Zurückhaltung statt Kaufrausch, Ausbau statt Umbruch und Kontinuität statt Runderneuerung: Nach nur zwei Wochen im Amt hebt sich Trainer Armin Veh beim Deutschen Meister VfL Wolfsburg bereits deutlich von seinem Vorgänger Felix Magath ab.

Während der zu Schalke 04 abgewanderte Meistercoach die "Wölfe" personell inzwei Jahren komplett umkrempelte, setzt der neue "Leitwolf" auf eine andere Strategie: "Ich werde nur Kleinigkeiten ändern", sagt der 48-Jährige mit Blick auf die laufende Saisonvorbereitung.

"Wir werden nicht viele Spieler holen"

Am Dienstag hatten die Niedersachsen in dem Algerier Karim Ziani von Olympique Marseille ihre zweite Verpflichtung für die in vier Wochen beginnende Bundesliga-Spielzeit vorgestellt. Nachdem zuvor schon der dänische Nationalspieler Thomas Kahlenberg (AJ Auxerre) gekommen war, steht nun maximal noch ein zusätzlicher Stürmer auf der Wunschliste des neuen Trainers. "Wir werden nicht viele Spieler holen, aber die wenigen müssen passen", sagt Veh.

Der aktuelle Kader mit derzeit noch 36 Profis ist dem früheren Stuttgarter Meistercoach ohnehin "viel zu groß". Bis zum Saisoneröffnungsspiel gegen seinen Ex-Club VfB Stuttgart am 7. August will der gebürtige Augsburger den erweiterten Spielerkreis auf 26 Profis verkleinern.

Veh muss den Kader verkleinern

Fünf Spieler - Sergiu Radu, Vlad Munteanu, Alexander Laas, Mahir Saglik und Sergej Karimow - wurden bereits ausgemustert. Sie können sich einen neuen Verein suchen.

Die Kaderverkleinerung ist zwar keine angenehme Aufgabe, aber unausweichlich, wie Veh weiß. "Es ist nicht leicht, einen Spieler aus dem Kader zu streichen, aber dann ist es besser, Klartext zu reden", sagt der einstige Gladbacher Bundesligaspieler: "Bei einem Umbruch, wie ihn der VfL vollzogen hat, gibt es immer auch Spieler, die nicht einschlagen."

Leistungsträger an den Club gebunden

Das Gerüst seines neuen Teams steht für den Trainer und Manager ohnehin fest. "Die Mannschaft macht einen guten Eindruck", sagt Veh nach den Eindrücken des ersten Trainingslagers auf Sylt. Da stimme es auch zwischenmenschlich. Deshalb war es ihm besonders wichtig die Stützen der Mannschaft weiter an den Club zu binden.

In den Brasilianern Grafite und Josue sowie Marcel Schäfer und Sascha Riether verlängerten bereits einige Leistungsträger vorzeitig ihre Verträge. Dazu wurde der Wechselwunsch von Torjäger Edin Dzeko abgelehnt. "Wir mussten ein Zeichen setzen", sagt Veh.

Dass sich der neue Chef auch in seinen Trainingsmethoden von seinem Vorgänger unterscheidet, durften die VfL-Spieler auch schon erfahren. Da gibt es nach einem klaren Testspielsieg schon mal einen trainingsfreien Vormittag wie in dieser Woche nach dem 32:0 gegen den Kreisligisten Germania Blumenhagen. Veh hatte sich nach der 16:0-Halbzeitführung auf eine Wette eingelassen: "Wenn nach der Pause noch mal 16 Tore gelingen, gibt's frei - da stand ich im Wort."