Stuttgarts Christian Gentner setzte im Vorjahresmatch beim BVB den fulminanten Schlusspunkt
Stuttgarts Christian Gentner setzte im Vorjahresmatch beim BVB den fulminanten Schlusspunkt
Bundesliga

"Vergessen wird man so ein Tor nie"

Stuttgart - 45 Minuten lang zeigte Christian Gentner beim 3:0 im DFB-Pokal gegen den FC St. Pauli sein Können, dann nahm ihn VfB-Trainer Bruno Labbadia vom Feld, um ihn für das schwere Spiel in Dortmund zu schonen.

bundesliga.de hat mit dem Stuttgarter Führungsspieler (Spielerprofil) über die anstehende Mammut-Aufgabe und über seine Erinnerungen an das letzte Wahnsinnsduell der Schwaben mit den Dortmundern gesprochen. Ein Spiel, das in die Bundesliga-Geschichte eingegangen ist.

bundesliga.de: Herr Gentner, das war souverän. 3:0 gegen den FC St. Pauli, das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht und dabei noch Kräfte für das Dortmund-Spiel gespart. Perfekt, oder?

Christian Gentner: Kann man so sagen. Wir haben ein schnelles Tor erzielt, das hat uns in die Karten gespielt. Ich denke, die Moral von St. Pauli war schnell gebrochen.

bundesliga.de: Hinsichtlich der kommenden Aufgabe in Dortmund konnte der VfB einige Spieler schonen. Sie waren nur 45 Minuten auf dem Platz. Ein schöner Nebeneffekt...

Gentner: Es war gut, heute nicht über die volle Distanz gehen zu müssen. Wir hatten in den letzten Wochen viele Spiele, und die Spieler, die heute auf dem Feld waren, haben eine sehr gute Leistung gezeigt. Das ist für unseren Trainer wichtig zu wissen, dass der Kader auch in der Breite gut aufgestellt ist.

bundesliga.de: Jetzt wartet Dortmund. Im letzten Duell gab es ein 4:4, ein unvergessliches Spektakel. Wie stehen jetzt die Chancen der Stuttgarter?

Gentner: Dortmund war zuletzt zwei Mal Meister und führt in der Champions League eine Gruppe an, die megaschwer ist. Was soll man da noch sagen? Eins ist klar: Wir verzichten gerne auf ein Spektakel, einen 1:0 Sieg durch ein Eigentor würde ich auch nehmen. Es geht letztlich nur um Punkte.

bundesliga.de: Wie lautet denn die taktische Marschroute, um in Dortmund zu bestehen?

Gentner: Kämpfen und dagegenhalten. Dortmund ist spielerisch sicher einen Tick stärker als wir, aber über vollen Einsatz können wir viel erreichen. Das haben wir in der letzten Saison bewiesen und das wollen wir am Samstag wieder genauso machen.

bundesliga.de: Sie haben beim 4:4 den vierten Treffer des VfB erzielt: Ein Tor, das Sie niemals vergessen werden?

Gentner: Das war natürlich ein Erlebnis. Es war ein Freitagabend-Spiel, das Stadion war voll und alle Augen nach Dortmund gerichtet. Ich hatte das Glück, den Schlusspunkt setzen zu dürfen. Vergessen wird man so ein Tor nie.

bundesliga.de: Der VfB war zuletzt gut in Form - werden die Dortmunder vielleicht sogar ein wenig Respekt zeigen?

Gentner: Natürlich hat auch der Gegner mitbekommen, dass wir gut drauf sind. Dennoch ist Dortmund natürlich in der Favoritenrolle. Aber genau das ist ja auch unsere Chance.

bundesliga.de: Auf Dortmunder Seite könnte Ihr Ex-Kollege Julian Schieber zum Einsatz kommen. Haben Sie schon Kontakt zu ihm aufgenommen?

Gentner: Nein, bislang noch nicht. Ich hoffe natürlich, dass er zum Einsatz kommt. Für ihn ist es jedenfalls ein spezielles Spiel. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Julian.

Das Interview führte Jens Fischer