Großer Abschied am Sonntag von Real Madrid, großer Bahnhof für Ruud van Nistelrooy beim Hamburger SV: Am Montag wird der niederländische Superstar bei den Hanseaten einen Vertrag bis 2011 unterschreiben und damit einen der spektulärsten Transfers der Fußball-Bundesliga perfekt machen.

"Über seine Qualitäten brauchen wir nicht zu reden. Wir freuen uns auf ihn. Er wird uns mit seinen Toren und mit seiner Erfahrung weiterhelfen", meinte HSV-Coach Bruno Labbadia.

Van Nistelrooy, der beste Torjäger der vergangenen zehn Jahre im internationalen Fußball, kommt ablösefrei, weil sein Vertrag bei den "Königlichen" nach vier Jahren ohnhin zum Saisonende ausgelaufen wäre.

Hoffnungsträger, nicht Heilsbringer

In den Planungen des spanischen Rekordmeisters spielte der Niederländer zuletzt keine Rolle mehr, dafür kommt ihm beim HSV eine Schlüsselposition zu. Labbadia sieht den 33-Jährigen zwar als Hoffnungsträger, aber "nicht als Heilsbringer".

Stolz sei man beim HSV, so Labbadia "einen solchen Topspieler mit einer sensationellen Einstellung" verpflichten zu können. "Er hätte auch woanders unterschreiben können, aber er hat sich für uns entschieden", erklärte Labbadia und van Nistelrooy sagte in einem Interview auf der vereinseigenen Homepage: "Der HSV ist ein toller Verein mit einer starken Mannschaft und großen Ambitionen. Und große Ambitionen habe ich auch."

Ex-Hamburger haben zum Schritt ermutigt

Gespräche mit seinen Landleuten, den ehemaligen wie aktuellen HSV-Profis Rafael van der Vaart, Joris Mathijsen, Khalid Boulahrouz und Nigel de Jong, haben van Nistelrooy zu seinem Schritt ermutigt. "Alle haben mir dazu geraten nach Hamburg zu gehen", bestätigte der Ausnahme-Fußballer, den sie in Spanien "Van Gol" nennen, bevor ihn eine Meniskusoperation 2008 fast ein Jahr außer Gefecht setzte.

46 Tore in 68 Spielen für Real stehen für van Nistelrooy in der Statistik, die darüber hinaus eine außergewöhnliche Karriere dokumentiert: allein dreimal bester Torschütze der Champions League (2002, 2003, 2005), Torschützenkönig in den Niederlanden (PSV Eindhoven), Spanien (Real Madrid) und England (Manchester United) und damit einziger Spieler, der in drei verschiedenen Ligen erfolgreichster Stürmer war.

Wahrscheinlich noch nicht gegen Wolfsburg dabei

"Dennoch brennt es noch bei ihm. Er will mit uns den Weg gehen", erklärt Labbadia, der jedoch die Hoffnungen der Fans auf das Debüt ihres neuen Stars am Freitag im Heimspiel gegen Meister VfL Wolfsburg auf ein Minimum reduzierte.

"Wir wissen, dass der Transfer auch Probleme mit sich bringt, weil der Spieler natürlich noch nicht topfit ist, eine lange Verletzung hinter sich hat. Er laboriert zudem noch an einem Muskelfaserriss. Wir werden alles dafür tun, damit er fit wird. Wir werden jedoch nichts überstürzen."