Mittelmaß - diese Einordnung der Leistung hören die meisten Clubs nicht gerne. Christoph Daum, Trainer des 1. FC Köln, ist mit 22 Punkten und Platz 11 nach der Hinrunde aber vollends zufrieden.

Im Gespräch mit bundesliga.de zieht der 55-Jährige nicht nur die sportliche Bilanz der Hinrunde, sondern redet auch über die Meisterschaftschancen von Mitaufsteiger 1899 Hoffenheim und erklärt, warum es ihm am Herzen liegt, sich um kranke Kinder zu kümmern.

bundesliga.de: Herzlich Willkommen Christoph Daum. Welche Überschrift würden Sie über die Hinrunde der Bundesliga setzen?

Christoph Daum: Tore, Emotionen, Diskussionen, Freud und Leid. Eigentlich alles, was wir uns von der Faszination Fußball versprechen, haben wir in der Hinserie erlebt. Wir können nur sagen: Die Bundesliga lebt und entwickelt sich weiter.

bundesliga.de: 22 Punkte nach der Hinrunde. Wie zufrieden sind Sie mit dem Zwischenergebnis für Ihren Club, den 1. FC Köln?

Daum: Nach dem ersten Highlight des Aufstiegs wurden wir natürlich als Abstiegskandidat gehandelt. Und da muss ich sagen, wie wir uns da aus der Affaire gezogen haben, verdient Anerkennung. Wir haben 22 verdiente Punkte, keine glücklichen Punkte. Insofern können wir auf ein absolut erfolgreiches Jahr zurückblicken. Ich kann mich bei allen nur bedanken, die dazu beigetragen haben.

bundesliga.de: Warum wird der FC das Minimalziel Klassenerhalt erreichen?

Daum: Darf ich sagen "Maximalziel"! (lacht)
Für uns ist der Klassenerhalt eine Riesensache. Würde es dieses Märchen Hoffenheim nicht geben, wären wir wahrscheinlich die Mannschaft dieser Hinrunde. Aber es ist gut so, wir können uns im Windschatten entsprechend entwickeln und sind auf einem ganz guten Weg. Wir haben in jedem Bereich noch Steigerungsmöglichkeiten nach oben. Die werden wir ausnutzen, damit wir auch in Zukunft nicht nur ein sympathischer, sondern auch ein erfolgreicher Verein sind.

bundesliga.de: Was sagen sie zu der Überraschungsmannschaft der Saison, dem Aufsteiger aus Hoffenheim?

Daum: Dazu sage ich: Glückwunsch! Dort ist etwas tolles entstanden. Sie verfolgen ein Konzept, das sich durchgesetzt hat. So, wie sie in der Hinserie gespielt haben, muss man sie zu den Titelaspiranten hinzuzählen. Ob es zum Schluss reicht, werden wir sehen. Ich glaube es eher nicht. Aber auch wenn es nicht reicht, haben sie eine sensationelle Saison gespielt.

bundesliga.de: Wie sehen Sie denn den FC Bayern, der im letzten Jahr die Liga dominiert hat, in dieser Saison mit Jürgen Klinsmann aber neue Wege geht?

Daum: Uli Hoeneß und Jürgen Klinsmann machen hervorragende Arbeit beim FC Bayern. Sie haben sich dort auch die besten Möglichkeiten erarbeitet. Die haben sie ja auch nicht geschenkt bekommen, insofern können wir mit Überzeugung sagen: Der FC Bayern München ist das Aushängeschild des deutschen Fußballs, ist die Lokomotive des deutschen Fußballs.

bundesliga.de: Zum Jahresende besuchen Sie noch eine Kinderklinik in Köln. Warum liegt Ihnen dieser Termin so am Herzen?

Daum: Ich will ein Stückchen Zuversicht bei den Kindern herbeiführen, denn oft ist ja auch diese seelische Seite bei einer Krankheit eine ganz, ganz wichtige. Und bei den Kindern ein Strahlen in die Augen zu bringen ist mit das größte Geschenk, das du erhalten kannst!

bundesliga.de: Würden Sie sich festlegen, wer Deutscher Meister wird 2009?

Daum: Auf jeden Fall die Mannschaft, die besser ist als Bayern München. (lacht)

bundesliga.de: Vielen Dank für das Gespräch.