Sein Anzug saß perfekt, der Windsor-Knoten seiner roten Krawatte sowieso. Der letzte Presse-Auftritt von Trainer Louis van Gaal vor dem Spiel in Bremen war selbstbewusst und zielstrebig. Vor der Abreise verkörperte der Niederländer nahezu symbolisch alle derzeitigen Eigenschaften des FC Bayern München in seiner Person.

Beim Rekordmeister läuft es momentan wie am Schnürchen. Sieben Pflichtspielsiege in Folge gewonnen, fünf davon in der Bundesliga. Zudem hat van Gaal keinen verletzten Spieler zu beklagen und kann im Auswärtsspiel am Samstag gegen Werder Bremen (Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) aus dem Vollen schöpfen.

Ribery nicht von Anfang an

Somit rückt auch das Ende der Leidenszeit für Franck Ribery in greifbare Nähe. Seit dem 3. Oktober 2009 gegen den 1. FC Köln hat der Franzose nicht mehr gespielt, diverse Verletzungen verhinderten ein Comeback bislang immer wieder. Zwar steht Ribery inzwischen wieder täglich auf dem Trainingsplatz, doch gegen Werder wird er sich noch mit der Joker-Rolle zufrieden geben müssen.

"Das ist eine Frage des Respekts gegenüber den anderen Spielern", sagte Louis van Gaal und gab zu bedenken, dass der 26-jährige Flügelstar noch einen Trainingsrückstand habe. Ein Platz in der Startelf kann somit ausgeschlossen werden, dennoch ließ der Chefcoach der Bayern verlauten, dass der Franzose gegen den Tabellensechsten ein Ass im Ärmel sei und sein Einsatz somit durchaus denkbar.

"Gegen Bremen wird es schwierig"

Doch trotz aller Vorfreude auf Ribery vergaß van Gaal den angeschlagenen Gegner aus Bremen nicht, der mit drei Niederlagen in Folge das momentane Gegenstück zum FC Bayern darstellt. Die Frage, ob die Norddeutschen am Samstag offensiver oder defensiver als im Hinspiel (1:1) agieren werden, beantwortete van Gaal kurz und bündig: "Wir werden sehen. Bayern aber spielt überall dasselbe, egal ob auswärts oder zuhause."

Die Bremer kassierten in den vergangenen drei Spielen insgesamt fünf Tore, Werders Abwehr ist für van Gaal dennoch das Prunkstück des nächsten Gegners: "Nicht viele Mannschaften haben solch eine Achse wie Wiese, Naldo, Mertesacker und Frings. Wir haben eine schöne Serie und die Stimmung ist gut, aber gegen Bremen wird es schwierig."

Die Richtung - geographisch wie tabellarisch - ist für van Gaal vor der Abreise in den Norden aber klar: "Wir sind jetzt Tabellenführer für einen Tag gewesen und müssen das jetzt mal für längere Zeit sein."

Vom FC Bayern berichtet Barnabas Szöcs