Der niederländische Starstürmer Ruud van Nistelrooy vom Bundesligisten Hamburger SV befürchtet nach seiner Nicht-Nominierung für die WM in Südafrika sein Karriereende in der Nationalmannschaft und übt Kritik an Bondscoach Bert van Marwijk.

"Die Enttäuschung ist sehr groß. Ich denke, dass gerade ich einen Extra-Beitrag hätte bringen können. Ich bin voll einsetzbar und hatte bis zuletzt gehofft", sagte van Nistelrooy dem niederländischen Radiosender NOS: "Da ich nun nicht an der WM teilnehme, denke ich, dass meine Karriere als Nationalspieler vorbei ist. Aber das entscheidet der Trainer."

Trainer glaubt nicht an Fitness

Van Marwijk hatte die Nicht-Berücksichtigung des 33 Jahre alten Stürmers damit begründet, dass van Nistelrooy nach seiner Knieverletzung noch nicht wieder hundertprozentig fit sei. "Wir denken nicht, dass Ruud bei der WM einen ergänzenden Extra-Beitrag hätte leisten können", sagte der Bondscoach, der am Dienstag sein 30-köpfiges vorläufiges WM-Aufgebot bekannt gegeben hatte.

Van Nistelrooy machte aber auch deutlich, dass er sich als Notnagel nicht zu schade wäre. "Ich bin bereit einzuspringen, wenn ein Stürmer noch ausfallen sollte", sagte "Van the Man". Um seine WM-Chance zu wahren, war er im Januar von Real Madrid zum HSV gewechselt.

Drei Mal Top-Torjäger der "Königsklasse"

"Ich bin immer besser in Form gekommen. Ich habe die Saison beim HSV gut beendet. Ich hatte richtig Lust, an der WM teilzunehmen", sagte van Nistelrooy, der in 64 Länderspielen insgesamt 33 Tore erzielt hat.

Van Nistelrooy war nach der Europameisterschaft 2008 als Nationalspieler zurückgetreten, hatte sich aber im vergangenen Jahr entschieden, ein Comeback in Angriff zu nehmen. "Van Goal" war 2002, 2003 und 2006 Toptorschütze der Champions League - in der Königsklasse hatte van Nistelrooy in insgesamt 64 Spielen 49-mal getroffen. Zudem ist er der einzige Spieler, der in drei europäischen Topligen (Spanien, England, Niederlande) Torschützenkönig wurde.