Verband: Asociation Uruguaya de Futbol (AUF)

Gegründet: 1900

FIFA-Mitglied seit: 1923

Bisherige WM-Teilnahmen: 11

WM-Erfolge: 2x Weltmeister (1930, 1950)

Geschichte des Fußballs in Uruguay:

Britische Immigranten brachten den Fußball im 19. Jahrhundert mit nach Uruguay. Das erste Clubteam gründete sich 1882. Der englische Lehrer rief den Albion FC in Montevideo ins Leben. Die Nationalmannschaft Uruguays hat mehr internationale Titel gewonnen als jedes andere Land. Allein die Copa America entschied die Celeste 15 Mal für sich. Hinzu kommen die WM-Titel von 1930 und 1950. Der Club-Fußball im Land wird von zwei Vereinen dominiert: Atletico Penarol (ehemals CURCC) und Nacional. Penarol feierte unglaubliche 48 Meistertitel. Nacional siegte 44 Mal. Das Duell der beiden Abonnementmeister ist die älteste Rivalität im Fußball außerhalb Großbritanniens.

WM-Geschichte:

Uruguay wurde 2010 überraschend Vierter

Der Fußball Uruguays ist unweigerlich mit der Geschichte der Weltmeisterschaft verbunden. Schließlich fand der erste weltweite Ländervergleich in Uruguay statt. Und der Gastgeber konnte sich sogleich 1930 als erster Weltmeister der Fußballhistorie feiern lassen. 20 Jahre später wiederholte die Celeste das Kunststück: in Brasilien! 1954 und 1970 erreichte das Team jeweils das Halbfinale. Doch anschließend verlor Uruguay auf internationaler Bühne zunehmend an Bedeutung. 1994, 1998 und 2006 verpasste man sogar die Qualifikation zur WM. Umso überraschender war der 4. Platz bei der Weltmeisterschaft vor vier Jahren.

Stars und Trainer:

Sicherlich gibt es im Team von Uruguay einige große Namen. Man denkt an die Angreifer Luis Suarez oder Edinson Cavani. Doch das Gesicht des uruguayischen Fußballs ist Diego Forlan, der beste Spieler der WM 2010. Mit 35 Jahren spielt der "blonde Engel" wohl seine letzte WM. Der UNICEF-Botschafter spielt seit einigen Monaten in Japan bei Cerezo Osaka. In seiner Laufbahn gewann Forlan viele Titel auf Vereinsebene (Englischer Meister und FA Cup-Sieger mit Manchester United, Europa League-Sieger mit Atletico Madrid), doch ein Pokal - oder zumindest ein Podestplatz - bei einer Weltmeisterschaft fehlt ihm noch. Seit 1980 ist Oscar Washington Tabarez im Trainergeschäft tätig. 1988 wurde er erstmals zum Nationalcoach der Celeste berufen. Das Engagement dauerte aber nur knapp drei Jahre. Anschließend war er im Vereinsfußball in Braslien, Italien, Spanien und Argentinien unterwegs. Anfang des Jahrtausends kehrte Tabarez dem Business gut fünf Jahre den Rücken, ehe der 67-Jährige am 13. Februar 2006 erneut zum Nationaltrainer Uruguays ernannt wurde. Seither bekleidet er dieses Amt ununterbrochen.

Uruguay und die Bundesliga:

Grossmüller spielte für den FC Schalke

Auch wenn Spieler aus Südamerika seit rund 25 Jahren gern und oft in der Bundesliga spielen, haben nur wenige Spieler aus Uruguay je den Weg nach Deutschland gefunden. Den Anfang machte Horacio Troche, der in der Saison 1967/68 in 24 Bundesliga-Spielen für Aachen zum Einsatz kam. Schon kurz vor seinem Wechsel zur Alemannia kannte ihn allerdings jeder in Deutschland. Bei der WM 1966 ohrfeigte er Uwe Seeler im Viertelfinalspiel. Später entschuldigte er sich aber bei "Uns Uwe". In Aachen stand ihm Landsmann Juan-Carlos Borteiro zur Seite (ein Einsatz). Es dauerte fast 30 Jahre, bis sich wieder ein Uruguayer in den Fokus der Bundesliga spielte. Ruben Sosa stürmte 1995/96 für Borussia Dortmund. Auch wenn er nur 17 Einsätze sah (drei Tore), so durfte er am Ende über den Gewinn der Meisterschaft jubeln. Nach der Jahrtausendwende fand der FC Schalke 04 großen Gefallen an Spielern aus Uruguay. Zwischen 2002 und 2008 kickten bis zu vier Uruguayer für die Königsblauen: Dario Rodriguez, Vicente Sanchez, Carlos Grossmüller und Gustavo Varela.