Hannover - Der 1. FC Kaiserslautern wartet 2011 weiter auf den ersten Sieg. Dem Aufsteiger, mit 21 Punkten über Soll als Tabellen-Zwölfter in die Winterpause gegangen, droht nach Absturz auf Relegationsrang 16 der direkte Wiederabstieg.

"Hannover hat heute das gezeigt, was uns derzeit fehlt: Zuversicht und Entschlossenheit", analysierte Marco Kurz nach der 0:3-Niederlage in der AWD-Arena. "Nach dem 0:2 kurz vor der Pause hatte ich nie das Gefühl, dass wir das Spiel in Halbzeit zwei noch drehen können."

Und das Spiel in Hannover sei "beispielhaft für die gesamte Rückrunde. Wir werden für unser Spiel gelobt, aber es springt nichts Zählbares dabei heraus. Das sitzt natürlich in den Köpfen der Spieler", gibt der Trainer zu.

Lakic 2011 noch ohne Treffer

Den "Roten Teufeln" fehlt das Feuer der Vorrunde. Festzumachen ist das unter anderem an Srdjan Lakic. Der Torjäger, den es im Sommer nach Wolfsburg zieht, hat in der Rückrunde noch nicht getroffen. In der Vorrunde hatte sich der Kroate mit elf Treffern in die Spitze der Torschützenliste geschossen und so wesentlich zum guten Abschneiden der Lauterer beigetragen.

Die in so einer Durststrecke gern gewählte Motivationsspritze Trainerwechsel ist trotz der mageren Ausbeute von zwei Pünktschen und 14 Gegentreffern in den letzten sechs Partien kein Thema, betonte Stefan Kuntz und blickt voraus auf elf schwere Partien.

Kuntz mahnt zur Ruhe

"Der Abstiegskampf wird an den letzten drei Spieltagen entschieden. Bis dahin müssen wir alles tun, um an den Nichtabstiegsrängen dranzuzbleiben", erwartet der Vorstands-Chef einen heißen Tanz bis zum Ende der Saison. Mit positivem Ausgang.

"Wir müssen in Ruhe mit unseren Möglichkeiten weiterarbeiten. Dann werden wir unten auch wieder rauskommen", vertraut Kuntz auf die Fähigkeiten von Trainer und Spielern.

"Werden den Kampf annehmen"

Und die blicken zuversichtlich auf die kommenden schweren Wochen: "Die Situation ist schwierig. Ich hoffe, dass es im Umfeld ruhig bleibt. Unruhe von Außen würde uns jetzt nicht gut tun", verspürt Florian Dick innerhalb der Mannschaft den nötigen Optimismus in der schwierigen Situation.

Denn "wir wussten von Beginn an, dass wir gegen den Abstieg spielen", stellt der Verteidiger klar, dass die derzeitige Situation nicht unerwartet über die Mannschaft hereingebrochen sei. "Wir werden den Kampf annehmen", gibt sich Dick kämpferisch. "Dass wir es können, haben wir gegen Bayern, Schalke und zuletzt ja auch gegen Dortmund gezeigt. Warum sollen wir nicht nächsten Samstag mit dem HSV einen weiteren Großen ärgern?"

Im Kampf gegen den Abstieg wäre ein Sieg über die Hamburger Balsam auf die Seelen der Roten Teufel.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs