Köln - Daniel Fehr gehört zum elitären Kreis der zehn FIFA-Spieler, die sich bereits für das VBL-Finale 2015 qualifizieren konnten. Als Zweiter des Offline-Turniers in Berlin löste Fehr sein Ticket für das Finale im Mai. Im Interview mit EA SPORTS spricht er über den Turnierverlauf, gesteht ein, dass er mit seinen Bayern zwischendurch auch Dusel hatte und erklärt, welche Taktik ihn bis ins Endspiel führte.

EA SPORTS: Ist das deine erste Saison in der Virtuellen Bundesliga?

Daniel Fehr: Ich war im letzten Jahr schon online dabei und Zweiter in der Clubwertung des FC Bayern geworden. Damals hatte ich mir Hoffnung auf eine Teilnahme im Finale gemacht, weil ich fast die gesamte Saison auf Platz eins stand, aber im letzten Monat überholt worden. Durch meinen Beruf  und einem Fernstudium konnte ich einfach nicht so viel spielen, wie andere. 

EA SPORTS: Was reizt dich an der Virtuellen Bundesliga?

Daniel Fehr: Früher hab ich immer mit meinen Jungs FIFA gezockt und da war ich immer der gesetzte Turniersieger. Mit FIFA 13 hab ich einige Wochen vor der ersten Virtuellen Bundesliga gegen den späteren Sieger Kevin Assia gewonnen und da war mir klar, dass ich nicht so schlecht sein kann. Also bin ich drangeblieben und wollte mal sagen können, dass ich bei den Deutschen Meisterschaften dabei bin oder sogar Deutscher Meister bin. Das wäre überragend. 

EA SPORTS: Gibt es bestimmte Themen, die aus deiner Sicht in der Virtuellen Bundesliga noch besser laufen sollten?

Daniel Fehr: Die Live-Events sind klasse, aber im Online-Bereich gibt es noch etwas Verbesserungsbedarf, weil auf der Xbox 360 Spieler die Matches verlassen, wenn sie sehen, dass sie einen konkurrenzfähigen Gegner haben. Mit einem Trick schaffen sie es dann, dass die Partie nicht als Niederlage gezählt wird. Das ist aus meiner Sicht sehr nervig und eine kleine Wettbewerbsverzerrung. 

EA SPORTS: Gab es aus deiner Sicht einen Moment, der heute entscheidend war?

Daniel Fehr: Ich war heute immer wieder im Rückstand und hab es trotzdem geschafft, die Partien zu drehen und am Ende die Nase vorn zu haben. Aus meiner Sicht war das Viertelfinale aber entscheidend für meine Qualifikation. Gegen Daren Framke musste ich bis ins Elfmeterschießen und er hatte davor 70 Prozent Ballbesitz und hat überragend gespielt. Da hatte ich in einem Spiel einfach Glück. 

EA SPORTS: Wieso spielst du mit dem FC Bayern München? 

Daniel Fehr: Ich bin schon mein Leben lang Bayern-Fan, wie meine gesamte Familie. Aus meiner Sicht ist die Wahl aber auch ein kleiner Vorteil für die Virtuelle Bundesliga, weil Spieler wie Ribery ihre Tricks behalten. Das hat hier auf dem Live-Event zwar nicht so gut funktioniert wie im Online-Modus. Andere Mannschaften haben aber mehr und schnellere Stürmer. Da ist der FC Bayern mit Lewandowski und Pizarro etwas dünn aufgestellt.  

EA SPORTS: Gibt es einen Spieler, der für dich besonders wichtig ist?

Daniel Fehr: Aus meiner Sicht gibt es jetzt keinen besonders wichtigen Spieler. Ich tausche sogar die Spielmacher regelmäßig aus. Es macht aus meiner Sicht keinen großen Unterschied, ob Ribery oder Weihrauch auf der 10er Position spielen. Die größte Bedeutung für das Spiel haben natürlich die Spieler, aber da setze ich auf Lewandowski und Pizarro und hab bisher Erfolg damit. 

EA SPORTS: Mit welcher Taktik trittst du an?

Daniel Fehr: Ich spiele mit einem 4-4-2-System mit einer normalen, keiner breiten. Damit ist das Zentrum dicht und nach vorne bin ich variabel. Mit schnellen Pässen versuche ich dann, meine Stürmer gut in Szene zu setzen.  

EA SPORTS: Wie fühlt es sich an, sich für das Finale qualifiziert zu haben?

Daniel Fehr: Es ist saugeil, weil ich es schon im letzten Jahr versucht hab und leider knapp gescheitert bin. Ich war damals in Wolfsburg am Start und bin kurz vor der Entscheidung gescheitert. In diesem Jahr hab ich es schon in Gelsenkirchen versucht und bin in der 2. KO-Runde im Elfmeterschießen rausgeflogen gegen Rico Tessmann.  

EA SPORTS: Welche Chancen rechnest du dir im Finale aus?

Daniel Fehr: Ich würde natürlich gerne gewinnen, aber das ist unrealistisch. Die Konkurrenz ist einfach unglaublich groß. Ich hab in Gelsenkirchen Erhan Kayman zugeschaut und das was er auf dem Platz macht, ist wirklich gut.