Der 1. FC Köln ist zurück in der Bundesliga. Doch Trainer Christoph Daum beschäftigt sich nicht mehr mit dem Aufstieg, sondern für ihn zählt nur noch die Gegenwart. Im Interview spricht er über seine Ziele, seine neuen Spieler und über die Veränderungen beim FC Bayern.

bundesliga.de: Herr Daum, wie beurteilen Sie die lang ersehnte Rückkehr in die Bundesliga und welches Saisonziel haben Sie sich gesteckt?

Christoph Daum: Wieder in der Bundesliga zu sein, war für jeden meiner Spieler ein großes Ziel. Die Bundesliga hat ein sehr gutes Image, und sich dort mit den besten zu messen, ist für jeden Profi ein Highlight in seiner Karriere. Daher bin ich mir sicher, dass unsere Spieler heiß auf die Bundesliga sind, dass sie bereit sind, dazuzulernen, und dass sie mit mannschaftlicher Geschlossenheit und individueller Klasse alles geben werden, um unser Ziel, einen Mittelfeldplatz, zu erreichen und den 1. FC Köln dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren.

bundesliga.de: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer bisherigen Personalplanung?

Daum: Wir gehen davon aus, dass wir unsere Mannschaft mit den Neuzugängen verstärkt haben. In Patrick Helmes haben wir einen wichtigen Stürmer verloren, aber dafür haben wir Manasseh Ishiaku verpflichtet. Im Mittelfeld haben wir Maynor Suazo verloren, auf dieser Position müssen wir noch etwas tun. Auf der linken Abwehrposition haben wir zuletzt immer etwas herumgebastelt, jetzt aber mit Pierre Wome einen sehr, sehr guten Mann bekommen. Für die Innenverteidigung haben wir Pedro Geromel geholt, denn in einer solch langen Saison brauchst du Alternativen zu Kevin McKenna und Youssef Mohamad, die im vergangenen Jahr sehr gut gespielt haben. Ich bin der Überzeugung, dass wir nur über eine stabile Abwehr unsere Ziele erreichen können. Geromel hat bei unserer Scouting-Abteilung einen sehr guten Eindruck hinterlassen und wurde in Portugal zum besten Abwehrspieler der Liga gewählt. Klar kann seine Form nach zwei Monaten Trainingspause noch nicht optimal sein, aber er ist ein junger Mann von 22 Jahren, der sich in der Bundesliga einen Namen machen wird.

bundesliga.de: Ist der FC Bayern mit dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann auch für Sie der Titelkandidat Nummer eins?

Daum: Der FC Bayern ist die Lokomotive des deutschen Fußballs, und eigentlich ist jeder Trainer dort Meister oder sogar Serienmeister geworden. Da müsste schon sehr viel nicht stimmen, damit Bayern nicht Meister wird. Ich denke, dass sie das Maß aller Dinge sind.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie die Entscheidung des FCB, Klinsmann als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld zu holen?

Daum: Man sieht schon, dass er sich unheimlich viele Gedanken macht und viele Neuerungen und Änderungen angestoßen hat. Das tut der Bundesliga allgemein ganz gut, wie es auch bei der Nationalmannschaft der Fall war, die er rundum renoviert hat und der er eine neue Identität verpasst hat.