Köln - 88 Tage nach seinem letzten Pflichtspiel für Borussia Dortmund kehrt Robert Lewandowksi als Stürmer des FC Bayern München zum Supercup in den Signal Iduna Park zurück. Beim Rekordmeister hat der polnische Nationalspieler in den Testspielen schon voll eingeschlagen. Beim BVB streiten sich drei Neue um seine Nachfolge.

Eine große Eingewöhnungszeit hat Lewandowski an der Isar nicht benötigt. Während die WM-Helden des Deutschen Meisters noch im wohlverdienten Urlaub weilten, ließ der 25-Jährige, den viele Experten als den aktuell besten Stürmer Europas bezeichnen, in den Vorbereitungsspielen bereits seine Extraklasse aufblitzen.

Fünf Tore in fünf Spielen, darunter drei gegen die Bundesliga-Konkurrenten VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach beim Telekom-Cup, brachten ihm sogar ein Sonderlob von Pep Guardiola ein.

"Er hat alles. Er ist schnell, stark am Ball und eine große Persönlichkeit", sagt der Bayern-Trainer über seine neue Nummer 9.

Auch Philipp Lahm ist von seinem neuen Mannschaftskollegen begeistert. "Robert ist momentan einer der besten Stürmer der Welt, wenn nicht der beste. Ich denke, dass er sich bei uns schnell einleben wird", schwärmt Lahm im "Münchner Merkur". Der ehemalige Dortmunder Lewandowski sei ein "mehr als gleichwertiger Ersatz" für den zum spanischen Meister Atlético Madrid abgewanderten Mario Mandzukic.

Immobile Topgoalgetter in Serie A und B

Die Lücke, die Lewandowski in Dortmund hinterlassen hat, ist natürlich groß. Schließlich hat der Rechtsfuß in 131 Bundesliga-Spielen für den BVB 74 Tore erzielt, dabei in den vergangenen drei Spielzeiten drei Mal die 20-Tore-Marke geknackt. Hinzu kommen 16 Treffer in zwei Jahren in der Champions League. Verstecken brauchen sich seine Nachfolger im BVB-Dress jedoch nicht. Coach Jürgen Klopp hat mit Ciro Immobile, Adrian Ramos und Dong-Won Ji drei WM-Teilnehmer für die Spitze dazubekommen, die allesamt ihre Torgefahr bereits unter Beweis gestellt haben.

Allen voran Ciro Immobile, der mit dem Prädikat Torschützenkönig der italienischen Serie A nach Dortmund gekommen ist. 22 Treffer erzielte der 24-jährige Nationalspieler, der bei der WM in Brasilien auf zwei Einsätze für Italien kam, in der vergangenen Saison für den FC Turin. Zwei Jahre zuvor war er mit 28 Toren für Delfino Pescara Top-Goalgetter der zweitklassigen Serie B in Italien.

Ramos braucht 5,8 Schüsse pro Tor

Eine hohe Treffsicherheit zeichnet auch Adrian Ramos aus. Der kolumbianische Nationalspieler brauchte 2013/14 im Trikot von Hertha BSC durchschnittlich nur 5,8 Schüsse für ein Tor - ebenso viele wie Lewandowksi. Mit 16 Treffern war er der viertbeste Torjäger in der Bundesliga. In zwei Statistiken konnte Ramos seinen Vorgänger sogar überbieten: Sieben Mal erzielte er das 1:0, Lewandowski gelang das nur drei Mal. Zudem gehörte er mit 52,6 Prozent gewonnenen Duellen zu den zweikampfstärksten Stürmern der Bundesliga (Lewandowski 45,9%).

Dong-Won Ji, der in den vergangenen beiden Rückrunden jeweils als Leihspieler aus Sunderland beim FC Augsburg spielte, kommt in 29 Bundesliga-Einsätzen auf sechs Tore. Der 23-jährige Nationalspieler aus Korea dürfte zunächst eher Stürmer Nummer drei bei Klopp sein.