Hamburg - Der FC Bayern tritt nach dem 0:0 beim Hamburger SV weiter auf der Stelle. Zwölf Punkte und 8:8 Tore lautet die magere Ausbeute nach neun Spieltagen. Schlechter waren die Bayern nur einmal in die Saison gestartet: In der Saison 1966/67 standen - umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel - lediglich elf Zähler auf dem Konto.

"Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen weiter nach vorne schauen. Wir müssen einfach gewinnen", fordert Nationalspieler Holger Badstuber im bundesliga.de-Interview nach der Partie im hohen Norden.

Zudem analysiert der Innenverteidiger das Remis bei den "Rothosen", spricht über die Verletzungssorgen und wagt einen Ausblick auf das Pokalspiel am Dienstag gegen Bremen.

bundesliga.de: Herr Badstuber, hat der FC Bayern beim HSV einen Punkt gewonnen oder wurden zwei Zähler verschenkt?

Holger Badstuber: Wir hätten gerne in Hamburg gewonnen. Die Chancen waren ja da. Es war eine offene Partie - vor allem in der zweiten Halbzeit. Mit dem nötigen Quäntchen Glück und ein bisschen mehr Zug nach vorne hätten wir sicherlich ein Tor erzielt. Aber wir haben immerhin zu Null gespielt. Das ist ja auch wichtig.

bundesliga.de: Insgesamt gab es in dieser Bundesliga-Saison erst vier Mal ein torloses Remis - dreimal waren die Bayern beteiligt. Schon kurios, oder?

Badstuber: Ja, das ist schon ungewöhnlich. Aber für uns ist es vor allem entscheidend, dass wir die Ordnung halten. Chancen spielen wir uns immer heraus. Leider klappt es nicht immer mit einem Torerfolg.

bundesliga.de: Sie haben alle Ihre Zweikämpfe gewonnen, Ihre Mitspieler aber fast durch die Bank mehr als die Hälfte verloren. War dieser fehlende Biss vielleicht auch entscheidend, dass es nicht für einen Sieg gereicht hat?

Badstuber: Nein, davon habe ich nichts gemerkt. Es war eine ausgeglichene Partie, mit Ballverlusten auf beiden Seiten, Chancen hüben wie drüben.

bundesliga.de: Bis auf Ivica Olic fehlten auf der Bank die großen Alternativen für die Offensive. Ist das weiter ein Manko?

Badstuber: Das ist ja bekannt, dass wir Verletzungssorgen haben. Aber was sollen wir dagegen machen? Wir können auch so jedes Spiel gewinnen. Und das ist ja auch unser Ziel. Aber die Spieler kehren ja nach und nach zurück. Da sind wir dann wieder breiter aufgestellt und haben in der Folge natürlich auch mehr Qualität auf dem Platz.

bundesliga.de: Ist Ihre Ausgangslage im Kampf um die Meisterschaft jetzt besser oder schlechter geworden?

Badstuber: Unsere Position hat sich nicht verändert. Das 0:0 hilft uns sicherlich nicht weiter. Aber wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen weiter nach vorne schauen. Wir müssen einfach gewinnen.

bundesliga.de: Wie gehen Sie jetzt die Partie im DFB-Pokal gegen Werder Bremen an?

Badstuber: Da gilt nur eines: Ein Sieg muss her. Schließlich sind wir der Titelverteidiger und wir wollen eine Runde weiterkommen.

Das Gespräch führte Michael Reis