Trotz des Stotterstars von Bayern München in die Bundesliga-Saison gibt sich Trainer Louis van Gaal vor dem dritten Spieltag gelassen - und angriffslustig. "Wir waren in den beiden bisherigen Spielen zweimal besser. Es ist wichtig, wie es am Ende ausschaut. Da werden die Preise verteilt", erklärte van Gaal vor der Partie am Samstag beim 1. FSV Mainz 05 (Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio).

Der Holländer kündigte in bester "Mir-san-mir"-Manier und mit schelmischem Grinsen an: "Warten wir ab, wer im Dezember Herbstmeister ist."

"Wir müssen gewinnen"

Doch das ist Zukunftsmusik. Nur zwei Punkte aus zwei Spielen und die Verletzungssorgen um Mittelfeldstar Franck Ribery sorgen beim Topfavoriten schon für etwas Verdruss. Auch Ex-Trainer Jürgen Klinsmann war in die vergangene Runde mit zwei Unentschieden gestartet, feierte dann am dritten Spieltag aber seinen ersten Dreier (4:1 gegen Hertha BSC Berlin).

"Wir müssen gewinnen und anfangen, uns oben wieder festzusetzen, ganz klar", forderte Münchens Sportdirektor Christian Nerlinger unmissverständlich den ersten Saisonerfolg.

Wieder ohne Ribery

Fehlen wird den Münchnern erneut Ribery (Adduktorenprobleme), der erst vor einer Woche ein kurzes Comeback nach langer Pause gegeben hatte. Die Verletzungssorgen - neben Ribery fehlen auch Luca Toni (Trainingsrückstand), Mark van Bommel (Zehenbruch) und Martin Demichelis (Bänderriss) - sieht der Mainzer Coach Thomas Tuchel nicht unbedingt als Vorteil für die Rheinhessen.

Der 35 Jahre alte Bundesliga-Novize blickt seiner Meisterprüfung gegen den Rekord-Titelträger daher eher nüchtern entgegen. "Wir haben so viel Arbeit, da bleibt keine Zeit für Aufregung. Die Bayern werden sicher besonders bissig sein", erklärte Tuchel.

Tuchels Klebstoff

"Dieses Spiel ist für die Mannschaft ein Prüfstein auf hohem Niveau. Ganz klar werden wir nicht mit offenem Visier und mit spielerischen Mitteln auftreten können. Die Bayern spielen eine enge Raute mit zwei Stürmern, da müssen wir sowohl mit als auch gegen den Ball gut vorbereitet sein."

Nur mit taktischen Mitteln werden die Mainzer den Bayern aber nicht beikommen können, das ist Tuchel schon klar. "Der Klebstoff, der alles zusammenhält ist Laufbereitschaft, Kampfgeist und Vertrauen in die eigene Leistung."