Dortmund - Felipe "Tele" Santana glänzte beim 3:0-Triumph des BVB über Shakhtar Donetsk nicht nur mit frisch rasierter Glatze und tadelloser Leistung, sondern auch mit dem wichtigen Treffer zum 1:0.

Nach dem Spiel sprach der brasilianische Innenverteidiger der Dortmunder über seinen neuen Look, die Rückkehr zu alter Stärke und die Chancen der Borussia in der Champions League.

Frage: Herr Santana, das war ein ganz überzeugender Sieg der Borussia.

Felipe Santana: Wir haben es bis auf ein paar Minuten fast perfekt gespielt gegen Donetsk. Wir haben dem Gegner wenige Chancen gegeben und selbst unsere Tore gemacht. Dafür muss man der ganzen Mannschaft einen Glückwunsch aussprechen. Ich bin sehr glücklich über das Spiel und über den Sieg - und natürlich auch über mein Tor.

Frage: Ihre Defensivleistung war zuletzt kritisiert worden. Hat das Tor da besonders gut getan?

Santana: Dieser Sieg und das Tor haben mir sehr gut getan. Ich habe im letzten Spiel gegen Hannover nicht so gut gespielt, wie ich es selbst von mir erwarte. Das hat mich geärgert. Ich war froh, dass ich noch einmal eine Chance bekommen habe, um zu zeigen, was ich kann. Und ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden. Es war eine super Leistung der ganzen Mannschaft und ich bin auch mit mir sehr zufrieden. Alles, was zuletzt gefehlt hat, vor allem im Spielaufbau, habe ich gegen Donetsk gezeigt. Dass ich auch noch die Chance hatte, ein Tor zu erzielen, war fantastisch. Zum Glück hat auch das geklappt. Jetzt habe ich wieder eine Glatze, jetzt ist wieder alles gut (lacht).

Frage: Sie sprechen Ihre neue Frisur an. Wann kam es zu dem Entschluss, den Kopf wieder komplett zu rasieren?

Santana: Das ist der Original-Santana! So sah ich aus, als ich nach Dortmund gekommen bin. In den letzten Monaten hatte ich die Irokesen-Frisur, aber am Morgen des Spiels habe ich mir gesagt, dass ich wieder der Original-"Tele" sein will. Und dann habe ich mir die Haare selbst abrasiert. Es hat offenbar Glück gebracht. Ich bin jedenfalls sehr glücklich mit meiner neuen Frisur.

Frage: Gehörte auch etwas Aberglaube dazu, die Frisur zu ändern?

Santana: Ich bin ein Typ, der sehr viel nachdenkt. Vor allem auch, wenn es mal nicht so gut läuft. Ich wollte jetzt einfach wieder eine Glatze haben, weil ich damit auch schon schöne Zeiten hatte in Dortmund. Und wir hatten damit jetzt auch schon wieder viel Spaß.

Frage: Was meinen Sie konkret? Sprechen Sie den Kuss von Ersatzspieler Leonardo Bittencourt auf Ihre Glatze an?

Santana: Leo hatte schon vorher mit mir gescherzt, dass ich bestimmt per Kopf treffe. Als der Ball im Tor war, bin ich daher direkt zur Bank gelaufen. Und da hat er mir den Kopf geküsst. Aber wir hatten auch vor dem Spiel schon sehr viel Spaß in der Kabine. Der Trainer hat gefragt, ob wir einen neuen Spieler haben. Und dieser neue Spieler hat jetzt gegen Donetsk sein erstes Spiel gemacht. (lacht) Und das hat er doch super gemacht.

Frage: Der BVB steht jetzt im Viertelfinale der Champions League und wird von so manchem als Favorit auf den Titel gesehen.

Santana: Wir haben es bis hierher sehr gut gemacht. Und wir wissen auch, was wir können. Dass wir jetzt zu den besten acht Mannschaften Europas gehören, ist super. Darauf können wir alle stolz sein.

Frage: Aber was geht jetzt noch für den BVB in Europa? Was ist das Ziel?

Santana: Unser Ziel ist Wembley! Ganz klar! Aber wir wissen natürlich, wie schwer es wird, tatsächlich das Finale zu erreichen. Wir müssen noch einiges leisten, wenn wir wirklich nach Wembley wollen. Davor stehen noch einige Spiele an und wir müssen jetzt Stück für Stück weiterdenken. Vor allem müssen wir uns jetzt auch erst einmal wieder auf die Bundesliga konzentrieren.

Frage: Da steht am Samstag auch ein ganz besonderes Spiel für den BVB an.

Santana: Es geht gegen Schalke, das sagt eigentlich alles. Es ist wieder ein ganz anderes Spiel, das aber nicht weniger wichtig ist für uns. Es ist das Derby, und da haben wir nach der Niederlage im Hinspiel noch etwas gutzumachen. Aber der Sieg gegen Donetsk wird uns gut tun. Er war wichtig für unser Selbstbewusstsein und unser Selbstvertrauen. Und das gilt auch besonders für mich.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte