkspark.

"Wir haben sehr viele Spiele. Da ist so ein Regenerationstraining auch mal nötig", erklärte der Brasilianer Silva die Maßnahme von Jol.

Torun: "Die Fans wären stolz"

Ein HSV-Spieler macht sich aber ganz besondere Hoffnungen auf einen Einsatz in seinem Mutterland: der türkische U-21-Nationalspieler Tunay Torun. "Ich denke nur darüber nach, wie wir weiterkommen, aber ein gewisser Nervenkitzel ist schon da vor diesem Spiel", sagte Torun.

Sollte er gar das entscheidende Tor schießen, wäre das für die Gala-Fans wohl auch kein Problem. "Die Fans dort wären nicht sauer auf mich, sondern auf die Situation, wie sie ist. Auf mich wären sie eher stolz, weil ich es als Türke in einer großen Mannschaft in Deutschland geschafft hätte", so Torun.

Die Verantwortlichen des Hamburger SV hätten gegen einen Treffer des quirligen Stürmers sicherlich auch nichts einzuwenden.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis