Trainer Louis van Gaal sieht den FC Bayern auch nach der jüngsten Gala in Turin noch nicht auf Augenhöhe mit Europas Besten - und warnt sein Team vor dem VfL Bochum.

"Barcelona ist weiter, Chelsea, Manchester United, auch Arsenal. Wir können jede Mannschaft schlagen, auch Barcelona. Aber wir können auch gegen jede verlieren, gegen Mainz oder Neckarelz. So weit sind wir noch nicht, dass wir nicht mehr gegen Bochum oder Mainz verlieren können", sagte der Coach vor dem Bundesliga-Spiel beim VfL am Samstag (alle Spiele ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Bochum schwieriger als Juve?

Van Gaal forderte daher: "Wir müssen dahin kommen, dass wir nur noch gegen Mannschaften verlieren, die das gleiche Niveau haben wie wir." Gegen Bochum werde es allerdings "schwieriger" als beim 4:1 in der Champions League bei Juventus Turin, behauptete er: "90 Minuten konzentriert zu sein ist gegen eine Spitzenmannschaft einfacher."

Er sei jedoch überzeugt, dass seiner Elf dies gelingen wird, ergänzte van Gaal: "Wir haben Profis hier. Und wir haben Selbstvertrauen. Wir können noch viele Schritte mit dieser Mannschaft machen."

Rummenigge: "Gute Ausgangsposition schaffen"

Davon ist auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge überzeugt, an die Herbstmeisterschaft glaubt er gleichwohl "nicht mehr. Unser realistisches Ziel ist, noch Zweiter zu werden. Ich gehe davon aus, dass Leverkusen Herbstmeister wird. Das haben sie sich verdient. Aber wir wollen uns für die Rückrunde eine gute Ausgangsposition schaffen und noch den einen oder anderen Punkt gutmachen", sagte er.

Van Gaal kann beim VfL auch auf Martin Demichelis zurückgreifen, der sich trotz einer sehr schmerzhaften Handverletzung fit meldete. "Der Geist ist stärker als der Körper", sagte van Gaal über Demichelis.

Herrlich gibt sich kämpferisch

Beim VfL, der gegen keine Mannschaft zuhause so oft verlor wie gegen die Bayern, fehlt der Argentinier Diego Klimowicz wegen seiner Roten Karte. Außerdem stehen Philipp Bönig (Schambeinentzündung) und Anthar Yahia (Adduktorenprobleme) Bochums Coach Heiko Herrlich nicht zur Verfügung.

"Wir sind durchaus in der Lage uns zu wehren und wollen auf keinen Fall auf einem Abstiegsplatz überwintern", sagte VfL-Coach Herrlich, der mit seiner Mannschaft zuletzt drei Mal in Folge unbesiegt blieb.


1899 Hoffenheim - Eintracht Frankfurt

"Wir wollen in der Tabelle nicht nur vor Frankfurt bleiben, sondern uns auch von den anderen Mannschaften hinter uns absetzen", gibt Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick die Richtung vor. Dafür wäre ein Sieg gegen die Frankfurter Pflicht. Zuletzt gab es zuhause gegen Wolfsburg und Dortmund jeweils eine 1:2-Niederlage. "Bis dahin waren wir auf einem guten Weg, eine Heimstärke zu entwickeln", so der Trainer. Deshalb kommt dem letzten Heimspiel des Jahres eine umso größere Bedeutung zu. Rangnick erwartet einen defensiv stehenden Gegner: "Die werden nicht mit Mann und Maus stürmen."

Er kann gegen die Eintracht wieder auf Verteidiger Andreas Ibertsberger zurückgreifen. Der Österreicher wird mit Maske von Beginn an auflaufen. Außerdem kehrt Vedad Ibisevic zurück in die Startelf. "Ich fühle mich sehr gut", sagt der Angreifer und fügt hinzu: "Die Partie gegen Frankfurt bietet uns die Möglichkeit zu zeigen, dass wir auch gegen einen defensiv eingestellten und sehr laufstarken Gegner gewinnen können." Ausfallen werden neben dem Rot gesperrten Maicosuel auch Matthias Jaissle und Manuel Gulde sowie Andreas Beck (Muskelfaserriss).

Bei der Eintracht fehlt Verteidiger Maik Franz wegen seiner fünften Gelben Karte. Auch Ioannis Amanatidis, Alexandar Vasoski und Martin Fenin sind noch nicht einsatzbereit. Für den Frankfurter Mittelfeldakteur Selim Teber wird es in der Rhein-Neckar-Arena ein Wiedersehen mit den ehemaligen Kollegen geben.

Borussia Mönchengladbach - Hannover 96

Die Borussia wird voraussichtlich zum fünften Mal in Folge mit der gleichen Startformation antreten. Mit Ausnahme von Kapitän Filip Daems, für den nach einer Sehnenscheidenentzündung unter dem Fuß die Hinrunde bereits gelaufen ist, stehen Michael Frontzeck alle seine Stammspieler zur Verfügung.

Der Trainer warnt: "Man kann gegen Hannover die Punkte nicht einfach so mitnehmen. Es wäre lächerlich, diese Mannschaft zu unterschätzen. Es wird ein ganz anderes Spiel als das gegen die Bayern."

Torjäger Mike Hanke ist bei den Niedersachsen für einen ersten Einsatz in der Startformation bereit. Als Joker steht zudem Jan Schlaudraff parat. Die Mannschaft von Trainer Andreas Bergmann ist seit vier Spielen ohne Sieg.




SC Freiburg - 1. FC Köln

Beim Sport-Club, der mit nur vier Punkten die schlechteste Heimbilanz der Liga aufweist, kehren Kapitän Heiko Butscher und Yacine Abdessadki möglicherweise nach auskurierten Verletzungen in die Startelf zurück. Dagegen fehlt weiter der angeschlagene Innenverteidiger Pavel Krmas.

Kölns Trainer Zvonimir Soldo wird voraussichtlich wieder auf alle Spieler zurückgreifen können. Bei Milivoje Novakovic und Kevin Pezzoni, die sich unter der Woche im Training verletzten, geht der Coach davon aus, dass beide spielen. Auch Fabrice Ehret hat seine Verletzung auskuriert, ebenso wie Faryd Mondragon, der sich laut Soldo "gesund zurückgemeldet hat."

Die "Geißböcke" haben in den vergangenen neun Spielen lediglich zwei Tore geschossen, beide durch Milivoje Novakovic. Lukas Podolski ist schon seit einer ganzen Weile ohne Treffer. Dass Köln mit diesem Angriff erst sieben Tore gelungen sind, findet Freiburgs Trainer Robin Dutt "sehr ungewöhnlich". Der Tabellenvierzehnte stehe dafür "defensiv sehr gut". Weshalb es für den Freiburger Chefcoach keine Zweifel gibt: "Es wird ein sehr schweres Spiel."

Kölns Trainer Zvonimir Soldo hofft auf die Heimschwäche der Freiburger: "Sie haben zu Hause Probleme, wir spielen auswärts besser - das passt!"




1. FC Nürnberg - Hamburger SV

Keeper Raphael Schäfer (Rotsperre) und Juri Judt (Gelbsperre) müssen auf Seiten der Franken zuschauen. Dagegen sind Christian Eigler und Mike Frantz wieder fit und werden wohl von Beginn an spielen.

Den Gästen fehlen weiterhin sechs verletzte Leistungsträger. Die Hanseaten, deren Coach Bruno Labbadia vor seinem 50. Bundesligaspiel als Trainer steht, sind seit sieben Begegnungen sieglos, hoffen im Frankenland aber auf einen Unschwung. Trainer Bruno Labbadia: "Wir wissen um unsere Stärke, wir haben zuletzt nur aufgrund von Kleinigkeiten Punkte abgegeben."

"Der HSV zählt zu den besten Adressen im deutschen Fußball, wenngleich sie in den letzten Wochen Probleme hatten, ihre Spiele zu gewinnen", urteilt Nürnbergs Trainer Michael Oenning. Sein Team soll sich keinesfalls verstecken: "Wir können dieses Spiel nur gewinnen, wenn wir den Mut haben, nach vorne zu spielen."