Köln - Bereits zum siebten Mal in dieser Saison wird der 1. FC Nürnberg das Topspiel der 2. Bundesliga am Montagabend (ab 20:00 Uhr im Liveticker) bestreiten. Für den VfL Bochum ist es hingegen erst das zweite Mal, gleichzeitig bedeutet das Duell der beiden Traditionsclub aber auch eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte.

Von Oktober 2013 bis Ende April 2014 saß der Niederländer Gertjan Verbeek beim "Club" auf der Trainerbank, konnte damals aber nach vielversprechendem Beginn den Abstieg des FCN in die 2. Bundesliga nicht verhindern. Die Beurlaubung folgte, knapp ein Jahr später wird er nun ins Frankenland zurückkehren - als Trainer des VfL Bochum. "Ich kann mit einem guten Gefühl dorthin fahren. Es hat Spaß gemacht in Nürnberg, auch wenn ich nicht so Abschied genommen habe, wie man sich das als Trainer wünscht", sagte Verbeek zu seiner Rückkehr.

Die Bilanz:

In der zweiten Bundesliga traf der VfL Bochum bislang fünfmal auf den 1. FC Nürnberg. Die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet ist dabei unbesiegt. Die ersten vier Spiele gewann der VfL und kassierte dabei nur ein Gegentor, in der Hinrunde gab es ein 1:1. Auch in der Gesamtbilanz liegt Bochum mit 20 Siegen (13 Niederlagen, 10 Remis) vorn.

Zuletzt hatte das Team von der Castroper Straße aber Probleme gegen Nürnberg: Nur eins der letzten acht Aufeinandertreffen konnte man gewinnen (fünf Remis, zwei Niederlagen). Die Heimbilanz spricht jedoch wieder für Bochum: In den letzten sieben Duellen der beiden Clubs konnte die Heimmannschaft nicht mehr gewinnen (fünf Remis, zwei Auswärtssiege).

Die Ausgangslage:

Nürnberg: Der 1. FC Nürnberg konnte nur einen Punkt aus den letzten drei Spielen einfahren, mit dem Auftreten seines Teams war Trainer René Weiler dennoch über weite Strecken zufrieden. "Wir haben unsere Leistungen leider nicht mit Ergebnissen belohnt", erklärte er im Vorfeld der Partie. "Aber so ist das nun mal im Fußball. Man muss sich dann dagegen stemmen und alles dafür tun, es zu ändern."

Gegen Bochum will der Club wieder an seine Heimstärke der letzten Monate anknüpfen. Im heimischen Grundig Stadion verlor die Weiler-Elf zwar die letzte Partie gegen Heidenheim, war davor allerdings seit Mitte September unbesiegt.

Bochum: Der VfL hingegen will auch im Frankenland seine aufstrebende Form bestätigen. Seit mittlerweile fünf Spielen ist man ungeschlagen (zwei Siege, drei Remis), insgesamt verloren die Ruhrgebietler sogar nur eines der letzten zehn Spiele. In den letzten drei Partien erzielte Bochum zudem stets mindestens zwei Tore.

Ein Grund dafür ist die bärenstarke Bochumer Offensive. 41 Tore konnte man in dieser Saison bereits erzielen, keine andere Mannschaft traf öfters ins Schwarze. Simon Terodde (Foto) führt die Torjägerliste der 2. Bundesliga mit 13 Toren an. Auch in Sachen Großchancen ist der VfL Spitze: 58 hochkarätige Möglichkeiten erarbeitete man sich schon - ebenfalls Ligahöchstwert.

Tabellensituation: Beide Clubs bewegen sich in der Tabelle im Niemandsland, stehen jenseits von Gut und Böse. Nürnberg hat als Zehnter bereits elf Punkte Rückstand auf Rang drei, wird also mit dem Aufstieg in dieser Saison nichts mehr zu tun haben. Auch nach unten haben die Clubberer aber schon längst genug Luft. Zehn Punkte beträgt der Vorsprung auf den 16. aus Aalen.

Bei Bochum stellt sich die Situation ganz ähnlich dar. Zwei Punkte und zwei Plätze steht das Team von Gertjan Verbeek hinter Nürnberg. Bei acht Punkten Vorsprung nach unten dürfte auch hier bis zum Saisonende nichts mehr anbrennen, mit dem Aufstiegsrennen hat man so oder so schon lange nichts mehr zu tun. Allerdings könnte man mit einem Sieg in Franken den direkten Konkurrenten überholen und in der Tabelle sogar um vier Plätze klettern.

Die Personalsituation:

Polak in der Startelf

Nürnberg: Wie zuletzt muss René Weiler auch gegen Bochum auf die Verletzten Timo Gebhart, Manuel Bihr und Niclas Füllkrug verzichten. Zudem reihte sich in Kaiserslautern mit Danny Blum ein weiterer Akteur in die Verletztenliste ein. Der Linksfuß fällt mit einem Muskelfaserriss laut Weiler noch mindestens zwei Wochen aus. Willi Evseev trainierte in dieser Woche erstmals wieder auf dem Platz, ist allerdings noch kein Kandidat fürs Aufgebot.

Wieder mit dabei ist gegen Bochum dagegen Jan Polak (Foto). Der Kapitän musste in Kaiserslautern nach seiner fünften Gelben Karte zusehen. "Er wird wieder in der Startelf stehen", legte sich René Weiler bereits fest.

Abdat ersetzt Perthel

Bochum:Timo Perthel hat sich im Spiel gegen Heidenheim vergangene Woche einen Sehnenanriss in der Bizepsmuskulatur des Beins zugezogen. Er wird dem VfL circa vier bis sechs Wochen fehlen. Deshalb wird Gertjan Verbeek seine Viererkette umbauen müssen.

"Nicolas Abdat ist seit Anfang Januar bei uns. Er weiß, was zu tun ist. Ich bin überzeugt davon, dass er für das Nürnberg-Spiel die beste Lösung auf dieser Position ist", sagte Verbeek. Fehlen wird neben Perthel auch Selim Gündüz, dessen Leistenprobleme keinen Einsatz zulassen. Ebenfalls nicht im Aufgebot stehen wird Fabian Holthaus. "Es ist ein zu großes Risiko. Fabian ist ohnehin schon zwei Wochen eher eingestiegen als geplant. Er braucht die nächsten beiden Wochen noch", so der VfL-Coach.

Dennis-Julian Gottschlich