Köln - FIFA 17 überzeugt mit vielen Neuheiten, wie beispielsweise dem verbesserten Körpereinsatz. Sam Rivera, Lead Gameplay Producer von FIFA 17, spricht im Interview über optimiertes Abschirmen, heiße Kopfballduelle sowie die Schlüsselfunktionen einer robusten Spielweise in FIFA 17 und erklärt, welche Optionen sich dem Spieler dadurch eröffnen.

EA SPORTS: Durch den Wechsel zur Frostbite-Engine eröffnen sich für FIFA 17 neu Möglichkeite. So ist die Art, wie Spieler Zweikämpfe bestreiten, überarbeitet worden. Was bedeutet das Feature, das ihr "verbesserter Körpereinsatz" genannt habt, für alle FIFA-Fans?

Sam Rivera: Das Feature besteht aus mehreren Komponenten, aber das Kernelement ist die Möglichkeit, den Ball in sämtlichen Spielsituationen erfolgreich abzuschirmen. Wir nennen das das "360-Grad-Abschirm-Dribbling". In den bisherigen Spielen machte sich das Fehlen dieser Möglichkeit immer wieder bemerkbar. Wenn man sich zwischen den Ball und den Gegner stellen, den Ball abschirmen und so die Kontrolle ausüben wollte, gelang das einfach nicht so richtig. Nachdem das in früheren Spielen also nicht wie gewünscht geklappt hat, haben wir ein großes Team zusammengestellt und eine Technologie erforscht und erschaffen, die das Abschirmen zu einem zuverlässigen Feature des Spiels macht.

EA SPORTS: Wie wird das 360-Grad-Abschirm-Dribbling im Spiel ausgeführt?

Sam Rivera: Um ein 360-Grad-Abschirm-Dribbling einzuleiten, drückt ihr LT/L2. Euer Spieler reagiert dann auf den nächsten Gegenspieler und dribbelt den Ball mit dem besser geschützten Fuß. Außerdem streckt er auch seinen Arm aus, um sich den Gegenspieler vom Leib zu halten. Wenn der Gegner zu nahe kommt, schiebt der dribbelnde Spieler seinen Körper so vor den Gegner, dass er den Ball nicht erreichen kann. Ihr könnt in jede beliebige Richtung dribbeln, auch wenn ihr euch gerade mitten in einer Abschirm-Situation befindet. Wenn euer Spieler in den Gegner hineindribbelt, wendet er ihm den Rücken zu und zieht den Ball, um ihn zu schützen. Haltet LT/L2, um dem Schutz des Balls den Vorrang vor dem Bewegungstempo zu geben.

EA SPORTS: Gibt es auch Änderungen bei den Kopfballduellen?

Sam Rivera: Bei Abschlägen oder Ecken war man in den bisherigen Spielen mehr oder weniger darauf beschränkt, mit dem Spieler zu springen und auf einen Kopfball zu hoffen. Man konnte seine Position nicht optimal verteidigen oder den Ball mit der Brust annehmen. In FIFA 17 haben wir eine Spielmechanik eingebaut, durch die ihr eure Position und den Ball durch Drücken von LT/L2 kontrollieren und vom Gegner abschirmen könnt. Das gelingt allerdings nicht in allen Spielsituationen. Nur wenn euer Spieler stärker ist als der Gegner, kann er ihn abdrängen und seinen Platz verteidigen.

EA SPORTS: Du hast LT/L2 erwähnt. Wie genau wirkt sich diese Taste im Spiel aus?

Sam Rivera: Wir haben sämtliche Körpereinsatz-Optionen auf LT/L2 gelegt. Unser Ziel war es, dass sich die Spieler im Hinblick auf den Körpereinsatz auf diese Taste verlassen können. In der Verteidigung ebenso wie im Angriff. Es gibt jede Menge Zweikämpfe, in denen beide Spieler an den Ball kommen können. Die Spieler sperren dann ihren Gegner, um sich eine bessere Position für die Ballannahme zu verschaffen. Auch wenn ihr LT/L2 in der Defensive drückt, werden die Körpereinsatz-Aktionen ausgelöst, wie etwa die aus FIFA 16 vertrauten Aktionen Stoßen/Zerren, Schulterrempler oder Abdrängen.

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EA SPORTS: Gibt es daneben noch weitere interessante Änderungen?

Sam Rivera: Absolut. Die Spieler können ihre Position vor der Ballannahme nun besser schützen, wenn sich der Gegenspieler von hinten nähert. Bei FIFA 16 gab es den klassischen Fall, dass der Verteidiger nach einem kurzen Abschlag den Ball zu lässig verteidigte und sich daraus dann eine hochkarätige Torchance für den Gegner ergab. In FIFA 17 können die Verteidiger den Ballbesitz länger halten.

Wir haben auch die Art und Weise optimiert, wie Verteidiger Zweikämpfe ausführen. Die Spieler standen immer wieder vor dem Problem, dass der Stürmer zumeist den Ball eroberte, wenn Verteidiger und Stürmer ihren Zweikampf in dieselbe Richtung ansetzten. Jetzt versuchen die Verteidiger stets, in die entgegengesetzte Richtung anzugreifen, damit der Stürmer sich nicht zu leicht durchsetzen und seinen Vorstoß fortsetzen kann.

Wenn ein Mitspieler in der Nähe ist, versucht der Verteidiger darüber hinaus auch, den Ball zu genau diesem Mitspieler zu bekommen, statt ihn einfach in den freien Raum zu spielen, wo ihn sich jeder schnappen kann. Die Verteidiger können auch körperbetonte Zweikämpfe  ansetzen, um den Ballbesitz zu halten oder um den Ball in die entgegengesetzte Richtung zu bekommen.

Im letzten Jahr ist uns aufgefallen, wie schwierig es ist, Zickzack-Dribbler aufzuhalten. Das lag ganz einfach daran, dass man ständig blitzschnell reagieren musste, um die Bewegungen des Dribblers nachzumachen. Jetzt leisten die Mitspieler (also die KI-Verteidiger) in solchen Dribbling-Situationen bessere Unterstützung, damit Spieler nicht zu lange alleine mit dem Ball davonziehen können.