Belek - Bruno Labbadia hatte sich für das Trainingslager im türkischen Belek viel vorgenommen. Und das ließ der neue Trainer des VfB Stuttgart seine Spieler spüren. In den intensiven Einheiten wirkte er immer wieder auf sie ein, wurde selbst aktiv und bediente sein Team mit Flanken und Pässen. Scheinbar mit Erfolg.

"Ich muss den Spielern ein großes Kompliment machen. Sie haben alles umgesetzt, was wir von ihnen verlangt haben. Wir haben in den wenigen Tagen viel erreicht und ein hohes Pensum abgeliefert. Es galt im spielerischen, taktischen Bereich, aber auch im Bereich der Fitness vieles umzusetzen. Das hat insgesamt gut funktioniert", analysierte Labbadia die Woche in der Türkei.

"Wir sind ja auch nicht im Urlaub hier"

Seine Spieler mussten zwar häufig an ihre Leistungsgrenze gehen, Beschwerden gab es deshalb aber nicht. Im Gegenteil. "Das Trainingslager war wirklich sehr hart. Aber wir hatten das wohl auch nötig. Ich bin mir sicher, dass uns das hilft, eine erfolgreiche Rückrunde zu bestreiten", erklärte Artur Boka im bundesliga.de-Interview.

Und auch Weltmeister Mauro Camoranesi ließ sich die Strapazen nicht anmerken. "Bei Juventus Turin war das Trainingslager auch immer sehr hart. Aber hier haben wir drei Mal am Tag trainiert. Das war für mich schon ungewöhnlich, aber okay", so Camoranesi zu bundesliga.de.

"Drei tägliche Einheiten habe ich im Wintertrainingslager noch nie erlebt. Das kenne ich sonst nur vom Sommer. Wir arbeiten hier wirklich sehr hart. Aber wir sind ja auch nicht im Urlaub hier", meinte auch Cacau.

Quartett verletzt

Doch die Abreise aus Belek tritt der VfB mit gemischten Gefühlen an. Denn gleich vier Spieler kehren verletzt in die Heimat zurück. Khalid Bouhlarouz verletzte sich im Training zum fünften Mal in den vergangenen zweieinhalb Jahren am Oberschenkel - mit einem Muskelfaserriss wird er mindestens die ersten drei Spiele im neuen Jahr ausfallen.

Martin Harnik reiste vorzeitig aus dem Trainingslager ab, um sich von einem Spezialisten aufgrund seiner anhaltenden muskulären Beschwerden im Oberschenkel behandeln zu lassen.

Im abschließenden Testspiel gegen Greuther Fürth erwischte es dann auch noch die Talente Mamadou Bah und Ermin Bicakcic. Bah verdrehte sich ohne Fremdeinwirkung das Knie, Bicakcic zog sich eine Blessur am Sprunggelenk zu. Genaue Untersuchungen über die Schwere der Verletzungen sollen in Stuttgart erfolgen.

Nachwuchs macht Hoffnung

Die Ergebnisse der Partien gegen den türkischen Erstligisten Manisaspor (4:1) und die Fürther (3:1) lassen aber für die zweite Saisonhälfte hoffen. Besonders gegen den Zweitligisten traten die Schwaben sehr diszipliniert an.

Vor allem die jungen Spieler wie Bah, Bicakcic, Patrick Funk, Didavi und Stürmer Sven Schipplock hinterließen einen guten Eindruck. "Es ist gut zu wissen, dass wir Alternativen haben. Von den Jungs hat jeder die Möglichkeit, sich in die Mannschaft zu spielen", sagte Labbadia.

Der VfB Stuttgart geht also bestens vorbereitet in die Rückrunde. Die Aufgabe im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 wird dabei nicht die einfachste. Doch mit der Unterstützung der Fans hofft der Trainer auf ein positives Ergebnis: "Der Impuls muss von der Mannschaft ausgehen. Wir brauchen diese Geschlossenheit gegen Mainz, aber auch in der gesamten Rückrunde, um den Klassenerhalt zu schaffen."

Aus Belek berichtet Michael Reis