Köln - Fünf Spieltage sind in der Rückrunde bereits gespielt und erst ein mageres Pünktchen ist für Eintracht Frankfurt bisher herausgesprungen. Doch was noch eklatanter ins Auge sticht, ist die Torflaute der Hessen. Das Team von Michael Skibbe hat seit der Winterpause noch nicht eingenetzt. Der letzte Treffer datiert vom 1:0-Sieg am 17. Spieltag über Borussia Dortmund.

In der Tabelle hatte die Formkrise bereits den Absturz auf Rang 12 zur Folge. Doch die Frage stellt sich: War es das? Oder droht der Eintracht noch Schlimmeres? bundesliga.de wirft einen tiefen Blick in die Datenbank und zeigt auf, wo die Gründe für die Misere liegen und welche Folgen sie haben kann.

Historische Eintracht-Flauten

Fünf Spiele sind Theofanis Gekas und Co. nun schon torlos - das ist Vereinsrekord, und zwar einer, der für Fans und Verein noch bitter werden könnte, wenn man der Statistik glauben mag. Zuvor gab es bereits in vier verschiedenen Spielzeiten jeweils eine Serie von vier torlosen Partien in Folge - die gegensätzliche Konsequenzen nach sich zogen.

Während die Eintracht in den Spielzeiten 1965/66 und 1993/94 mit dem 7., respektive 5. Platz noch sehr ordentlich abschnitt, verliefen die Spielzeiten 1970/71 und 2003/04 ganz anders. Während man am Ende der achten Bundesliga-Saison als Tabellenfünfzehnter dem Abstieg gerade noch so entkam, reichte es in der Spielzeit 03/04 nicht mehr und der dritte Gang in die 2. Liga war besiegelt.

In Fehlstarts geübt

Was die Punktausbeute angeht, haben die Frankfurter in der jüngsten Vergangenheit schon zwei Mal einen ähnlichen Fehlstart hingelegt. Vor zwei und vor vier Jahren sprangen aus den ersten fünf Partien der Rückrunde nur vier, beziehungsweise drei Zähler heraus. Beide Male endete die Saison für die Hessen im unteren Tabellendrittel (Rang 13 in 08/07, Platz 14 in 06/07).

Allerdings zogen auch deutlich stärkere Auftaktphasen in die zweite Saisonhälfte nicht unbedingt entsprechend größeren Erfolg nach sich. In der Spielzeit 2007/08 gab es aus den Runden 17 bis 22 neun Punkte - am Ende belegte die Eintracht den 9. Rang. In der vergangenen Spielzeit holten die Hessen sogar einen Zähler mehr, landeten in der Endabrechnung aber noch eine Position weiter unten (Platz 10).

Gekas - die ein(zig)e Dimension

Doch wo liegen die Gründe für die Startschwierigkeiten der Mannschaft von Michael Skibbe? Schaut man auf die Daten, entsteht der Eindruck, dass der Eintracht-Angriff, der übrigens mit 24 Treffern der schwächste der Bundesliga ist, stets eine gewisse Anlaufzeit benötigt. So hat Frankfurt in dieser Saison als einziges Erstliga-Team noch nicht in der Anfangsviertelstunde getroffen.

Ein weitere Ursqache scheint Theofanis Gekas zu sein. Was in Anbetracht seiner 14 Saisontore auf den ersten Blick absurd erscheinen mag, macht aus einer anderen Perspektive Sinn: Die Eintracht verlässt sich zu sehr auf ihren Torjäger! Das letzte Spiel, in dem die Hessen einen Treffer erzielten, ohne das er von ihrem griechischen Goal-Getter markiert wurde, war die 1:3-Niederlage gegen den Hamburger SV am 2. Spieltag. Seitdem galt stets: Trifft die Eintracht, trifft auch Gekas!

Auffällig ist auch der Fakt, dass die Hessen diese Saison noch kein Bundesliga-Spiel gewonnen haben, in dem Gekas nicht getroffen hat. Darüber hinaus bleibt festzuhalten, dass außer "Fanis" nicht viel kommt. Kein anderer Spieler aus Skibbes Kader erzielte bisher mehr als zwei Tore. Die Sturmpartner des griechischen Nationalspielers - Halil Altintop, Martin Fenin und Ioannis Amanatidis - sind sogar noch ohne Tor.

Kanone trotz Flaute?

Doch trotz der bislang düster verlaufenen Rückrunde gibt es Licht am Eintracht-Horizont, denn für Gekas ist die aktuelle nicht die erste Flaute seiner Karriere. Selbst in der Saison 2006/07, als der heute 30-Jährige mit 20 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig wurde, blieb er einmal 401 Minuten ohne eigenen Treffer. Derzeit dürstet der Stürmer 380 Minuten nach Saisontor 15. Noch ist also nichts verloren - weder für Theofanis Gekas, noch für Eintracht Frankfurt.

Gregor Nentwig