Der DFB-Kontrollausschuss hat das Ermittlungsverfahren gegen Neven Subotic (Borussia Dortmund) und Jens Lehmann (VfB Stuttgart) wegen Verdachts des krass sportwidrigen Verhaltens in der Form einer Tätlichkeit mit Zustimmung des DFB-Sportgerichts eingestellt.

Nach der Stellungnahme und zwei Befragungen von Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer, der Auswertung von Mitschnitten mehrerer Fernsehsender sowie den Stellungnahmen der beteiligten Spieler und Vereine geht der DFB-Kontrollausschuss davon aus, dass der Schiedsrichter eine in sportgerichtlichen Verfahren nicht mehr angreifbare Tatsachenentscheidung getroffen hat.

Schiedrichter hat keine Ellenbogenschläge gesehen

Nach den Feststellungen des Kontrollausschusses hat Schiedsrichter Dr. Fleischer, der keine Ellenbogenschläge der beiden beschuldigten Spieler gesehen hatte, auf Grund seiner eigenen Beobachtungen auf Torwartbehinderung erkannt. Die im Rahmen der Ermittlungen zu diesem Punkt nach Eingang der Stellungnahmen der beteiligten Spieler und Vereine durchgeführte erneute Befragung von Schiedsrichter Dr. Fleischer hat ergeben, dass dieser eine Lösung des Kontaktes der beiden Spieler wahrgenommen hat.

Situation "abschließend bewertet"

Zudem hat der Kontrollausschuss weitere Bildmitschnitte in Augenschein genommen. Insbesondere ergibt sich dabei aus einer Hintertor-Perspektive, dass Schiedsrichter Dr. Fleischer das Geschehen im Stuttgarter Strafraum im Blickwinkel hatte. Mit seiner Entscheidung auf Freistoß für Stuttgart hat der Schiedsrichter damit die Situation insgesamt und abschließend bewertet.

Somit hat er eine Tatsachenentscheidung getroffen, die als Prozesshindernis eine weitere sportgerichtliche Verfolgung nicht mehr zulässt. Das Verfahren ist deshalb eingestellt worden.