Köln - Borussia Dortmund bleibt weiter in der Erfolgsspur. Auch das schwere Auswärtsspiel beim 1. FC Köln gewann der BVB dank Nuri Sahins Siegtreffer in der Schlussminute mit 2:1. Nach dem siebten Sieg in Folge übernahmen die Borussen die Tabellenspitze.

Nach dem Spiel sprach bundesliga.de mit dem sehr zufriedenen Dortmunder Innenverteidiger Mats Hummels.

bundesliga.de: Mats Hummels, Glückwunsch zum Auswärtssieg in Köln. Der Spielverlauf kam einem ziemlich bekannt vor. In der letzten Saison lief das Spiel mit dem späten Kölner Ausgleich und der prompten Dortmunder Antwort fast identisch. Haben auch Sie die Parallelen gesehen?

Mats Hummels: Im Prinzip war es das gleiche Spiel wie im letzten Jahr mit dem Unterschied, dass wir statt mit 2:0 nur mit 1:0 geführt haben. Es war ein sehr intensives Spiel mit vielen Emotionen. Manchmal auch mit falschen Emotionen. Aber im Endeffekt haben wir das entscheidende Quäntchen Glück gehabt.

bundesliga.de: Waren Sie überrascht von der starken Kölner Vorstellung?

Hummels: Nein. Wir haben die Kölner schon in deren Heimspiel gegen Hoffenheim gesehen. Da haben sie eine herausragende erste Halbzeit gespielt. Deswegen war damit zu rechnen, dass sie versuchen, es wieder so umzusetzen. Trotzdem hätten wir bei eigenem Ballbesitz besser spielen und die Angriffe ruhiger aufbauen müssen. Unser Problem war, dass wir zu schnell mit langen Bällen nach vorne gespielt haben. Das darf nicht sein, da wir ja auch das Spiel mit dem flachen Ball beherrschen. Wenn wir das gemacht haben, sahen wir immer gut aus. Dann hatten wir unsere Chancen.

bundesliga.de: Wie bekommt Ihnen nun die neue Höhenluft?

Hummels: Es ist schön, jetzt auf Platz 1 zu sein.

bundesliga.de: Vor dem Anpfiff musste der BVB-Tross eine Schrecksekunde überstehen, als der Mannschaftsbus beschädigt wurde. Wie haben Sie den Vorfall erlebt?

Hummels: Ich habe es gar nicht richtig mitbekommen. Es flog wohl ein Stein gegen den Bus. Ich hoffe, dass es nicht viele Menschen auf der Welt gibt, die in Kauf nehmen, dass sich jemand bei solchen Aktionen verletzt.

bundesliga.de: Das war jetzt der siebte Dortmunder Sieg in der Bundesliga in Folge. Wird Ihnen die Erfolgsserie langsam selbst ein bisschen unheimlich?

Hummels: Ehrlich gesagt nicht. Ich habe gelesen, dass wir es in allen drei Spielzeiten unter Jürgen Klopp geschafft haben, zumindest sechsmal in Folge zu gewinnen. Deswegen kennen wir das Gefühl mittlerweile. Trotzdem ist es sehr schön. Auch wenn wir wissen, dass es nicht der spielerisch beste, dafür aber am Ende der am meisten erzwungene Sieg war.

bundesliga.de: Die Serie wäre nach dem späten Kölner Ausgleich fast gerissen. Hat die Mannschaft in der zweiwöchigen Bundesliga-Pause ein bisschen ihren Rhythmus verloren?

Hummels: Nein. Köln war insofern das schwerste Spiel, weil die Kölner einen eher unorthodoxen Fußball praktiziert haben. Fast ausschließlich Kick-and-rush. Sie haben Martin Lanig in die Spitze gezogen, der ist ja auch über 1,90 Meter groß. Da gewinnt man nicht jedes Kopfballduell, wenn man nicht gerade Jan Koller heißt. Aber der spielt nicht bei uns hinten drin. Deswegen kommt immer einmal ein Ball durch und ist dann schwer zu verteidigen.

bundesliga.de: Imponierend war der absolute Siegeswille der Borussia nach dem Ausgleich.

Hummels: Wenn es eine Sache gibt, die bei uns nie fehlt, dann ist es der Wille, das Spiel gewinnen zu wollen. Wir haben mittlerweile viel Gegenwind und auch jetzt wieder ein sehr schwieriges Spiel umgebogen. Das ist eine Sache, die wir im Vergleich zur letzten Saison verbessert haben.

bundesliga.de: Es geht Schlag auf Schlag weiter mit Europa League, dann Hoffenheim, das Pokalspiel und dann der Knüller gegen Mainz. Wird es jetzt auch langsam eine Frage der Kondition?

Hummels: Das war es ja schon die ganze letzte Zeit. Wir spielen im Moment ja ausschließlich alle drei, vier Tage. Wir werden deshalb am Samstag nur ein bisschen trainieren, uns danach pflegen lassen, gut essen, viel schlafen, die Beine hochlegen und auf der Couch bis in den späten Abend viel Fußball gucken. Dann kann man auch alle paar Tage Gas geben.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski