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Bundesliga

Vedad Ibisevic - Der Vedator

Berlin - Mit einem hochverdienten 2:0-Sieg verteidigte Hertha BSC am Freitagabend gegen Schalke 04 den 3. Platz. Einer war darüber besonders glücklich: Vedad Ibisevic.

Erst Unglücksrabe, jetzt Matchwinner

"Ich bin tot." Zum Glück sah Vedad Ibisevic aber höchst lebendig aus, als er nach dem Sieg gegen Schalke 04 den Reportern in den Katakomben des Berliner Olympiastadions die obligatorische Frage nach dem Befinden beantwortete. Der Bosnier sagte es mit einem Lächeln, worauf er hinaus wollte, war klar: Obwohl das Spiel seines Teams phasenweise eine bezaubernde Leichtigkeit hatte, war es ein hartes Stück Arbeit gewesen.

Auch für Ibisevic. Insgesamt 122 Kilometer waren die Männer von Pal Dardai auf dem neu verlegten Rasen gelaufen (Topdaten zum Spiel), fast elf davon gingen auf das Konto des Hertha-Stürmers. Ein toller Wert für einen Angreifer. Zudem gewann der 31-Jährige 56 Prozent seiner Zweikämpfe. Einer davon war besonders wichtig: In der 42. Minute setzte der 1, 88 Meter große "Vedator" im Mittelfeld erfolgreich seinen Körper zur Balleroberung ein. Über die Stationen Salomon Kalou und Genki Haraguchi landete die Kugel im Strafraum wieder bei Ibisevic, der gekonnt zur 1:0-Pausenführung für sein Team einschob.

Reaktion auf das HSV-Spiel

In der Hinrunde war die Partie gegen die Königsblauen noch der pure Alptraum für Ibisevic gewesen. Schon in der 18. Spielminute hatte der Angreifer nach einem harten Foul die Rote Karte gesehen, trotzdem erzielte Schalke erst kurz vor Schluss den Siegtreffer. Ohne den Platzverweise wäre in der Partie sicher mehr drin gewesen. Diesmal war Ibisevic mit seiner Torgefährlichkeit, aber auch mit seiner Laufbereitschaft einer der Garanten für den 2:0-Erfolg der Hauptstädter. "Wenn man so viel laufen muss, vergisst man einiges", sagte Ibisevic lachend über seinen unglückliche Rolle im Hinspiel.

Der Treffer war das erste Heimtor seit Anfang Oktober für den bosnischen Nationalspieler gewesen - zuletzt hatte er Anfang Oktober gegen den HSV daheim getroffen. »Ich bin Stürmer, mein Job ist es Tore zu machen«, sagte Ibisevic und räumte, für einen Goalgetter wenig überraschend ein: "Ich freue mich immer, wenn ich ein Tor schieße." Doch der WM-Teilnehmer von 2014 betonte vor allem den Teamgeist: "Ich habe einfach Spaß, mit diesen Jungs zu spielen und es freut mich vor allem, dass wir gewinnen."

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